Kommentar: Aspachs Trainer-Experiment krachend gescheitert

Nach nur 40 Tagen im Amt wurden Mike Sadlo und Heiner Backhaus als Trainer-Duo der SG Sonnenhof Großaspach am Mittwoch freigestellt. Das Experiment des Dorfklubs ist damit krachend gescheitert – mit fatalen Folgen. Ein Kommentar.

Keine Erfahrung

Nach dem Rauswurf von Oliver Zapel im vergangenen Dezember wollte sich die SG Sonnenhof Großaspach auf die alten Tugenden besinnen: "Wir sind als SG den großen Clubs auf dem Papier unterlegen, haben aber eine große Stärke, die uns von den anderen Vereinen unterscheidet und die uns in den vergangenen Jahren so erfolgreich gemacht hat: Das ist der absolute Teamgedanke", hieß es.

Die Wahl fiel schließlich auf Mike Sadlo und Heiner Backhaus, die den Dorfklub als Duo vor dem Abstieg retten sollten. Problem nur: Beide Trainer waren zuvor ausschließlich für unterklassige Vereine aktiv, entsprechend brachten sie keine Erfahrungen aus dem Profifußball mit. Auch das Drittliga-Geschäft kannten Sadlo und Backhaus nicht. Mit ihrer Verpflichtung ging die SG Sonnenhof ein Experiment und Risiko ein – und musste nach nur drei Spielen feststellen, dass das Duo nicht die richtige Wahl war.

Teamgedanke reicht nicht

Holte der Dorfklub beim 1. FC Kaiserslautern überraschend einen Punkt, was vor allem am überragenden Maximilian Reule lag, zerfiel die SGA beim 0:6 gegen die Würzburger Kickers in ihre Einzelteile. Die herbe Klatsche soll das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer "nachhaltig gestört" haben, wie Vorstandsmitglied Michael Ferber am Mittwoch erklärte.

Der "Teamgedanke" allein reicht eben nicht aus, um im harten Abstiegskampf der 3. Liga bestehen zu können. Statt auf die vermeintliche "Philosophie der SG", hätte der Dorfklub eher auf Erfahrung setzen sollen – gerade im Kampf um den Klassenerhalt. Diesen Fehler nach nur drei Spielen einzugestehen, zeugt zwar von Größe und beweist Mut, macht aber auch mehr als deutlich: Das Experiment ist krachend gescheitert. Überhaupt: Der Zeitpunkt dafür, in der Winterpause während einer sportlich schwierigen Lage, war nicht klug gewählt.

Ausgangssituation verbaut

Die Folgen des gescheiterten Experiments kann der Dorfklub nun an der Tabelle ablesen. Als Sadlo und Backhaus im Januar kamen, betrug der Rückstand auf die Abstiegsplätze "nur" vier Punkte. Jetzt, gerade einmal drei Spiele später, ist der Abstand um satte fünf Zähler auf neun Punkte angewachsen. Entsprechend groß die Hypothek, mit der Großaspach nun in die restlichen 15 Spiele geht. Mindestens sieben bis acht Siege sowie einige Unentschieden sind nötig, um am Ende über dem Strich zu stehen – was für eine Herkulesaufgabe! Dabei war die Ausgangssituation in der Winterpause gar nicht so düster. Doch mit der Fehlentscheidung auf der Trainerposition hat sich die SG die Chancen auf den Klassenerhalt ein Stück weit selbst verbaut.

 

   
  • Phillip

    Es macht überhaupt keinen Unterschied wer dort als Traner verpflichtet worden wäre. Köln, Chemnitz und alle davor stehenden sind qualitativ sowieso stärker.

    • DM von 1907

      Vor der Trainerverpflichtung vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, jetzt 9 – ein gewaltiger Unterschied! Zudem: Großaspach kann und kennt Abstiegskampf und hat mit Matthias Morys einen starken Wintertransfer getätigt.

      Fazit: Mit einem vernünftigen Trainerwechsel im Winter wäre alles noch möglich gewesen, so jetzt eher nicht mehr.

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