MSV vor Herzschlag-Finale: "Gehen von Anfang an Risiko"

Nicht als druckvoll, sondern eher als Privileg betrachtet MSV-Trainer Dietmar Hirsch das Herzschlag-Finale gegen Viktoria Köln. Auch, weil die Zebras den dritten Rang aus eigener Kraft festigen können. Entsprechend will Hirsch vor 30.000 Zuschauern ins Risiko gehen, dabei aber nicht den Kopf ausschalten.

"Stolz, sehr viel Mut und breite Brust"

Nervosität und Anspannung verspüre Dietmar Hirsch schon, "das ist nicht von der Hand zu weisen", sagte er bei der Spieltags-Pressekonferenz am Donnerstag. Dennoch überwiege das Positive: "Wir haben keinen Druck. Es ist eine gute Ausgangslage. Mit einem Sieg sind wir sehr sicher Dritter – mit etwas Glück springt mehr heraus. Nur die Situation wie in Osnabrück wäre noch besser", sagte der MSV-Trainer. Er selbst gehe in sein erstes Herzschlag-Finale als Trainer "mit Stolz, sehr viel Mut und breiter Brust". Schließlich habe man sich "all das über zwei Jahre erarbeitet".

Vor ausverkauftem Haus – über 30.000 Fans werden dabei sein – gibt es für Hirsch nur eine Devise: Abteilung Attacke. "Wir gehen von Anfang an Risiko und starten offensiv. Ein frühes Tor würde uns helfen." Dennoch dürfe man dabei nicht die Ordnung verlieren: "Wir müssen schauen, dass auch die Restverteidigung stimmt, denn Viktoria Köln hat eine spielstarke Mannschaft." Die Kölner erwartet Hirsch dabei nicht so defensiv wie zuletzt gegen den FC Erzgebirge Aue, da das "eigentlich nicht die Spielweise von Marian Wilhelm ist". Seine eigene Startelf möchte der MSV-Coach derweil kaum verändern: "Ich glaube, wir standen zuletzt sehr stabil, daher werden wir nicht viel verändern."

Spieler bekommen "die Schwingungen durchaus mit"

Für die Viktoria geht es in der 3. Liga tabellarisch um nicht mehr allzu viel. Lediglich ein einstelliger Tabellenplatz ist noch möglich. Dennoch rechnet Hirsch nicht damit, dass Köln die Saison austrudeln lassen wird: "Ich bin sicher, sie kommen mit viel Engagement. Sie haben im Verbandspokal noch das Derby im Endspiel gegen Fortuna Köln und könnten darüber in den DFB-Pokal einziehen. Sie wollen daher sicherlich im Flow bleiben."

Apropos Flow: Wird Duisburg seine Spieler während der Partie über die Zwischenstände auf den anderen Plätzen informieren? "Ich müsste mit denen über Headset und Handy verbunden sein, damit ich sie überhaupt erreichen könnte", scherzte Hirsch und schob hinterher: "Die Jungs sollen spielen." Ganz verhindern lasse sich das aber wohl nicht: "Irgendeiner auf der Tribüne wird schon am Handy sein, und dann bekommen die Spieler die Schwingungen durchaus mit."

Motivation für Ulm und Regensburg groß genug

Um doch noch Zweiter zu werden, braucht Duisburg einen Heimsieg – gleichzeitig darf Energie Cottbus nicht gewinnen. Verlieren die Lausitzer in Regensburg, reicht den Zebras ein knapper Erfolg. Spielt Energie nur unentschieden, benötigt die Hirsch-Elf einen Sieg mit vier Toren Unterschied. Bei einer Niederlage wäre Duisburg wiederum auf Schützenhilfe des SSV Ulm 1846 angewiesen, damit der Relegationsplatz nicht an Rot-Weiss Essen geht. Die Spatzen müssten gewinnen. Bei einem Remis würde es bereits reichen, würden die Württemberger einen Punkt holen.

Eine spezielle Motivationsspritze hält Hirsch derweil nicht für notwendig: "Beide Teams wollen die Saison sicherlich positiv abschließen." Personell kann der MSV-Coach nahezu aus dem Vollen schöpfen. Lediglich die vier Langzeitverletzten fehlen weiterhin. Dafür kehrt Tobias Fleckstein nach abgesessener Sperre zurück.

   

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