Finanzlage 3. Liga: DFB kritisiert "Wettrüsten" der Vereine

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Die finanzielle Lage der 3. Liga bleibt umstritten. In der "Abendzeitung" wirft der DFB den Vereinen ein "Wettrüsten" vor – und erteilt der Idee, die 3. Liga in die DFL einzugliedern – eine Absage.

Kritik an den Vereinen

Die Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison sind beim DFB längst eingegangen, der Kampf um das Überleben in der 3. Liga geht dennoch weiter. Die Kritik am Deutschen Fußball-Bund, unter dessen Dach die Liga organisiert ist, häufte sich zuletzt auch seitens der Vereine. Teils im scharfen Tonfall.

Gegenüber der Münchener "Abendzeitung" reagiert der DFB mit Verständnis auf die Finanzdebatte: "Wir sind uns bewusst, dass die Rahmenbedingungen in der 3. Liga herausfordernd sind." Gleichzeitig betonte ein DFB-Sprecher aber, dass es "zahlreiche Beispiele" aufzuzeigen gäbe, "positive Ergebnisse erzielt werden können". Dazu müssten lediglich die Rahmenbedingungen eines Klubs "halbwegs zur 3. Liga passen."

Die schwierige Komponente sei vielmehr eine andere: "Zur Realität gehört aber auch, dass sich einige Klubs am 'gegenseitigen Wettrüsten' in den Spielerkader beteiligen und damit hausgemachte Risiken eingehen." Die Vermarktung der zentralen Ligarechte bringen rund 25 Millionen Euro ein, die an die Klubs verteilt werden. In dieser Saison kassiert jeder Klub 1,28 Millionen Euro. "Im internationalen Vergleich liegt die 3. Liga in Deutschland neben England auf einer absoluten Spitzenposition", erklärt der DFB-Sprecher, der auch darauf verweist, dass in anderen Profi-Sportarten nicht einmal in den ersten Ligen solch hohe Gelder ausgeschüttet werden.

3. Liga unter DFL-Dach? "Steht nicht zur Debatte"

Mit durchschnittlich acht Millionen Euro sei die wirtschaftliche Ausstattung der Drittligisten ausreichend gegeben, "um Profisport unter den gegebenen infrastrukturellen Anforderungen anzubieten", heißt es weiter. Demnach seien die Klubs in der Verantwortung, das gesteigerte Interesse an der 3. Liga besser zu vermarkten. "Mehr Geld würde sicherlich jedem Klub gut zu Gesicht stehen, nicht nur in der 3. Liga", schloss der DFB-Sprecher ab, der Forderungen nach mehr Geld jedoch für nicht realistisch hält.

Unterhachings Präsident Manfred Schwabl hatte vor kurzem vorgeschlagen, die 3. Liga in die DFL einzugliedern, die immerhin 1,5 Milliarden Euro an TV-Geldern einnimmt. Nur drei Prozent davon, so Trainer Claus Schromm, entsprächen immerhin schon 45 Millionen Euro für die 3. Liga. "Wir sehen unsere Aufgabe darin, nach umsetzbaren Lösungen zu suchen", so der DFB. Eine Eingliederung der 3. Liga in die DFL stünde demnach "nicht zur Debatte", heißt es. "Der DFB hat gerne die Trägerschaft der 3. Liga inne."

   
  • Nico

    Wenn die Drittligavereine höhere Etats haben als Bundesligisten im
    Basketball, Handball, American Football, Eishockey usw., dann sollten
    sie damit eigentlich schon über die Runden kommen können. Der eigentliche Wahnsinn ist m.E. weniger eine zu geringe Finanzierung der 3. Liga, sondern die grotesken Summen, die in der Bundesliga, Champions League und den europäischen Top-Ligen im Umlauf sind. Die sind für den Profifußball insgesamt ungesund. Da wäre eine Eingliederung der 3. Liga in die DFL schon sehr sinnvoll, die die Möglichkeit eröffnen würde, diese irrealen Summen wenigstens etwas umzuverteilen. Man könnte sich in allen drei Ligen auch mal ein Beispiel an den Etat- und Gehaltsobergrenzen nehmen, die es (ausgerechnet!) im US-Profisport-System gibt.

  • Ahu

    "…erklärt der DFB Sprecher, der auch drauf verweist, dass in anderen Profi-Sportarten nicht einmal in den ersten Ligen solch hohe Gelder ausgeschüttet werden."

    Also bei dieser Aussage erschließt sich mir der Sinn nicht. Natürlich ist die Aussage korrekt. Aber andere Sportarten sind eben auch nicht von der Bekanntheit und dem Interesse mit dem Fußball zu vergleichen. Natürlich ist beispielsweise der Rudersport vom medialen Interesse in keinster Weise mit dem Fußball vergleichbar. Somit ist diese Aussage in dem Zusammenhang sinnlos.

  • Sterneneisen

    So ungern ich dem DFB zustimme: Hiermit haben sie absolut recht. Vereine bieten Gehälter, die sie nicht bezahlen können und hoffen dann, dass es sich mit dem Aufstieg auszahlt. Denselben Fehler hat "mein" HFC auch gemacht – und ist damit auf die Nase gefallen. Allerdings hat man hier zügig ein Konzept erarbeitet, und die Fans/Sponsoren haben den Fehlbetrag beglichen, ansonsten hätte man jetzt 2 mio. Schulden statt der damaligen 500000. Mittlerweile werden diese Schulden noch abgebaut, was sehr zu begrüßen ist. Hoffentlich gibt es diesbezüglich bald ein Umdenken ALLER Vereine.

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