Trainer-Serie #2: Meistermacher Neuhaus kann eingeholt werden

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Was die meisten Spiele angeht, ist Peter Vollmann der Rekordtrainer der 3. Liga. Geht es um gewonnene Meisterschaften in Liga drei, führt Uwe Neuhaus das Coach-Ranking an. Der jetzige Coach von Zweitligist Arminia Bielefeld ist der einzige Trainer, der schon zweimal Drittligameister wurde. Liga3-online.de blickt auf die Titel von Neuhaus zurück und stellt die beiden Trainer vor, die in der anstehenden Saison mit dem 59-jährigen Fußball-Lehrer gleichziehen können.

Mit Union Berlin erster Meister der Drittliga-Geschichte

In der ersten Saison nach Gründung der 3. Liga im Jahr 2008 holte Neuhaus mit seinem langjährigen Verein 1. FC Union Berlin souverän die Meisterschaft. Am Ende standen 78 Punkte zu Buche, Vizemeister und Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf hatte neun Zähler Rückstand. Bis 2014 war der Ex-Bundesligaprofi von der SG 09 Wattenscheid für die „Eisernen“ verantwortlich. Nach insgesamt sieben erfolgreichen Jahren trennten sich die Wege von Neuhaus und den Hauptstädtern, die in der anstehenden Spielzeit erstmals in der 1. Bundesliga am Ball sind.

Auch Dynamo Dresden führt Neuhaus zum Titel

Nach einem Jahr Pause übernahm der gebürtige Hattinger (Ruhrgebiet) im Sommer 2015 die SG Dynamo Dresden. Und auch mit den Sachsen hatte Neuhaus prompt Erfolg. Schon in seiner ersten Saison als Dresdner Coach führte er die SG Dynamo zurück in die 2. Bundesliga. Erneut wurde Neuhaus mit seiner Mannschaft mit 78 Punkten Meister und auch diesmal konnte die Konkurrenz nicht mithalten. Der zweitplatzierte FC Erzgebirge Aue beendete die Spielzeit mit acht Zählern weniger. Über drei Jahre war Neuhaus für den Traditionsverein tätig, im August 2018 endete die Zusammenarbeit. Seit Dezember betreut er nun Arminia Bielefeld – und das äußerst erfolgreich. Neuhaus übernahm die Ostwestfalen auf Platz 14 und führte sie auf Rang sieben. Ob er mit Bielefeld in der nächsten Saison sogar oben mitmischen kann?

Lieberknecht und Härtel können Meisterrekord einstellen

Von den anderen neun Trainern, die jeweils einmal Drittliga-Meister wurden, sind aktuell nur zwei bei einem Drittligisten im Amt. Lediglich Torsten Lieberknecht (MSV Duisburg) und Jens Härtel vom F.C. Hansa Rostock haben die Chance, den Meisterrekord von Uwe Neuhaus in der nächsten Saison einzustellen und sich ihren zweiten Drittliga-Titel zu sichern.

Lieberknecht wurde mit seinem Herzensverein Eintracht Braunschweig 2011 Drittligameister. Zwei Jahre später stieg er mit der Eintracht sogar in die 1. Bundesliga auf, es ging aber direkt wieder runter. Nach vielen Jahren in der 2. Liga folgten 2018 der schmerzhafte Abstieg in die 3. Liga und der emotionale Abschied von Lieberknecht. Auch mit seinem neuen Verein MSV Duisburg musste der 45-Jährige nun den Gang in Liga drei antreten. Bei den „Zebras“ wird nach dem Abstieg eine neue Ära mit vielen Nachwuchsspielern eingeleitet. Wir dürfen gespannt sein, wohin der Weg des „neuen“ MSV führen wird.

Härtel und Rostock rüsten auf

Dass der F.C. Hansa Rostock den Aufstieg in die 2. Bundesliga anpeilt, ist seit längerem klar. Schon in der letzten Saison hatte der Klub ambitionierte Ziele, es sprang aber nur Platz sechs heraus. Gemeinsam mit Trainer Jens Härtel, der weiß, wie man in der 3. Liga Meister wird, soll die Rückkehr in die 2. Liga nun gelingen. Der vor wenigen Tagen 50 Jahre alt gewordene Fußball-Lehrer holte den Titel in der Saison 2017/18 mit dem 1. FC Magdeburg.

Für die neue Saison rüstet der F.C. Hansa ordentlich auf. Bereits neun Neuzugänge präsentierten die Rostocker – das ist aktuell Spitzenwert in der 3. Liga. Die vielen neuen Spieler sind bei – Stand jetzt – 14 Abgängen aber auch notwendig. Es gibt in Rostock erneut einen größeren Umbruch, in den letzten Jahren war das ähnlich. Dass das nicht unbedingt förderlich für den sportlichen Erfolg ist, hatte auch Ex-Trainer Pavel Dotchev im Interview mit liga3-online.de erklärt. Was aus der hohen Fluktuation diesmal resultiert? Sollte es der Meistertitel sein, haben wir nächstes Jahr zwei Meister-Rekordtrainer in der 3. Liga.

   

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