Fünf Fragen: Das erwartet uns am 27. Spieltag

Mit Schlagzeilen, die nachwirken, wurde die Vorbereitung auf den 27. Spieltag aufgenommen. So verlässt etwa Torsten Ziegner, das Gesicht des FSV Zwickau, ebenjenen Verein zum Saisonende. Auch die schwere Kreuzband-Verletzung von Hansa-Offensivmann Marcel Hilßner, ein Baustein der überdurchschnittlich guten Rostocker Saison, wirkt nach. Ob das schon am Wochenende Auswirkungen besitzen wird? Nicht nur Zwickau und Rostock, sondern viele andere Vereine können in der Englischen Woche große Schritte gehen. Und oft lautet das Duell: Klein gegen Groß.

Der 27. Spieltag

Zum Beispiel beim Spiel zwischen den Sportfreunden Lotte und dem Karlsruher SC. Oder Münster gegen Paderborn. Oder Magdeburg gegen Zwickau. Oder Bremen gegen Rostock. Oder Chemnitz gegen Wehen Wiesbaden. Oft aber tritt der Favorit auswärts an – das erhöht die Chancen für den Außenseiter deutlich und verspricht spannende Spiele, aber auch Stolpergefahr für die Aufstiegsanwärter. Gerade der SC Paderborn, der lange Zeit die Liga spielerisch dominierte, sieht nun gegen sehr defensiv ausgerichtete Gegner seinen Vorsprung ein wenig dahinschmelzen. Auf solche Patzer lauern die Verfolger gern…

Frage 1: Hält Karlsruhe seine Rückrundenserie in Lotte am Laufen?

Es ist die Premierenfahrt des Karlsruher SC an das Lotter Autobahnkreuz – und wenn es nach Fans und Verantwortlichen geht, darf es bis auf Weiteres auch gerne die einzige Fahrt bleiben. Der KSC spielt mittlerweile mit einer Souveränität, die seinesgleichen sucht. Wie einst Erzgebirge Aue oder der MSV Duisburg kommt die Elf von Alois Schwartz, wer hätte das nach den ersten Spielen der Saison gedacht, über die enorm kompakte Defensive. Mittlerweile ist Karlsruhe punktgleich mit dem dritten Platz und holt auch auf die vermeintlich uneinholbare Spitze immer mehr Zähler auf.

Der kommende Gegner, die Sportfreunde Lotte, hat an zwei Niederlagen zu knabbern. Aktuell sind die Westfalen der Strohhalm, an den sich die abgeschlagenen momentanen Absteiger klammern müssen. Trainer Andreas Golombek sah einen mangelhaften Auftritt beim 0:3 in Unterhaching, muss nun zudem auf vier gesperrte Stammspieler verzichten. Das macht die Mission gegen den Zweitliga-Absteiger gewiss nicht leichter.

Frage 2: Knackt Hansa den Auswärtsfahrer-Rekord im Weserstadion?

In dieser Spielzeit hat es schon so manches Mal Freude bereitet, prall gefüllte Gästeblöcke und die damit verbundene Stimmung zu betrachten. Der SV Meppen mobilisierte zunächst etwa 4.200 Reisefreudige nach Lotte und schnappte sich vorläufig den Saisonrekord. Dann kam der 1. FC Magdeburg ins Weserstadion, 4.300 FCM-Fans begleiteten ihren Club zum Auswärtsspiel bei Werder Bremen II. Nun aber schickt sich Hansa Rostock an, diesen Wert nochmals zu übertreffen.

Und auch sportlich hat die Begegnung ihren Reiz. Rostock hat Magdeburg am vergangenen Samstag regelrecht niedergekämpft und damit wertvolle Punkte aufgeholt. Nun soll der Dreier im Weserstadion veredelt werden. Gelingen muss das ohne Marcel Hilßner (Kreuzbandriss), Amaury Bischoff (Oberschenkelprobleme) und Julian Riedel (Gelbsperre). Bremen II, das nur noch einmal am Rande erwähnt, ist mittlerweile seit 22 Spielen sieglos. Ob dieser Negativrekord jemals übertroffen wird?

Frage 3: Bringt Münster den SC Paderborn ins Straucheln?

Noch fünf Punkte und ein Nachholspiel in Meppen liegt der SC Paderborn vor den Verfolgern, die stetig punkten und die Ostwestfalen nach einem mäßigen Start in Jahr 2018 damit unter Zugzwang setzen. Zweifellos ist Paderborn noch immer Favorit auf die 2. Bundesliga. Nun aber muss die junge, bislang stets befreit aufspielende Mannschaft zeigen, dass sie auch die nötige Reife besitzt, in der entscheidenden Phase nicht nervös zu werden. Preußen Münster ist ein exzellenter Gradmesser. Eine Durchschnittsmannschaft mit Stärken vor eigenem Publikum. Auch das 2:0 der Adlerträger über Hansa Rostock wird Paderborns Coach Steffen Baumgart genau beobachtet haben. Es ist nicht zu erwarten, dass sich Münster derart einigelt wie Würzburg vor Wochenfrist. Das könnte dem Sportclub aus Paderborn wiederum entgegenkommen.

Frage 4: Chemnitz oder Wehen – wer holt Punkte auf?

Das nächste Endspiel für den Chemnitzer FC, werden die Experten und Fans sagen. Nach der 0:2-Niederlage in Karlsruhe, bei der sich trotz gutem CFC-Auftakt wie so oft die deutlich höhere individuelle Qualität durchsetzte, sind die Himmelblauen vor heimischem Publikum umso mehr zum Punkten verdammt. Es könnte wahrlich leichtere Aufgaben geben als den SV Wehen Wiesbaden, seines Zeichens drittbestes Auswärtsteam. Hoffnung macht den Sachsen, dass Wiesbaden zwischen vielen souveränen Auftritten immer mal wieder einen Leistungsabfall einstreut, etwa beim 3:4 in Jena im Dezember oder beim glücklichen 2:2-Remis gegen Werder Bremen II. Im Normalfall müsste Chemnitz mit einem Punkt zufrieden sein – bei der aktuellen tabellarischen Situation wäre ein Unentschieden aber fast schon zu wenig.

Frage 5: Bringt sich Halle gegen Köln in ruhige Fahrwasser?

Der HFC hat in dieser Spielzeit schon jede Menge Möglichkeit liegengelassen, sich mit einer kleinen Siegesserie ins sichere Mittelfeld zu verabschieden und dem Abstiegskampf „Goodbye“ zu sagen. Nun ist er nach zwei Niederlagen in Folge zwar noch nicht mittendrin, aber punktgleich mit dem Siebzehnten aus Lotte – Chemnitz schielt bereits auf weitere Aussetzer, um sich an die rettenden Plätze annähern zu können.

Nun ist während der Woche einiges an der Saale geschehen. So wurde der Vorstand neu geordnet, auf fünf Personen vergrößert. Auch soll die Liquidität für die kommende Spielzeit, stets hatte Halle zuletzt mit einem sechsstelligen Fehlbetrag zu kämpfen, gesichert sein. Gute Voraussetzungen für die Profis, um auch sportlich die Fragezeichen auszuräumen – ein sonntäglicher Heimsieg gegen zuletzt auf erstarkte Fortunen aus Köln wäre dafür unglaublich wichtig. Je schneller die Planungen für die nächste Saison konkretisiert werden können, desto höher sind schließlich die Erfolgsaussichten für eine ruhige Drittliga-Spielzeit 2018/19.

   
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