Alles, was ihr zum 24. Spieltag wissen müsst

Wir sind mitten in der Rückrunde angekommen, es kribbelt, die Spannung nimmt zu. Zwar reihen sich vor allem im letztlich weniger bedeutsamen Mittelfeld die Klubs Punkt an Punkt, doch wer jetzt Fahrt aufnimmt, der kann noch oben angreifen – und wer umgekehrt anfängt zu kriseln, der wird noch in den Abstiegskampf geraten. Wir schauen auf Spieltag 24 und seine heißesten Duelle.

Die Ausgangslage

Zuletzt hatte die Tabellenspitze das Tempo angezogen, jetzt ließ sie es bedeutend gemächlicher angehen: Keines der fünf Topteams konnte sein Spiel am vergangenen Wochenende gewinnen – für solche Konstellationen ist die 3. Liga mittlerweile berüchtigt. Dennoch kann gerade Spitzenreiter MSV Duisburg auf einen beruhigenden Vorsprung von sechs Punkten auf den vierten Rang schauen, dahinter wird es enger. Aufschließen konnte bislang aber auch kein neuer Klub, es ist Stand jetzt ein Vierkampf mit Ingolstadt, Unterhaching und Aufsteiger Waldhof.

Hinter dem Mittelfeld – gegenwärtig trennen Rang 5 und Rang 13 nur vier Punkte – beginnt ab dem 14. Platz das Gefecht um den Ligaverbleib. Darunter ist mit dem 1. FC Magdeburg auch ein recht prominenter Vertreter, der noch ausreichend Zeit besitzt, die Spielzeit versöhnlich zu beenden. Einfacher macht es gewiss ein Sieg gegen den Chemnitzer FC, über das Szenario einer vierten Heimpleite in Folge sollte der FCM besser überhaupt nicht nachdenken.

 

Was sonst passiert ist

Nach nur drei Spielen hat sich die SG Sonnenhof Großaspach von seinem Trainerduo Mike Sadlo und Heiner Backhaus getrennt. Nach der 0:6-Klatsche gegen Würzburg sei das Verhältnis zwischen Trainer und Mannschaft "nachhaltig gestört" gewesen, erklärte der Klub. Das Trainer-Experiment ist damit krachend gescheitert.

Auf Sicht soll das Stadion an der Grünwalder Straße, Heimspielstätte von 1860 München, umgebaut werden, auch um dem hohen Zuschauerandrang gerecht zu werden. Das Problem: Wohin soll Sechzig dann umziehen? Nun hat mit der SpVgg Unterhaching ein "Stadtnachbar" sein Nein dazu gegeben, als Ausweichspielstätte zu dienen, auch Ingolstadt scheint aus dem Rennen.

 

Vier Spiele im Fokus

Die letzte Ruhe vor dem Sturm? 1. FC Magdeburg gegen den Chemnitzer FC

Jetzt kann keiner mehr vertröstet werden: In Magdeburg wurde so viel Frust auf die schlechte Seite der Waage geladen, dass jedes weitere Negativerlebnisse die Grundstimmung im Umfeld kippen lassen würde. Das Heimspiel gegen den Chemnitzer FC, es gibt aus der Vergangenheit so viele Beispiele, ist dafür allerdings wie gemacht. Denn das Selbstverständnis des FCM muss sein, die Himmelblauen mindestens dreckig, besser aber noch überzeugend zu besiegen. Die Gäste werden sich mit dem Formhoch im Rücken aber in ihrer Rolle äußerst wohlfühlen. Ihnen fehlt allerdings Torjäger Philipp Hosiner gelbgesperrt – dafür brauchen die Sachsen einen Plan B. Klar ist: Ein Erfolg ließe Chemnitz am FCM vorbeiziehen. Und völlig unwahrscheinlich ist dieses Szenario angesichts des hohen Drucks, der auf den Hausherren lastet, nicht.

