Alles, was ihr zum 38. Spieltag wissen müsst
Das Grande Finale der 3. Liga steht vor der Tür. Wer sichert sich den zweiten direkten Aufstiegsplatz? Wer geht in die Relegation? Die Antworten liefert uns der 38. Spieltag. Unsere Spieltagsvorschau liefert euch wie gewohnt den Überblick.
Die Ausgangslage
Energie Cottbus geht von der Pole Position ins Saisonfinale. Klar ist: Gewinnen die Lausitzer ihr Auswärtsspiel bei Jahn Regensburg, dann steigt der FCE nach 12 Jahren Abstinenz wieder in die 2. Bundesliga auf. Verpasst Cottbus den Sieg, dann könnte es richtig kompliziert werden, schließlich lauern mit dem MSV Duisburg und Rot-Weiss Essen zwei Teams mit jeweils nur zwei Punkten Rückstand. Die beiden Ruhrpott-Rivalen unterscheidet nur die Tordifferenz, die für den MSV spricht (sechs Tore Vorsprung). Theoretisch könnte am Ende sogar der direkte Vergleich über die Platzierungen zwischen Cottbus, Duisburg und Essen entscheiden.
Als Außenseiter geht Hansa Rostock ins Saisonfinale. Der direkte Aufstieg ist für den FCH nicht mehr möglich, sehr wohl aber der Sprung auf Platz drei. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sowohl Essen als auch Duisburg ihre Spiele verlieren – und Rostock in Saarbrücken gewinnt. Neben der Aufstiegsfrage gilt es am letzten Spieltag auch noch zu klären, wer sich die Torjägerkanone sichert. Der klare Favorit ist Aachens Lars Gindorf, der aktuell bei 25 Toren steht, während Verfolger Erik Engelhardt auf 22 Treffer kommt.
Fünf Spiele im Fokus
Saarbrücken vs. Rostock: Setzt Hansa die Konkurrenz unter Druck?
Eines ist klar: Soll bei Hansa Rostock noch was in Sachen Aufstieg gehen, dann ist ein Auswärtssieg beim 1. FC Saarbrücken Pflicht. Angesichts von drei Punkten Rückstand auf Duisburg und Essen ist Hansa allerdings auch auf die Patzer der Konkurrenz angewiesen. "Im Fußball ist alles möglich", ließ FCH-Coach Daniel Brinkmann auf der Pressekonferenz wissen. "Wir hoffen ein bisschen darauf hoffen, dass der Fußballgott am Wochenende im Hansatrikot schläft." Zunächst muss Hansa – unterstützt von rund 2.000 Gästefans – die eigenen Hausaufgaben erledigen.
Und diese dürften kein einfaches Unterfangen werden, schließlich ist Saarbrücken unter Argirios Giannikis in sieben Heimspielen noch ungeschlagen. Und auch auf die gesamte Saison betrachtet mussten die Saarländer nur drei Heimniederlagen hinnehmen. Zum Abschluss der insgesamt enttäuschenden Spielzeit wollen die Blau-Schwarzen nun noch mal ein versöhnliches Ergebnis einfahren. Mit einem Sieg könnte der FCS im Idealfall noch auf Platz 13 klettern. Bei einer Niederlage droht ein Absturz auf Platz 16.
Ulm vs. Essen: Erledigt RWE die Hausaufgaben?
Über 4.000 Essener werden ihre Mannschaft dabei unterstützen, zumindest noch auf Platz drei zu klettern. Schon ein Unentschieden könnte für den Sprung auf Platz drei reichen, wenn der Rivale aus Duisburg zeitgleich gegen Köln verlieren sollte. Sollte zudem auch Energie Cottbus in Regensburg patzen, wäre für Essen auch noch der direkte Aufstieg möglich. Nach 19 Jahren Abstinenz würde RWE dann wieder in der 2. Bundesliga spielen. Nach dem wichtigen 1:0-Sieg gegen den SC Verl reist die Koschinat-Truppe auf jeden Fall mit frischer Hoffnung nach Ulm.
Für die Spatzen ist das Heimspiel gegen Essen der letzte Auftritt in dieser so verkorksten Saison. Entsprechend geht es für den SSV darum, sich mit Würde von den eigenen Fans zu verabschieden. Hoffnung macht der gute Auftritt gegen den VfL Osnabrück in der Vorwoche, als Ulm ein achtbares 1:1 einfahren konnte. Im Hintergrund laufen indes bereits die Planungen für den Neuaufbau in der Regionalliga. So wurde unter der Woche die Verpflichtung von Mario Estasi bekannt gegeben, der künftig an der Seite von Murat Isik für die Kaderplanung verantwortlich sein wird.
