Die wertvollsten Neuzugänge: Platz 20 bis 11

Im Sommer wird verpflichtet, im Winter Bilanz gezogen: Alle Drittligisten hatten vor gut sechs Monaten ihren Kader um Neuverpflichtungen ergänzt. Wer aber schlug ein und wer konnte die Erwartungen nicht erfüllen? Wir beginnen mit zehn der zwanzig stärksten Transfers und begründen kurz, warum sich die Spieler als Stützen ihres Klubs erwiesen.

Es ist ein schwieriges Jahr für den SC Preußen, der seine Abgänge aus der Vorsaison vor allem im Mittelfeld nicht zu kompensieren wusste. Eine Ausnahme stellt Seref Özcan da: Aus der Regionalliga Nordost gekommen, beeindruckte der 23-Jährige mit seinen Dribbelfähigkeiten, der Rechtsaußen bewies aber bei sechs Torvorlagen auch ein gutes Auge. Der Lichtblick hat trotz Interesse aus der türkischen ersten Liga bereits angekündigt, in Münster zu bleiben, den Klassenerhalt erreichen zu wollen.

 

Es ist nicht ganz gewöhnlich, dass der Stammtorhüter während der Hinrunde ausgetauscht wird. In Würzburg war das so: Niederländer Eric Verstappen hatte 28 Bälle in elf Spielen aus dem Netz geholt, dann erhielt der 19-jährige Vincent Müller, gekommen aus der U19 des 1. FC Köln, seine Bewährungschance. Und er nutzte sie: In den folgenden neun Partien kassierte der FWK – auch wenn das vielleicht nicht nur an Müller lag – nur noch zwölf Gegentore. So gelingt der schwierige Schritt in den Profifußball!

 

Beim SVM hat eine kleine Revolution stattgefunden, indem auf der Sechs auf einen jungen, technisch sehr beschlagenen Spieler setzt: Florian Egerer, 21 Jahre alt, hat eher weniger mit den Abräumern zu tun, die Meppen auf dieser Position sonst beschäftigt hat. Natürlich hält ihm mit Kapitän Thilo Leugers eine zweikampfintensive Pferdelunge den Rücken frei – Egerer aber ordnet den Spielaufbau merklich und ist so ein echter Gewinn.

 

Über die finanziellen Möglichkeiten des Rekordmeisters, seine Reserve aufzurüsten, müssen wir an dieser Stelle kaum sprechen. Der Neuseeländer Sarpreet Singh kostet einen hohen sechsstelligen Betrag und debütierte bereits in der Bundesliga. Im Gegensatz zu Sturmpartner Joshua Zirkzee liegt ihm aber auch die 3. Liga so richtig: Vier Tore und sieben Vorlagen in 15 Spielen sind eine tolle Quote für den wuselige, begabten Mittelfeldspieler, der längst für die Nationalmannschaft des Inselstaats aufläuft.

 

Eine echte Entdeckung an der Wedau ist Joshua Bitter. 18 der 20 Spiele absolvierte der aus Bremen gekommene Rechtsverteidiger, der zu Beginn der Spielzeit zwei Vorlagen beisteuerte und seine Sache ansonsten bis auf ganz wenige Ausreißer rundum solide machte. Solch eine Qualität besitzen nicht viele Drittligisten auf dieser heiklen Position.

 

Für einen Aufsteiger dürfte der SV Waldhof so ziemlich alles richtig gemacht haben: Die Euphorie wurde bis zum heutigen Tag konserviert, zahlreiche Regionalliga-Spieler haben ihr Leistungsniveau der 3. Liga problemlos angepasst. Punktuell aber sind es auch die Sommertransfers, die den Erfolg begünstigen. So etwa Max Christiansen: Bei Arminia Bielefeld war der Mittelfeldspieler aussortiert worden, eine Spielklasse tiefer überzeugt er als klassischer Allrounder. Passspiel, Zweikämpfe, Spielübersicht, als Garnitur Torgefahr: Christiansen ist aus der Startelf nicht wegzudenken.

 

Bis ihn eine Knieblessur stoppte, hat Tim Rieder nach seiner Leihe vom FC Augsburg ein sehr gutes Halbjahr absolviert. Unter Daniel Bierofka erarbeitete sich der defensive Mittelfeldspieler seinen Stammplatz, gab ihn unter Michael Köllner nicht ab und wurde Anfang Dezember mit zwei Toren binnen weniger Tage sogar richtig gefährlich.

 

Satte acht Vorlagen stehen für Dominik Ernst in der Saisonbilanz – für einen Außenverteidiger ist das ein herausragender Wert. Gekommen vom Absteiger Fortuna Köln, wurde Ernst zu genau jenem Spieler, der für einen Absteiger so wichtig ist: Ernst hat nicht nur große Erfahrung in der 3. Liga, er verkörpert mit seinem Willen, seiner Robustheit und seinem Einsatz auch jene Tugenden, die an schwachen Tagen für Punkte sorgen.

 

Auch wenn Geschäftsführer Mario Kallnik gerne noch mehr von seinem Schützling sehen würde: Sören Bertram, gekommen aus der zweiten Liga von Darmstadt 98, hat seine Sache beim FCM schon ganz ordentlich gemacht. Acht Tore und zwei Vorlagen gelangen dem offensiven Mittelfeldspieler, der sich aber zu Beginn der Hinrunde auch auf beiden Flügeln sowie als hängende Spitze postierte. Nur an der Konstanz könnte der 28-Jährige noch arbeiten, das gilt aber für fast alle Magdeburger Profis.

 

Unter vielen mäßigen Transfers fiel in Großaspach in der Hinrunde vor allem Panagiotis Vlachodimos auf, der unter anderem Erfahrungen in der höchsten griechischen Liga gesammelt hatte. Seine Schnelligkeit sowie ein satter, wuchtiger Abschluss brachten ihm neun Scorerpunkte (fünf Tore, vier Vorlagen) in neun verschiedenen Spielen ein. Allerdings wurden nur zwei dieser Partien letztlich auch gewonnen.

 

   
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