Trares außer sich: "Der Schiedsrichter war parteiisch"

Beim 0:2 in Ingolstadt musste der SV Waldhof Mannheim am Mittwochabend einen herben Rückschlag im Kampf um den Aufstieg hinnehmen. Trainer Bernhardt Trares war nach dem Spiel mächtig in Rage – und fand deutliche Worte in Richtung von Schiedsrichter Robert Kempter.

"Dann scheißt er sich in die Hose"

Dass Trares zu den emotionaleren Übungsleitern der 3. Liga gehört, ist bekannt. Doch so aufgebracht wie am Mittwochabend hat man den 54-Jährigen in dieser Saison noch nicht erlebt: "Wer das Spiel gesehen hat, weiß, wer es entschieden hat. Der Schiedsrichter war parteiisch. Es ist brutal, solche Entscheidungen hinnehmen zu müssen", schimpfte er im Interview mit "Magenta Sport". Es waren zwei Szenen, die den Waldhof-Coach so in Rage brachten.

Die erste ereignete sich nach 29 Minuten, als Kevin Koffi einen Freistoß zum vermeintlichen 1:0 im Tor unterbrachte. Kempter, der in einem hitzigen Spiel insgesamt neunmal Gelb zeigte, gab den Treffer zunächst, nahm ihn nach Rücksprache mit seinem Assistenten, der eine Abseits-Position gesehen haben will, jedoch wieder zurück – sehr zum Unverständnis von Trares: "Der Schiedsrichter hat es super erkannt, aber dann scheißt er sich ein bisschen in die Hose. Das hat das Spiel entschieden." Die TV-Bilder legen den Verdacht nahe, dass es gleiche Höhe war. Ein Foulspiel lag jedenfalls nicht vor, Nico Antonitsch und Keeper Fabian Buntic prallen in dieser Situation zusammen und behindern sich damit gegenseitig. Auch FCI-Kapitän Stefan Kutschke musste nach Ansicht der Bilder einräumen: "Der Waldhof hat ein reguläres Tor erzielt."

Weil sich Trares lautstark über die Entscheidung von Kempter echauffierte und zudem den Ball wegschlug, schickte ihn der Unparteiische mit glatt Rot auf die Tribüne, nachdem er ihn zuvor bereits mündlich ermahnt hatte. "Das war blöd von mir", räumte der Waldhof-Coach ein. "Aber mit ein bisschen Fingerspitzengefühl hätte man das vielleicht anders lösen können." Beim Gang auf die Tribüne war Trares anschließend nicht zu beruhigen: "Das ist Beschiss, ein Witz! Auf allen Bildern ist zu sehen, dass wir benachteiligt wurden", war über die Außenmikrofone zu hören.

Trares wittert Verschwörung

Die zweite strittige Szene des Abends datierte aus der 42. Minute, als Florian Flick im Strafraum das Bein gegen Fatih Kaya auf Gesichtshöhe hatte, ihn aber nicht traf. Elfmeter für Ingolstadt gab es aber trotzdem. "Die Entscheidung ist nicht zu erklären. Was er da gesehen hat, weiß ich auch nicht", schimpfte Trares. liga3-online.de-Experte Babak Rafati gibt dem Waldhof-Coach in seiner Analyse recht: Statt des Elfmeters hätte es einen indirekten Freistoß geben müssen. Auch für Kutschke lag kein Kontakt vor, während FCI-Trainer Tomas Oral die Szene anders sah: "Es ist ein gefährliches Spiel, er geht da auf Gesicht-Höhe hin. Muss er ihn erst treffen, damit es einen Elfmeter gibt? Warum gehen wir immer auf den Schiedsrichter ein?"

Mannheims Trainer witterte derweil eine Verschwörung: "Ich weiß nicht, ob das was mit dem DFB zu tun, weil wir ja immer klagen. Oder mit dem Koch (DFB-Vizepräsident Rainer Koch; d. Red.), der ja aus Bayern kommt. Vielleicht kommen da Sympathien auf." Für Trares jedenfalls gab es "keine zwei Meinungen" zur Leistung des Unparteiischen. "Ich bin überzeugt, dass wir das Spiel gewonnen hätten, wenn wir 1:0 in Führung gegangen wären", sagte der Waldhof-Coach und meinte: "Für uns wurde heute die Meisterschaft abgeschrieben. Wir sind jetzt raus aus dem Rennen."

Ganz so weit wollte Kapitän Kevin Conrad noch nicht gehen: "Ganz abschreiben würde ich es noch nicht". In der Tat liegt Mannheim als Siebter "nur" drei Punkte hinter dem FC Ingolstadt, der derzeit Rang vier belegt, welcher momentan zur Relegation berechtigt. Schon am Samstag, wenn es gegen Preußen Münster geht, kann der Waldhof wieder aufschließen. Trares wird dann jedoch auf der Tribüne Platz nehmen müssen. 

   

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