Drittligisten kassieren ab 2018/19 mehr Geld

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© Flohre

Noch immer ist die Kluft zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga groß, ab der kommenden Saison wird sie zumindest etwas kleiner.

Künftig 1,28 Millionen Euro

Statt der bisher rund 937.000 Euro erhöhen sich die Einnahmen aus TV-Geldern, zentraler Vermarktung (bwin, einheitlicher Spielball) und Nachwuchsförderung mit Beginn der Saison 2018/19 auf 1,28 Millionen Euro pro Verein – das wurde im Rahmen eines Hintergrundgesprächs zur 3. Liga bekannt. Vor allem der feste Einstieg der Telekom macht sich künftig auf den Konten der Vereine bemerkbar. Zum Vergleich: In der Premierensaison 2008/09 kassierte jeder Verein nur rund 540.000 Euro aus den Vermarktungserlösen. Klar ist aber auch: Große Sprünge sind trotz der Rekordsumme nicht möglich.

"3. Liga nicht als natürliches Zuhause"

Dennoch streben auch in der kommenden Spielzeit zahlreiche Drittligisten den Aufstieg in die 2. Bundesliga an, wo mindestens 6,7 Millionen Euro aus dem TV-Topf der DFL winken. Die Sehnsucht nach dem Bundesliga-Unterhaus sei laut Michael Schwetje, Geschäftsführer von Fortuna Köln, das Grundproblem der Liga: "Viele Vereine akzeptieren die 3. Liga nicht als natürliches Zuhause, sondern nur als Durchgangsstation." Mindestens 14 Klubs, schätzt Schwetje, "wollen die 3. Liga so schnell wie möglich nach oben verlassen – und gehen dafür teilweise große Risiken ein." Zu viele Drittligisten würden mehr ausgeben als sie einnehmen, mahnt Schwetje. Doch wer über seine Verhältnisse lebe, so der Fortuna-Geschäftsführer weiter, müsse über "kurz oder lang" die Konsequenzen tragen.

Allein in dieser Saison meldeten mit Rot-Weiß Erfurt und dem Chemnitzer FC zwei Vereine Insolvenz an. Eine Entwicklung, mit der auch der DFB nicht gerechnet hatte: "Die Insolvenzen haben mich überrascht, sie waren in den Wochen zuvor nicht erkennbar", so der für die 3. Liga zuständige Vizepräsident Peter Frymuth. Der DFB könne im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens immer nur die Liquidität für die laufende Saison prüfen. Bei hohen Verbindlichkeiten seien dem Verband aus rechtlichen Gründen die Hände gebunden.

Financial Fairplay in Arbeit

Um nachhaltig arbeitende Vereine zu belohnen, arbeitet der DFB momentan an einem Financial Fairplay. "Es sollen die Vereine belohnt werden, die vernünftig wirtschaften und planen", erklärt DFB-Direktorin Heike Ullrich. Wie genau das Financial Fairplay aussehen soll, ist aber noch offen. Zusätzlich prüft der DFB, inwieweit das Lizenzierungsverfahren optimiert werden kann.

Ob der feste Einstieg der Telekom auch Auswirkungen auf den Spielplan der 3. Liga haben wird, ließ der DFB noch offen. Bisher gebe es noch nichts Spruchreifes, hieß es auf Anfrage. Im Raum steht, dass einige Spiele künftig am Montagabend ausgetragen werden sollen. Bestätigt ist das aber noch nicht.

 

   
  • playerred

    Lieber ein Montagsspiel der 3. Liga im TV, als ein Bundesligaduell aus dem Keller,
    die Insolvenzen kann der DFB nicht vorhersehen, da die eingereichten Lizenz-Unterlagen
    das nicht hergeben, die werden doch immer noch ohne Finanzkontrolle erstellt, wenn die 2 Mios
    an Guthaben reinschreiben, dann muß das der DFB glauben, auch wenn sie nur einmal für nen Tag auf dem Konto gelegen haben

  • Thomas

    Montagsabend Spiele sind total unnötig. Lieber weniger Geld vom TV, aber dafür Samstags oder Sonntags spielen.

  • Gabba

    Irgendwie hat er ja recht man kann nicht immer die 3. Liga als Grund für die finanzielle Schieflage angeben.
    Ich hoffe aber das die montagsspiel gedankenspiele bleiben.

  • thale

    wie verlogen ist dieser DFB eigentlich? Von wegen waren die Insolvenzen bis vor kurzem nicht erkennbar? Das haben schon Leute vor einen Jahr und länger kommen sehen.

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