Münster unter Druck – Johansson droht Hinrunden-Aus

Preußen Münster taumelt weiter. Bei einer weiteren Niederlage droht die Abstiegszone – und ausgerechnet jetzt ist der MSV Duisburg zu Gast im Münsterland. Am Samstag (16:30 Uhr) benötigen die Adlerträger einen Befreiungsschlag, um die Unruhen im Umfeld zu verringern. Cheftrainer Thomas Wörle muss dabei weiterhin auf Ryan Johansson verzichten.

"Momentan sehr schwer einzuschätzen"

Zweitliga-Absteiger haben es in der 3. Liga oftmals nicht leicht. Vielerorts wurde der Saisonstart von Fortuna Düsseldorf zerpflückt – aber Preußen Münster geht es nicht besser. Im Gegenteil: Drei Punkte trennen die Adlerträger noch von der Abstiegszone, wohingegen der Konkurrent aus dem Rheinland aktuell wenigstens auf Platz 10 steht. Jetzt gibt es auch noch den personellen Rückschlag, denn aus dem Comeback von Mittelfeldregisseur Ryan Johansson wird Nichts. Der Luxemburger fällt weiter aus. "Ryan war bereits voll im Training. Doch da hat’s ihn unter der Woche erneut erwischt. Wieder muskuläre Probleme, diesmal jedoch an einer anderen Stelle", gibt Cheftrainer Thomas Wörle in der "Bild"-Zeitung an. "Momentan ist es sehr schwer einzuschätzen, wann er uns wieder zur Verfügung steht. Ich hoffe, dass es noch in der Hinrunde sein könnte."

Johansson war nach seinem Wechsel von Wehen Wiesbaden zu Preußen Münster auf Anhieb Stammspieler. Ein Tor und zwei Vorlagen gingen bereits auf sein Konto, aber nun sieht es für das restliche Kalenderjahr schlecht aus. Auch Tim Dietrich (Gelb-Rot-Sperre) sowie die Langzeitverletzten Simon Scherder (Kreuzbandriss), Luca Bolay (Adduktorenprobleme) und Oscar Vilhelmsson (muskuläre Probleme) spielen am kommenden Samstag keine Rolle. Dann empfangen die Adlerträger die Zebras, die nach einer kleinen Schwächephase zuletzt ihre Position an der Tabellenspitze abgeben musste. "Das ist sicherlich keine leichte Phase für sie, trotzdem stehen sie auf Platz zwei. Da werden wir alles in die Waagschale werfen müssen und genau das auch tun", zeigt sich Wörle zuversichtlich.

"Spüre, dass sich bei uns etwas bewegt"

Der Trainer, der den SSV Ulm 1846 sensationell aus der Regionalliga Südwest in die 2. Bundesliga geführt hatte, erhielt in Münster zuletzt Rückendeckung. Wörle selbst sagte nach der 1:2-Niederlage in Aachen: "Gegen die Alemannia haben wir eines unserer besten Spiele gezeigt und viel von dem, was wir uns vorgenommen hatten, auch gut umgesetzt." Nur das Ergebnis, so der 44-Jährige, habe nicht gestimmt. "Aber meine Mannschaft hat trotzdem sichtbare Fortschritte gemacht. Die werden sich irgendwann garantiert auszahlen", versichert der Cheftrainer, der nun Resultate braucht. Andernfalls wachsen die Unruhen.

"Ich verstehe, dass die Leute den Zweitliga-Absteiger Preußen gerne weiter oben sehen würden", verschließt sich Wörle nicht vor der Kritik. "Aber wenn wir nur auf Ergebnisse schauen, haben wir keine Chance, uns zu entwickeln. Ich spüre jedoch, dass sich bei uns etwas bewegt. Aber klar, wir müssen die Spiele auf unsere Seite ziehen." Das Vertrauen in den Cheftrainer ist da, weshalb nun vermehrt Sport-Geschäftsführer Ole Kittner in den Mittelpunkt rückt. Unter seiner Regie schaffte Münster einmal den Klassenerhalt im Unterhaus, aber seitdem geht es stetig bergab für die Adlerträger. Das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz wäre ein neuer Tiefpunkt.

   

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