Alles, was ihr zum 13. Spieltag wissen müsst

Weiter geht der wilde Ritt: Nach fünf Spieltagen innerhalb von drei Wochen steht vor der nächsten Länderspielpause noch eine weitere Runde auf dem Programm. Dabei geht es wieder einmal vor allem im Westen heiß her. Unsere Vorschau liefert Euch wie gewohnt einen detaillierten Überblick.

Die Ausgangslage

Die 3. Liga hat einen neuen Tabellenführer! Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte grüßt Viktoria Köln von der Tabellenspitze der 3. Liga. Die Höhenberger profitierten am vergangenen Wochenende vom überraschenden 3:3 des MSV Duisburg gegen den VfB Stuttgart II, als die Zebras eine 3:0-Führung noch aus der Hand gaben. Beide Klubs stehen nun bei 26 Punkten, die bessere Tordifferenz gibt den Ausschlag zugunsten der Viktoria. Nur zwei Zähler dahinter lauert Rot-Weiss Essen, das sich trotz anhaltender Verletzungsmisere erstaunlich stabil präsentiert. Der MSV steckt dagegen erstmals in dieser Saison in einer kleinen Delle und wartet seit drei Partien auf einen Sieg.

Hinter dem Spitzentrio hat sich mit dem 1. FC Saarbrücken und Alemannia Aachen ein Duo etwas vom Rest abgesetzt. Beide stehen mittlerweile bei 20 Zählern, müssen am kommenden Wochenende allerdings schwere Aufgaben lösen. Während Saarbrücken den Spieltag am Freitagabend bei Spitzenreiter Viktoria Köln eröffnet, reist Aachen zum West-Schlager nach Essen. Der MSV Duisburg ist derweil an der Hammer Straße in Münster gefordert.

Das Team der Stunde findet sich aktuell allerdings jenseits der Top 5: Es handelt sich um den SV Wehen Wiesbaden, der seit dem Trainerwechsel von Daniel Scherning zu Jochen Seitz beeindruckende 13 von 15 möglichen Punkten holte und dabei starke 18 Tore erzielte. Binnen weniger Wochen ging es für die Hessen in der Tabelle von Platz 19 auf Rang sechs nach oben. Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt mittlerweile nur noch sechs Zähler. Nun wartet am Samstag das Heimspiel gegen Schlusslicht TSV Havelse. Setzt der SVWW seinen Höhenflug fort?

 

Fünf Spiele im Fokus

Viktoria Köln vs. Saarbrücken: Der Spitzenreiter empfängt den Vierten

Seit acht Spielen ungeschlagen und erstmals in der Vereinsgeschichte Tabellenführer der 3. Liga: Bei Viktoria Köln läuft es aktuell richtig rund. Vor allem die Offensive um David Otto, Niklas Castelle und Lucas Wolf weiß derzeit zu überzeugen. Kein Wunder also, dass einige Leistungsträger längst das Interesse anderer Klubs auf sich gezogen haben. Die Verantwortlichen machten allerdings bereits deutlich, dass sie im Winter – anders als in der Vergangenheit beispielsweise bei Lex Tyger Lobinger – diesmal keine Spieler abgeben wollen. Von einem möglichen Aufstieg will Sportvorstand Franz Wunderlich dennoch nichts wissen.

Am Freitagabend wartet mit dem 1. FC Saarbrücken nun eine echte Standortbestimmung auf die Viktoria. Die Saarländer liegen als Tabellenvierter sechs Punkte hinter den Kölnern und würden mit einem Auswärtssieg zur absoluten Spitzengruppe aufschließen. Sportlich befindet sich der FCS nach dem großen Umbruch im Sommer ohnehin auf einem guten Weg und durfte zuletzt den Derby-Sieg gegen Waldhof Mannheim bejubeln. Für etwas Unruhe dürften allerdings die jüngsten Gerüchte um Sportchef Markus Thiele gesorgt haben, der bei Zweitligist Hannover 96 auf der Liste stehen soll. Ein Abschied gilt allerdings als nahezu ausgeschlossen. Vielmehr möchte der FCS mit einem Erfolg in Köln wieder für positive Schlagzeilen sorgen.

Rostock vs. Großaspach: Hansa steht im Duell Groß gegen Klein unter Zugzwang

So langsam wird die Lage an der Ostsee ungemütlich. Schließlich läuft Hansa Rostock angesichts von nur einem Punkt aus den vergangenen vier Spielen, Tabellenplatz elf und bereits zehn Zählern Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze den eigenen Erwartungen meilenweit hinterher. Besonders bitter war die jüngste 1:2-Niederlage in Regensburg, bei der die Kogge einmal mehr eine Führung aus der Hand gab. Auch im heimischen Ostseestadion lief es bislang alles andere als nach Wunsch: Nur eines der bisherigen fünf Heimspiele konnte gewonnen werden. Diese Bilanz soll nun gegen Aufsteiger Sonnenhof Großaspach unbedingt aufgebessert werden.

Das Spiel gegen die Schwaben wird ein Duell der Gegensätze. Schließlich hat die SGS aus der 8.000-Einwohner-Gemeinde Aspach gerade einmal rund 900 Mitglieder. Im Vergleich dazu begrüßte Rostock bislang im Schnitt fast 25.000 Zuschauer pro Heimspiel. Rein sportlich strotzt der Dorfklub derzeit ebenfalls nicht gerade vor Selbstvertrauen, schließlich gab es aus den letzten sechs Partien nur vier Punkte und in der Tabelle fiel die SGS auf Platz 18 zurück. Die beiden großen Problemzonen bleiben die schwache Chancenverwertung und die Anfälligkeit in der Defensive. Die Rollen sind also klar verteilt: Alles andere als ein Rostocker Heimsieg wäre eine Überraschung und würde die Stimmung rund um den FCH vor der anstehenden Länderspielpause weiter verschlechtern.

