Haching-Boss Schwabl fordert DFL-Eingliederung der 3. Liga

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Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, ist ein Mann der klarten Worte. In einem Interview mit der "SportBild" fordert der 52-Jährige nun die Eingliederung der 3. Liga unter das Dach der DFL.

"Zwischen Profiligen und Amateurfußball"

Seit 2012 ist Schwabl Präsident der Hachinger, die sportliche Attraktivität der 3. Liga ist seither zweifelsohne gestiegen. Doch finanziell kämpfen viele Teilnehmer Jahr für Jahr um das nackte Überleben. "Die 3. Liga hängt mittendrin zwischen Profiligen und Amateurfußball, eingequetscht wie ein Meniskus", sieht Schwabl den Kern der Problematik im allgemeinen Zustand der 3. Liga.

Es sei schwierig, Lösungen zu bewerkstelligen, aber für Schwabl gibt es nur zwei Alternativen: "Entweder man muss raus aus dem DFB in die DFL. Oder man muss innerhalb des DFB an Wert gewinnen." Seine Gedanken gehen dabei weit über das Wohlbefinden der Unterhachinger hinaus, vielmehr spricht Schwabl für sämtliche Klubs der Drittklassigkeit. "In Fußball-Deutschland muss man einfach mal kapieren: Es gibt nicht nur Fußball mit elf gegen elf, die Klubs sind mittlerweile kleine Wirtschaftsunternehmen", führt der 28-Jährige seine Kritik weiter aus, denn dass die finanziellen Voraussetzungen für diesen Wettbewerb kaum stemmbar sei, läge auch am bisherigen System.

Drittligisten über ihren Verhältnissen?

Die größte Kluft zwischen der 2. Bundesliga und der 3. Liga entsteht bei den TV-Geldern. Obwohl die Spielzeit 2018/19 auf eine Rekordzuschauerzahl zusteuert, erhält jeder Klub nur 800.000 Euro aus Fernseheinnahmen. "Ich kann nicht beurteilen, ob die 3. Liga zu billig verkauft wird. Ich weiß ja auch nicht, ob die 2. Liga den Wert hat, den sie an TV-Geld bekommt", will sich Schwabl nicht im bürokratischen Akt der Finanzverteilung festlegen. Aber: "Es kann nicht sein, dass ein Drittligist, der fast identische finanzielle Verpflichtungen mit Ausnahme der Spielergehälter hat, ein Zehntel des TV-Geldes eines Zweitligisten bekommt."

Gegensprecher dieser Aussage werden behaupten, dass ein Drittligist eben nicht über seinen Verhältnissen leben dürfe. Dem würde vermutlich jeder Verantwortliche in der Theorie zustimmen, problematisch wird es in der Praxis: Solange nicht jeder Verein konsequent mitziehen würde, gäbe es immer Vereine, die sich zwar brav in ihrem Rahmen bewegen, aber dadurch ihre Wettbewerbsfähigkeit aufgeben würden. "Viele Klubs bauen aber auf ältere, erfahrene Spieler statt auf junge, weil sie glauben, das erhöht ihre Chance auf wesentlich mehr TV-Geld in der 2. Liga", sieht auch Schwabl die logischen Automatismen, die mittlerweile in der 3. Liga greifen.

Schwabls Forderung: Von DFB zur DFL

"Die 3. Liga ist eine richtig geile Liga, in der wir uns sportlich pudelwohl fühlen. Aber wir müssen wirtschaftlich raus, sonst überleben wir es nicht!", so Schwabl. Obwohl die Hachinger zu den Mannschaften gehört, die vermehrt auf den eigenen Nachwuchs setzt, dürften die Oberbayern genauso wenig auf Rosen gebettet sein, wie viele andere Klubs. Mit dem Chemnitzer FC und Rot-Weiß Erfurt gingen letztes Jahr zwei Vereine in die Insolvenz, bei dem aktuellen Lizenzierungsverfahren zittert unter anderem der 1. FC Kaiserslautern.

"Es kann doch nicht das Ende vom Lied sein, dass die Drittligisten permanent ums Überleben kämpfen und die jungen Spieler auf der Strecke bleiben, weil der finanzielle Druck zu groß ist", zieht Schwabl daher sein persönliches Fazit aus der allgemeinen Situation der Drittligisten. Für den 52-Jährigen, wäre die "gescheiteste Lösung" daher wohl ein Wechsel der "3. Profiliga" vom DFB zur DFL – dort, wo auch die 1. und 2. Bundesliga gemanagt wird.

   
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