Kommentar: Schmidts Suspendierung die logische Konsequenz

Nun also doch: Der SC Preußen Münster zieht die Reißleine! Der stellvertretende Kapitän der Adlerträger, Dominik Schmidt, wurde am frühen Mittwochabend wegen seiner Äußerungen und seines Verhaltens in der Öffentlichkeit vom Trainings- und Spielbetrieb freigestellt. Es ist die logische Konsequenz in einem Konflikt, der sich in diesen Tagen zugespitzt hatte und schon seit Monaten schwelte. Fakt ist: Der Innenverteidiger des SCP ist eine Reizfigur und polarisiert. Der 27-Jährige, der seit Wochen an einer Sprunggelenksverletzung laboriert, geriet im Oktober 2014 im Training mit Teamkollegen Mehmet Kara aneinander, bemängelte vor ein paar Wochen die Bodenverhältnisse im Stadion und auf dem Trainingsplatz und beklagte nach der Niederlage in Halle die fehlende Unterstützung seitens der Preußen-Fans.

Denkbar ungünstigster Zeitpunkt für einen Send-Besuch

Nun der Send-Ausflug nach der Derby-Pleite in Bielefeld – eine Fügung unglücklicher Umstände. Für einen Profi in Münster dennoch sicherlich der denkbar ungünstigste Zeitpunkt, sich auf einer Kirmes blicken zu lassen. Es war einfach zu naiv von Schmidt, sich auf ein Gespräch mit der Ultra-Szene Preußens einzulassen, die die Derby-Niederlage noch vor Augen und die verkorkste Rückrunde im Nacken vermutlich feucht-fröhlich ‚begießen‘ wollten. Er musste damit rechnen, dass seine Gegenüber nach den Vorkommnissen und den vergangenen Äußerungen nicht unbedingt positiv auf ihn reagieren. Doch anstatt Gras über die Sache wachsen zu lassen, beklagte Schmidt am Tag darauf öffentlich noch einmal seinen Unmut gegenüber der Anhängerschar. Das Team werde von der 5. bis zur 90. Minute nur ausgepfiffen, wo man doch erwartet, dass man in genau dieser Zeit immer besser werde… . Eine Unwahrheit. Preußens Fans sind Kummer gewohnt und leidgeplagt – und das schon seit Jahren. Ein konsequentes fast 90-minütiges Auspfeifen hat bis dato aber selbst das alt ehrwürdige Preußenstadion noch nicht erlebt. Laut Schmidt darf dies auch erst nach Abpfiff passieren, so wie es in Liga eins und zwei üblich sei. "Da sind die Fans auch sauer auf ihre Mannschaften – aber erst nach dem Spiel, wenn es nicht klappt“, so der 27-Jährige. Ein zweifelhafter Vergleich oder doch einfach nur Naivität? "Dominik Schmidt stellt sich die Sinnfrage" hieß es am Montag weiterhin: Er werde sich überlegen, ob er überhaupt noch für die Preußen auflaufe. Diese Entscheidung nahm ihm dann der Verein am Mittwochabend ab. Der Vertrag des Innenverteidigers bei den Preußen endet offiziell im Juni 2016. Dass er noch einmal zum Einsatz kommt, ist eher unwahrscheinlich.

 

   
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