Duisburg vs. Viktoria Köln: Bleibt die Duisburger Heimfestung bestehen?
Als einziges Team im deutschen Profifußball ist der MSV Duisburg in dieser Saison im eigenen Stadion noch ungeschlagen. Die hervorragende Bilanz in der Schauinsland-Reisen-Arena ist der Duisburger Grundstein für diese so erfolgreiche Saison. Gelingt es den Zebras nun auch im 19. Heimspiel, an diese Erfolgsserie anzuknüpfen? Bei einem Heimsieg winkt die Teilnahme an der Relegation – und im Falle eines Cottbusser Patzers in Regensburg sogar der direkte Aufstieg. Über 30.000 Fans werden live mit dabei sein, wenn die Truppe von Dietmar Hirsch am Samstag um den Durchmarsch in die 2. Liga kämpft.
Gegner ist die Viktoria aus Köln, die mit 50 Punkten im Tabellenmittelfeld anzutreffen ist. Für Schlagzeilen sorgte zuletzt die Personalie Lex Tyger Lobinger. Der Stürmer wechselte im Winter für 75.000 Euro von Höhenberg nach Wedau – mit der Klausel, dass bei einem Aufstieg weitere 75.000 Euro fällig werden würden. Ein Grund für die Viktoria, nun gegen Duisburg nicht mit vollem Einsatz zu spielen? "Mit solchen Spekulationen soll mir keiner kommen. Wir wissen genau, was uns in Duisburg erwartet und wir werden alles hineinwerfen, was wir haben, um dort zu gewinnen", lautet die unmissverständliche Antwort von Sportvorstand Franz Wunderlich.
Regensburg vs. Cottbus: Geht Energie den finalen Schritt?
Unterstützt von rund 6.000 Gästefans will Energie Cottbus am Samstag den finalen Schritt gehen: Nach 12 Jahren Abstinenz winkt die Rückkehr in die 2. Bundesliga. Voraussetzung ist, dass die Lausitzer ihren Vorsprung von zwei Punkten und drei Toren ins Ziel bringen. Bei einem Sieg wäre alles in trockenen Tüchern, bei einem Remis oder gar einer Niederlage beginnen die Rechenspiele. Hoffnung macht, dass in der Geschichte der 3. Liga noch nie ein Team den Aufstieg verspielt hat, das vor dem 38. Spieltag auf Platz 2 stand, und Cottbus zudem noch nie gegen Regensburg verloren hat.
Ein weiterer Mutmacher für die Wollitz-Truppe ist die Rückkehr von Tolcay Cigerci und Axel Borgmann, die beide gegen Wehen Wiesbaden aufgrund von Gelbsperren zum Zuschauen verdammt waren. Und dennoch sollte Energie gewarnt sein, schließlich wartet mit Jahn Regensburg ein unangenehmer Gegner. Die Oberpfälzer konnten beispielsweise vor drei Wochen einen furiosen 5:2-Sieg gegen Hansa Rostock einfahren. Auch die Erinnerungen an das Hinspiel im Dezember sollten die Cottbusser Alarmglocken aktivieren: Regensburg holte damals in der Schlussphase einen 0:2-Rückstand auf und brachte den FCE somit um den Sieg.
Schweinfurt vs. Aue: Wer verabschiedet sich mit einem Erfolgserlebnis?
Während es andernorts um den Aufstieg in die 2. Bundesliga geht, findet in Schweinfurt ein kollektives Abschiednehmen statt: Das Tabellenschlusslicht aus Unterfranken empfängt den Vorletzten Erzgebirge Aue. Während es für die Schnüdel nach nur einer Saison in der 3. Liga zurück in die Regionalliga Bayern geht, müssen die Veilchen nach 23 Jahren in den ersten drei Ligen erstmals den Gang in die Regionalliga antreten.
Seit dieser Woche steht fest, dass die Erzgebirgler in der kommenden Saison von Khvicha Shubitidze betreut werden. Als Interimstrainer fuhr der Georgier in sechs Partien achtbare sieben Punkte ein und feierte zudem den Einzug ins Landespokalfinale. Und auch in Schweinfurt ist bereits klar, wer in der kommenden Saison an der Seitenlinie stehen wird: Ex-Coach Jan Gernlein kehrt nach vier Jahren in die Kugelstadt zurück. Bevor es für beide in der Regionalliga weitergeht, geht es nun noch mal darum, sich mit Würde aus der 3. Liga zu verabschieden. Schweinfurt könnte mit einem Sieg verhindern, der sportlich schwächste Absteiger der Drittligahistorie zu werden.