Die wertvollsten Neuzugänge: Platz 10 bis 1

Im Sommer wird verpflichtet, im Winter Bilanz gezogen: Alle Drittligisten hatten vor gut sechs Monaten ihren Kader um Neuverpflichtungen ergänzt. Wer aber schlug ein und wer konnte die Erwartungen nicht erfüllen? Im zweiten Teil stellen wir die zehn stärksten Transfers vor und begründen kurz, warum sich die Spieler als Stützen ihres Klubs erwiesen.

Ein Flügelspieler, der in Münster keinen bleibenden Eindruck hinterließ, aber dafür in seiner bayrischen Heimat zur Bestform aufstieg, ist Moritz Heinrich. Bei den Westfalen erzielte Heinrich in 41 Spielen und zwei Jahren nur ein Tor – in Haching sind es nach wenigen Monaten bereits sieben Treffer, dazu kommen vier Vorlagen. Darunter war auch der verrückte Schlusspunkt im denkwürdigen 5:4 gegen Würzburg zu Saisonbeginn – unserem Spiel des Jahres 2019.

 

Jan Hendrik Marx, der mit seinen 24 Jahren schon viel Regionalliga-Erfahrung gesammelt hatte, gehört zu den wenigen Feldspielern der 3. Liga, die noch keine Saisonminute verpasst haben. Dabei agiert Marx oft spieltaktisch clever und wird den Ansprüchen auf seiner Position damit voll gerecht. Vier Vorlagen zeugen zudem von präzisem Pass- und Flankenspiel – auch wenn sein persönliches Highlight wohl der wuchtige Schuss zum zwischenzeitlich 3:2 beim spektakulären Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt (Endstand 3:5) war.

 

In der Sturmzentrale, dem Sorgenkind vergangener Jahre, landete der MSV Duisburg nach einem Abstieg aus der 2. Bundesliga einen Volltreffer. Der niederländische Riese Vincent Vermeij, der 196 Zentimeter misst, erzielte in der Hinrunde acht Tore und vier Vorlagen. Mickels auf der linken und Stoppelkamp auf der rechten Seite fütterten den Zentrumsstürmer ein ums andere Mal mit Zuspielen, im Optimalfall wäre sogar eine zweistellige Anzahl an Treffern möglich gewesen. Dennoch: Vermeij ist ein wichtiger Baustein für den Herbstmeistertitel des MSV.

 

Quirlig, spritzig, unnachahmlich: Die Flankenläufe von Leroy-Jacques Mickels, bei denen er gerne von der linken Seite in Richtung Strafraum zieht, sind schwer zu verteidigen und ein probates Mittel im Duisburger Angriff geworden. Das eine oder andere Traumtor ist so bereits herausgesprungen, insgesamt kommt der 24-Jährige auf vier Treffer und sechs Vorlagen. Eine starke Leistung, bedenkt man, dass die Zebras Mickels von der SSVg. Velbert aus der fünften (!) Liga geholt haben.

 

Beim 1. FC Kaiserslautern war die Tür zumindest in dieser Saison zu, so verliehen die Pfälzer Stürmer Elias Huth nach Zwickau. Und siehe da, dort konnten sie einen kompletten Offensivmann wie ihn gut gebrauchen: Mit acht Toren und vier Assists rangiert Huth in der vereinsinternen Scorer-Rangliste ganz oben, noch vor dem erfahrenen Ronny König. Dabei leben die beiden nicht in einem direkten Konkurrenzverhältnis – bei den Sachsen hat sich eine Doppelspitze bewährt. Umso schwerer wiegt nun der verletzungsbedingte Ausfall des Angreifers, der nach einem Mittelfußbruch nun zwei Monate pausieren muss.

 

Zu behaupten, der KFC Uerdingen hätte in der jüngeren Vergangenheit nicht immer ein glückliches Händchen mit seinen Transfers bewiesen, ist wohl kaum zu widerlegen. Last-Minute-Neuzugang Tom Boere, der treffsichere Holländer, gehört zu den vorzeigbaren Verpflichtungen, denn der 27-Jährige kommt auf acht Tore in 13 Partien. Schon bei seinen vorherigen Stationen in der niederländischen ersten und zweiten Liga hat er angedeutet, vor dem Tor ein eiskalter Vollstrecker zu sein. Dass der KFC nach dem schwachen Saisonstart jetzt nur noch drei Punkte hinter dem Relegationsplatz liegt, daran hat Boere großen Anteil.

 

Es wäre fast eine Enttäuschung gewesen, wenn dieser erfahrene Schlussmann nicht in der Rangliste der besten Transfers aufgetaucht wäre. Es war ein klares Zeichen von Hansa, den Aufstiegskeeper des SV Wehen Wiesbaden von dort loszueisen. Auch wenn der Erfolg des Vereins noch zu wünschen übrig lässt, so kann zumindest Kolke mit seinen Leistungen zufrieden sein: Der 29-Jährige hat noch keine Saisonminute verpasst und gehört mal wieder zu dem Besten der 3. Liga. Entsprechend schaffte es Kolke auch in unsere "Elf der Hinrunde".

 

Philipp Hosiners Karriere war vor allem aufgrund von gesundheitlichen Problemen fast schon gescheitert. Der einstige österreichische Nationalspieler, der vor sieben Jahren mit Austria Wien die Ösi-Bundesliga mit 27 Toren in 30 Spielen im Alleingang zerlegte, ist für Aufsteiger CFC ein absoluter Transfer-Coup: In 13 Spielen gelangen ihm neun Treffer und drei Vorbereitungen, die Siege gegen Jena und Kaiserslautern hatte er mit Doppelpacks maßgeblich mitzuverantworten. Gut möglich, dass es für den 30-Jährigen spät in der Karriere nochmals deutlich bergauf geht.

 

Er macht nicht nur Tore, sondern ist auch Charakterkopf: Der US-Amerikaner Terrence Boyd steht bei Betrachtung der Hinrunde zunächst für sein wunderbares Siegtor gegen Duisburg, ein Produkt seines geballten Selbstvertrauens. Zehn Treffer sowie sechs Vorlagen stehen insgesamt in seiner Bilanz, dazu machte der Stürmer mit selbstkritischen Interviews auf sich aufmerksam. Der Wert des 28-Jährigen kann daher nicht nur mit seinen Toren bemessen werden.

 

Und hier ist, unsere Nummer 1 der wertvollsten Neuzugänge. Ein siebenstelliger Marktwert sowie Celta Vigo aus der La Liga als abgebender Verein: Dennis Eckert Ayensa musste in der 3. Liga richtig gute Leistungen bringen, alles andere wäre eine Enttäuschung gewesen. Und er lieferte: Der Last-Minute-Transfer traf als Mittelstürmer in nur 13 Einsätze neun Mal, erzielte dabei drei Doppelpacks und bereitete noch fünf Tore vor – was für eine starke Quote! Als Garnitur ist der FC Ingolstadt seit elf Spielen ungeschlagen und grüßt vom zweiten Tabellenplatz – auch Ayensas Verdienst.

 

Weiterlesen: Die wertvollsten Neuzugänge Platz 20 bis 11

   
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