Frymuth: Trubel beim KFC und Türkgücü "nicht förderlich"

Seit Einführung der 3. Liga preist der DFB als Liga-Träger die Spielklasse als sein Premiumprodukt an. Doch neben steigender Einnahmen und immer mehr Zuschauern gibt es auch viele Probleme: Vereine gehen insolvent oder stehen wirtschaftlich schlecht da. Zuletzt sorgten Türkgücü München und der KFC Uerdingen nach Ausstiegen ihrer Investoren für Gesprächsstoff, wozu sich DFB-Vizepräsident Peter Frymuth nun äußert.

Viel Ärger mit den Investoren

Das Geschehen auf dem Platz rückte bei Aufsteiger Türkgücü München und beim KFC Uerdingen zuletzt deutlich in den Hintergrund. Kurz vor Weihnachten hatte Hasan Kivran, Investor bei Türkgücü, seinen Rückzug angekündigt. Der Klub stand vor dem Aus. Anfang Januar gab der 54-Jährige bekannt, doch Geldgeber beim ambitionierten Klub zu bleiben. Doch Ruhe kehrte nicht ein, am Dienstag feuerte der Verein Trainer Alexander Schmidt.

Es ist eine Gemengelage, über die sie beim KFC Uerdingen froh wären. Zwar hat der Klub mit der Noah Company von Roman Gevorkyan nach dem Rückzug von Mikhail Ponomarev einen neuen Investor gefunden. Doch der Verein hatte zuvor aus Geldmangel bereits ein Insolvenzverfahren angemeldet. Zudem haben die Krefelder nach viel Ärger mit dem Betreiber der Düsseldorfer Arena aktuell keine Spielstätte.

"Schauen mit Sorge auf die Klubs"

Das Chaos in den Vereinen wird auch vom Deutschen Fußball-Bund mit Bauchschmerzen beobachtet. "Natürlich schauen wir immer mit Sorge auf Klubs, bei denen sich größere wirtschaftliche Schwierigkeiten abzeichnen. Zunächst ist jeder Klub für seine Entscheidungen und seine Außendarstellung verantwortlich – im Rahmen des vom DFB vorgegebenen Regelwerks", sagt Peter Frymuth in einem Interview auf der Verbands-Homepage. "Wir dürfen dabei auch nicht die aktuelle Gesamtsituation verkennen, die Lage ist aufgrund der Pandemie für alle Klubs nicht einfacher geworden." Der Trubel um die Vereine sei "nicht förderlich für die 3. Liga".

Grundsätzlich sei es positiv, wenn in die Entwicklung des Fußballs investiert werde, so Frymuth. Das Geld fließe schließlich nicht nur in die Profiteams, sondern auch in den Nachwuchs und die Infrastruktur der Vereine: "Es sollte dabei immer die oberste Prämisse sein, dass dies verantwortungsvoll und nachhaltig geschieht. Und natürlich sind die hierfür vorgesehenen Statuten einzuhalten." Das war zuletzt jedoch nicht immer der Fall, weshalb es zu vielen finanziellen Problemen bei Drittligisten kam – mit oder ohne Investor.

"Starkes Signal"

Ein Problem bei der Behebung der finanziellen Engpässe könnten mehr Einnahmen durch TV-Verträge sein. Der Kontrakt mit Rechte-Inhaber Telekom wurde durch Wahrnehmung einer Option bis 2023 verlängert. "Das ist ein starkes Signal in der aktuellen Situation, sorgt für Verlässlichkeit und Planbarkeit in schwierigen Zeiten und unterstreicht die Attraktivität der 3. Liga", meint Frymuth. Der TV-Zyklus ab der Saison 2023/2024 soll im Sommer 2022 ausgeschrieben werden. "Unser Ziel ist immer eine Verbesserung. Die Attraktivität der 3. Liga und ihre gestiegenen Quoten im Free- und Pay-TV machen da durchaus Hoffnung." Doch die Fernseh-Gelder seien zwar ein "wichtiger, allerdings bei weitem nicht der einzige Baustein für die wirtschaftliche Stabilität". Neben der Optimierung anderer Einnahmequellen solle es bei den Vereinen auch eine "höhere Sensibilität" geben, "die Ausgaben an der Einnahmensituation auszurichten".

   
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