Fünf Fragen: Das erwartet uns am 26. Spieltag

Jetzt wird es in der 3. Liga richtig spannend – zumindest beim Kampf um den dritten Platz. Der SV Wehen Wiesbaden, der Karlsruher SC und Hansa Rostock befinden sich nur noch einen Punkt voneinander entfernt, Rostock hat ein Nachholspiel als Trumpf. Nun will das Trio vor eigenem Publikum die leidige Pflicht erfüllen.

Der 26. Spieltag

Leidige Pflicht? Hansa hat einen Brocken vor sich. Der 1. FC Magdeburg will an der Ostsee seine Ambitionen stärken, ein Auswärtssieg wäre der vielleicht entscheidende Schritt zum Aufstieg. Spitzen-Kontrahent Paderborn empfängt mit Würzburg ebenfalls einen unbequemen Gegner, die vielzitierte Reifeprüfung kann der Sportclub dort ablegen. Im Tabellenkeller ist die Lage derweil festgefahren. Erfurt könnte im Derby bei Carl Zeiss Jena einen weiteren schweren Schlag einstecken, während Chemnitz als Außenseiter beim KSC Boden gutmachen will. Und die Sieglos-Amateure von Werder Bremen? Die wagen ihren 22. Anlauf am Freitagabend bei Fortuna Köln.

Frage 1: Wer gewinnt das Duell der Giganten?

Keine Frage, es ist ein Duell der Drittliga-Giganten, wenn Hansa Rostock und der 1. FC Magdeburg am Samstag vor ausverkauftem Haus im Ostseestadion aufeinandertreffen. Noch besser aus Sicht der beiden Vereine macht es die Tatsache, dass jeder der großen Ostvereine ein gewichtiges Wort um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitspricht. Magdeburg hat zuletzt bei Werder Bremen II drei wichtige Punkte geholt. Rostock hingegen zeigte eine der schwächsten Leistungen dieser überdurchschnittlichen Spielzeit und musste zurecht ohne Zählbares aus Münster zurückreisen.

Jetzt kommt das Spitzenspiel mit seinen Geschichten. Eine davon wird Dennis Erdmann sein, ein Leistungsträger beim FCM – und bis in den vergangenen Sommer noch Teil der Kogge. Magdeburg fehlt unterdessen Björn Rother, der in bester Erdmann-Manier bereits seine zehnte gelbe Karte der Saison kassiert hat und nun pausieren muss. Rostock will derweil "geradliniger und einfacher spielen", sagte Trainer Pavel Dotchev kürzlich. Gegen einen 1. FC Magdeburg, der bekannterweise nicht viele Chancen für einen Treffer benötigt, muss allerdings auch die Defensive wieder auf den Punkt fit sein.

Frage 2: Findet der SV Wehen Wiesbaden gegen Halle wieder in die Spur?

Noch immer ist der SV Wehen Wiesbaden Dritter in der Tabelle. Aber der Vorsprung auf die Verfolger ist in sich zusammengesackt – keines der vergangenen drei Spiele haben die Hessen gewinnen können. Waren das 1:1 gegen Karlsruhe und das 2:2 gegen Bremen aufgrund ihres Verlaufes noch gefühlte Siege, so holte spätestens die 0:1-Pleite in Köln, es war wieder eine wenig berauschende Leistung, alle Träumer auf den Boden zurück. Gegen den Halleschen FC ist wieder ehrliches Drittliga-Handwerk gefragt, nicht mehr und nicht weniger. Die Saalestädter sehen sich übrigens in einigen Wochen allen drei aktuellen Absteigern auf den Plätzen 18 bis 20 gegenüber. Sie sind gut beraten, bis dahin noch den einen oder anderen Punkt zu sammeln, um im März keine böse Überraschung zu erleben…

Frage 3: Kann Würzburg Paderborn ein Beinchen stellen?

Wie hat sich der SC Paderborn zu einem Spitzenteam mausern können? Es ist wohl ein Mix aus allem. Den Rahmenbedingungen, der homogenen Mannschaft, einem Trainer, der ein absoluter Glücksgriff ist. Aber auch die Erlebnisse der Hinrunde spielen eine Rolle – und eines davon datiert aus dem Hinspiel, als die Ostwestfalen einen 2:0-Vorsprung kurz vor Schluss erst verspielten, dann doch noch in einen Auswärtssieg drehten. Mittlerweile hat sich Würzburg gefangen, wird am Ende der Spielzeit irgendwo im vorderen Mittelfeld jenseits von Gut und Böse enden. Bislang holten sie auswärts überdurchschnittliche Ergebnisse, Paderborn ist also gewarnt. Bislang lief die Rückrunde für den aktuellen Zweiten nicht optimal. Nun muss er seine Rolle als Gejagter erfüllen.

Frage 4: Stürzt Carl Zeiss Jena seinen Erzrivalen in die vorzeitige Insolvenz?

Das Geraune um Rot-Weiß Erfurt wird immer lauter. Seit der 0:1-Niederlage gegen den VfR Aalen, die die Thüringer zurück auf den Boden der Tatsachen befördert hat, werden die Stimmen rund um eine vorzeitige Insolvenz wieder lauter. Wie sollen zehn, mit Punktabzug elf Zähler Rückstand bei noch 13 verbleibenden Spielen aufgeholt werden? Erfurt bräuchte eine Siegesserie, die mit den vorhandenen Möglichkeiten, mit der Qualität in der Mannschaft schlichtweg nicht möglich ist.

Carl Zeiss Jena kann das mit Schadenfreude betrachten, sie sind mit einem Investor fein raus. Nicht jeden wird es im Paradies freuen, wenn der Derby-Gegner in der Regionalliga verschwindet. Dennoch zählen am Sonntag die eigenen drei Punkte, Jena muss sein eigenes Fell retten. Wie gut, dass die Zimmermann-Elf bislang nur ein Heimspiel verloren hat. Die Zeichen für eine Hinspiel-Revanche, damals hieß es 1:0 für Erfurt, stehen gut.

Frage 5: Stellt der Chemnitzer FC die Statistik auf den Kopf?

Karlsruhe gegen Chemnitz – das Duell kann nur einen Sieger finden. Eigentlich. Der KSC hat aus zwölf Heimspielen neun Siege und drei Remis gezogen, erst fünf Gegentore kassiert. Chemnitz ist in der Auswärtstabelle Letzter, hat fünf Pünktchen geholt und satte 33 Gegentreffer kassiert, im Durchschnitt sind das deutlich mehr als zwei pro Begegnung. Simple Frage: Können sich die Himmelblauen gegen die Dunkelblauen vom Rhein und gegen die ernüchternde Statistik wehren und mindestens einen Zähler holen? Ein unverhoffter Auswärtssieg würde den Rückstand auf die Nichtabstiegsplätze in jedem Fall auf maximal vier Punkte verringern. Wenn das kein Anreiz ist…

   
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