Ingolstadt vs. Düsseldorf: Stellt der FCI dem nächsten West-Klub ein Bein?

Rot-Weiss Essen und der MSV Duisburg mussten diese Erfahrung bereits machen: Der FC Ingolstadt ist vor eigenem Publikum derzeit ein äußerst unangenehmer Gegner. Beide West-Klubs zogen bei den Schanzern den Kürzeren, wobei insbesondere der jüngste 2:1-Erfolg gegen Duisburg für Aufsehen sorgte, da der FCI die Partie trotz einer fast einstündigen Unterzahl drehte. Generell zeigt die Formkurve seit dem Trainerwechsel zu Achim Beierlorzer deutlich nach oben: Zehn Punkte aus den vergangenen vier Spielen beförderten die Schanzer bis auf Rang sieben. Nun soll mit Fortuna Düsseldorf der nächste große West-Klub bezwungen werden.

Bei den Rheinländern wartet Jens Langeneke dagegen weiterhin auf seinen ersten Sieg, nachdem seine ersten beiden Partien als Cheftrainer jeweils mit einem Remis endeten. Dabei machte insbesondere der jüngste Auftritt gegen den SV Meppen Mut: Spielerisch zeigte sich die Fortuna deutlich verbessert und erarbeitete sich zahlreiche Chancen. Einzig die mangelhafte Chancenverwertung stand einem Sieg im Weg. Dennoch könnte dieses Spiel zum Aha-Erlebnis werden. Stellt sich nun die Frage, ob in Ingolstadt auch der Tor-Knoten platzt? Ein Sieg wäre für den ambitionierten Zweitliga-Absteiger jedenfalls enorm wichtig, um den Anschluss an die Spitzengruppe nicht endgültig zu verlieren.

Essen vs. Aachen: West-Schlager und Spitzenspiel an der Hafenstraße

Platz drei gegen Platz fünf, zwei Traditionsvereine mit rivalisierenden Fanszenen und ein restlos ausverkauftes Stadion an der Hafenstraße – der West-Schlager zwischen Rot-Weiss Essen und Alemannia Aachen verspricht einiges! Auch die Historie ist verheißungsvoll: Bereits 95-mal standen sich die beiden Klubs gegenüber, die Bilanz spricht mit 42 Siegen, 18 Unentschieden und 35 Niederlagen knapp für RWE. In der vergangenen Saison setzte sich Aachen an der Hafenstraße mit 3:2 durch, das Rückspiel endete mit einem spektakulären 3:3, bei dem Essen durch zwei späte Treffer noch einen Punkt rettete.

Auch die aktuelle Form lässt ein Duell auf Augenhöhe erwarten. Essen präsentiert sich aktuell trotz zahlreicher Ausfälle und der Zusatzbelastung DFB-Pokal bemerkenswert stabil. Der knappe 1:0-Arbeitssieg in Großaspach brachte die Koschinat-Elf zuletzt bis auf zwei Punkte an das Spitzenduo heran. Über reichlich Selbstvertrauen verfügt auch die Alemannia, die zuletzt drei Siege in Folge feierte – darunter das jüngste 2:1 gegen Preußen Münster, durch das sich die Schwarz-Gelben im engsten Verfolgerfeld festgesetzt haben. Mit einem weiteren Dreier könnte Aachen den Rückstand auf RWE auf nur noch einen Punkt verkürzen. Wer entscheidet den West-Klassiker, in dem Aachen auf den gelbgesperrten Petros Bagkalianis verzichten muss, für sich?

Münster vs. Duisburg: Wer kommt an der Hammer Straße wieder in Schwung?

Nein, frisches Selbstvertrauen wird sich am späten Samstagnachmittag in Münster nicht antreffen lassen. Der heimische SC Preußen hat drei der vergangenen vier Spiele verloren und liegt mittlerweile nur noch drei Punkte vor der Abstiegszone. Immerhin bekam Trainer Thomas Wörle von den Verantwortlichen zuletzt öffentlich erneut Rückendeckung ausgesprochen. Und auch der Tabellenzweite MSV Duisburg reist mit etwas Ernüchterung im Gepäck an, nachdem die Zebras zuletzt dreimal in Folge sieglos blieben und am vergangenen Wochenende sogar einen 3:0-Vorsprung gegen den VfB Stuttgart II noch aus der Hand gaben.

Nun will die Mannschaft von Dietmar Hirsch im Preußenstadion unbedingt auf die Siegerstraße zurückkehren, um im Kampf um die Tabellenspitze – aktuell liegt der MSV nur aufgrund der schlechteren Tordifferenz hinter Viktoria Köln – wieder nachzulegen. Für Münster geht es dagegen vor allem darum, ein noch tieferes Abrutschen in den Abstiegskampf zu verhindern. Ein Schwerpunkt bei den Grün-Schwarzen soll dabei die Vermeidung individueller Fehler sein, die Münster zuletzt immer wieder zurückwarfen – so auch bei der jüngsten 1:2-Niederlage in Aachen. "Mich stimmt zuversichtlich, dass die Mannschaft schon gezeigt hat, was sie kann", betonte Präsident Christian Pander zuletzt.

   

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