Traditionsteams unter Zugzwang: Eintracht Braunschweig gegen den 1. FC Kaiserslautern

Im Duell der ehemaligen Deutschen Meister geht es um viel: Braunschweig tritt trotz des Fortschritts beim 1:1-Remis in Duisburg auf der Stelle und muss in die Gänge kommen, ehe an der Spitze zwei, drei Klubs enteilen. Kaiserslautern hat seine Stärkephase von vor der Winterpause nicht konservieren können und trotz drei drückend dominanter Vorstellungen gegen die Abstiegskandidaten Großaspach und Münster sowie auswärts beim Tabellenzweiten Ingolstadt nur zwei von neun möglichen Zählern holen können. Die Auswirkungen sind gravierend: Bei effizienterer Spielweise stünden die Roten Teufel jetzt punktgleich mit Waldhof Mannheim auf den vierten oder fünften Platz – so ist es aktuell nur Rang 13, die letzten Aufstiegshoffnungen sind fast schon abgehakt. Für mindestens einen Traditionsverein wird es unruhig weitergehen, vor allem beim spielerisch zuletzt wenig konstanten BTSV wartet das Umfeld auf eine überzeugende Vorstellung.

Verfolgerduell im Norden: SV Meppen gegen 1860 München

Eine der weitesten Auswärtsreisen des Jahres tritt der TSV 1860 am Samstag an: Fast 1.500 Kilometer Gesamtstrecke werden die Fans aus dem Süden Bayerns nach Niedersachsen zurücklegen – bei besserem Wetter lohnt sich da fast ein Abstecher an die Nordsee. Vorher aber kämpfen die beiden mit 34 Punkten ausgestatteten Verfolger darum, wer in den kommenden Wochen den dritten Platz jagen darf. Sowohl der SVM als auch die Münchner Löwen haben dabei den Vorteil, ohne jeden Druck aufspielen zu können – der Aufstieg ist keine Pflicht, die Ansätze einer Überraschungsmannschaft sind aber gleichwohl vorhanden. Besonders im Fokus steht wieder einmal Meppens Angreifer Deniz Undav, der in Magdeburg seine Mini-Torflaute beendete. Sascha Mölders, der für 1860 beim 1:1 gegen Waldhof beste Chancen nicht nutzte, wird derweil auf persönliche "Wiedergutmachung" drängen.

Endet das HFC-Tief? Bayern München II gegen den Halleschen FC

Schon bei der 1:2-Niederlage im Hinspiel ärgerte der Bayern-Nachwuchs den Halleschen FC gehörig, jetzt aber könnte ein weiteres Negativerlebnis Folgen haben: Bislang ist das Jahr 2020 wie verflucht für die Saalestädter. Vier Pflichtspiele endeten allesamt in Niederlagen, darunter auch das Landespokalspiel bei Germania Halberstadt. Die Qualifikation für den DFB-Pokal ist damit ebenso wie der mögliche Zweitliga-Aufstieg in weite Ferne gerückt, etwas übereilig wurde nach dem 0:3 in Chemnitz sogar der Abstiegskampf ausgerufen. Gibt es etwas Undankbareres, als nun zu einer spielfreudigen Zweitvertretung zu fahren, die im neuen Jahr zudem ausschließlich Siege eingefahren hat? Zählt nur die Form, kann einzig der FC Bayern II, der mit neun Punkten aus drei Partien in das neue Jahr gestartet ist, als Sieger aus der Montagspartie gehen. Zum Glück ist der Fußball nicht immer so leicht zu berechnen…

 

Die mögliche Überraschung:

Der KFC Uerdingen in Ingolstadt!

Wirklich überzeugt hat uns der FC Ingolstadt in diesem Jahr noch nicht. Ein 1:1 im Spitzenspiel in Duisburg, okay. Das 2:1 über Kaiserslautern, sehr schmeichelhaft. Das 1:3 in Würzburg, absolut verdient. Jeff Saibene nahm seine Mannen in die Mangel, sprach von "purem Durchschnitt" und davon, dass man keine Spitzenmannschaft sei. Ein Warnschuss zur richtigen Zeit oder Emotionalität, die keinem hilft? Ein Indikator wird der KFC Uerdingen sein, der sich für gewohnt für Spitzenspiele gut motivieren kann und mit etwas Rückenwind durch den knappen Erfolg über Sonnenhof Großaspach anreisen wird. Wir glauben, dass die Krefelder den Überraschungserfolg stemmen können.

   
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