Dotchev im Interview: "Viktoria Köln in der 3. Liga etablieren"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Pavel Dotchev, neuer Trainer bei Viktoria Köln, über die letzten Monate ohne Verein, seinen neuen Job und die anstehende Saison, in der er Rekordtrainer in der 3. Liga werden könnte.

"Cottbus war ein warnendes Beispiel"

liga3-online.de: Sie sind neuer Trainer beim Aufsteiger FC Viktoria Köln. Lange hat es ja nicht gedauert, bis Sie einen neuen Job gefunden haben, Herr Dotchev!

Pavel Dotchev: Das stimmt. Es gab auch schon während der jetzt abgelaufenen Saison Angebote aus der 2. und 3. Liga, die aber nicht das Richtige für mich waren. Mit den Vereinsverantwortlichen der Viktoria hatte ich dann sehr gute Gespräche. Ich verfolge die Entwicklung des Klubs schon sehr lange, war ja nach der Amtszeit von Claus-Dieter Wollitz im Dezember 2014 schon einmal kurz vor einem Wechsel nach Köln. Die Nähe zu Paderborn, der Heimat meiner Familie, ist ein schöner Nebeneffekt.

Wie haben Sie die letzten Monate ohne Verein verbracht?

Ich war viel in den Stadien der 2. und 3. Liga unterwegs und habe mir zahlreiche Spiele angeschaut. Ganz ohne Fußball hätte ich es nicht ausgehalten. (lacht)

Wann legen Sie mit der Arbeit los?

Trainingsstart ist bereits am 11. Juni. Wir legen früh los, weil wir uns mit einer neuen Mannschaft und einem neuen Trainer auf eine Saison in einer neuen Liga intensiv vorbereiten müssen. Aber auch in den nächsten Tagen steht schon einiges an. Wir werden viele Gespräche mit Spielern führen und die Kaderplanung weiter vorantreiben.

Die Viktoria hat im siebten Anlauf den Aufstieg in die 3. Liga geschafft, die Erleichterung war nach dem 1:0-Erfolg am letzten Spieltag gegen die U 23 von Borussia Mönchengladbach riesig. Haben Sie die Partie gesehen?

Die letzten Saisonspiele der Viktoria habe ich alle verfolgt. Es war ein spannendes Saisonfinale in der Regionalliga West, nachdem Rot-Weiß Oberhausen noch einmal herankam. Nach so vielen Versuchen in den letzten Jahren hat sich die Viktoria den Aufstieg in die 3. Liga redlich verdient. Ich freue mich, dass ich den Weg des Vereins ab sofort mitgehen kann.

Sie kennen die 3. Liga in- und auswendig. Wohin kann es für Viktoria Köln gehen?

Für uns wird erst einmal wichtig sein, uns in der Liga zurechtzufinden. Ziel sollte es sein, den Verein in den nächsten Jahren in der 3. Liga zu etablieren. Um das zu schaffen, müssen wir den Kader punktuell verstärken. Der direkte Wiederabstieg des FC Energie Cottbus war ein warnendes Beispiel. Das Team ging ohne große Veränderungen von der Regionalliga in die 3. Liga und ist schlussendlich gescheitert – wenn auch nur sehr knapp.

 

"Bin ambitioniert"

Wissen Sie eigentlich, was am 28. Spieltag der Saison 2019/20 passieren könnte?

Ich habe jetzt kurz überlegt, weiß aber nicht, worauf sie hinauswollen. Klären Sie mich auf. (lacht)

Sie könnten alleiniger Rekordtrainer der 3. Liga werden! Dann hätten Sie Peter Vollmann, der 27 Partien mehr auf dem Konto hat (237) und derzeit vereinslos ist, überholt.

Ach, wirklich? Das höre ich jetzt tatsächlich zum ersten Mal. Dass ich schon so viele Partien auf dem Buckel habe, spricht dafür, dass ich mittlerweile alt bin. (lacht) Bei der Altherrenmannschaft des SC Paderborn 07 musste ich zuletzt schon feststellen, dass ich der älteste Spieler auf dem Feld bin. Der Älteste bei den Alten Herren! Aber Spaß beiseite: Der Rekord wäre natürlich eine schöne Sache und würde mich extrem stolz machen. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass Peter Vollmann bis dahin auch wieder einen Trainerjob in der 3. Liga hat und mir einen Strich durch die Rechnung macht. (lacht)

Die 3. Liga ist so etwas wie ihr zweites Zuhause, oder?

Das könnte man meinen, wenn man sich meine Vita anschaut. Ich werde auch überall als Drittliga-Spezialist abgestempelt. Womöglich bin ich das auch. Das heißt aber nicht, dass ich nicht noch einmal höher hinaus will. Ich bin ambitioniert und würde sehr gerne wieder in der 2. Bundesliga arbeiten. Mit Viktoria Köln verfolge ich aber jetzt erst einmal andere Ziele. Wir wollen eine erfolgreiche Saison spielen und frühzeitig den Klassenverbleib sicherstellen.

   

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