"Ärgert mich unglaublich": Wittmann nach 3:5 stocksauer
Im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue zeigte der FC Ingolstadt in der zweiten Halbzeit gewisse Auflösungserscheinungen – und das, obwohl die Mannschaft von Sabrina Wittmann zwischenzeitlich mit 3:1 führte. Am Ende der 3:5-Niederlage war die Cheftrainerin entsprechend bedient.
"Die zweite Halbzeit war desaströs"
Auf der Anzeigetafel waren noch keine 15 Minuten gespielt, da führte Ingolstadt schon durch Tore von Fredrik Carlsen (7.) und Gustav Christensen (13.). Alles deutete darauf hin, dass die Schanzer einen guten Abend erwischen würden, weil bereits abgestiegene Veilchen aus Aue immer wieder defensive Wackler zeigten. Trotzdem fiel der Anschlusstreffer, woraufhin aber Ingolstadt noch vor der Pause auf 3:1 erhöhte. Marcel Costly erzielte Tor Nummer 16 in dieser Saison, aber echte Freude kam nach Abpfiff nicht mehr auf. "Das ist weder für mich, noch für die Mannschaft hilfreich. Aber für die Drittliga-Geschichte ist es etwas besonderes", so der Außenstürmer bei "Magenta Sport".
Denn Aue traf in der zweiten Hälfte vier Mal, sodass die Veilchen am Ende mit einem 3:5-Sieg aus Ingolstädter Sicht nach Hause fuhren. "Die zweite Halbzeit war desaströs. Die verlieren wir mit 0:4", fasste Costly noch einmal zusammen. Auch Cheftrainerin Sabrina Wittmann war bedient, wurde im Mannschaftskreis nach Abpfiff richtig laut. "Wenn du das ganz normal zuende spielst, dann gewinnst du hier vielleicht mit vier oder fünf zu eins. Aber wir haben den Gegner immer wieder stark gemacht. Das ärgert mich heute unglaublich", schimpfte die 34-Jährige.
Costly weicht Zukunftsfrage aus
Die Fehler, die sich die Abwehr trotz komfortabler Führung erlaubten, waren für Wittmann ein rotes Tuch. "Vielleicht muss man ein bisschen was aushalten, aber eigentlich hatten wir alles wieder unter Kontrolle", fand die Trainerin. "Es begleitet uns durch die ganze Saison, dass wir vorne nicht den Deckel draufmachen." So kam Aue zurück, was in Ingolstadt für Tristesse sorgte. Zwar machte sich Wittmann keine Sorgen, dass sie ihre Mannschaft nicht wieder aufrichten könne – das war auch nach der Serie von fünf Niederlagen am Stück gelungen -, aber die 34-Jährige wollte knallhart bleiben: "Ich will nicht, dass es aufkommt, dass wir die Saison herschenken."
Zwei Spiele bleiben noch, um einen versöhnlichen Abschluss zu finden. Dann beginnt der Umbau beim FCI, denn beispielsweise Top-Torjäger Costly wird händeringend umworben. Auch von Rot-Weiss Essen, wie Geschäftsführer Dietmar Beiersdorfer angesäuert bemerkte. Der 30-Jährige äußerte sich zurückhaltend. "Was nächste Saison ist, wird man sehen. Da werde ich mir erst nach der Saison Gedanken machen", so Costly. "Gerüchte gibt es immer, Gespräche gibt es immer. Die Berichterstattung lebt davon, aber für mich ist das nicht so besonders." Dass der 16-Tore-Mann nach einer persönlich herausragenden Saison noch einen weiteren Schritt in der Karriere gehen will, sei offensichtlich. "Das will doch jeder Profi", erklärte Costly, der nach 293 Drittliga-Einsätzen womöglich noch einmal auf das Unterhaus schielt.