"Grenzen überschritten": Derby-Krawalle lösen Bestürzung aus
Es sollte ein Fußballfest werden, am Ende wurde das Pokalderby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern jedoch von schweren Krawallen überschattet, die Bestürzung auslösten. Forderungen nach harten Strafen werden dabei lauter.
Sicherheitskonzept auf dem Prüfstand
Er wird als "Schande von Mannheim" in die Geschichtsbücher eingehen, dieser Freitagabend im Carl-Benz-Stadion, als die Partie nach dem Ende der regulären Spielzeit wegen schwerer Ausschreitungen für 36 Minuten unterbrochen werden musste.
"Wenn Pyrotechnik gezielt gegen Menschen eingesetzt wird, Absperrungen überwunden werden und Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte angegriffen oder verletzt werden, reden wir nicht mehr über Emotionen oder sportliche Rivalität. Hier werden Grenzen überschritten und Straftaten begangen", sagt Thomas Mohr, Mannheims Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), in der "Rhein-Neckar-Zeitung" und stellt die Frage, wie Pyrotechnik "in diesem Umfang" ins Stadion gelangen konnte und ob die bestehenden Sicherheitskonzepte, Einlasskontrollen und Absperrmaßnahmen ausreichend waren.
"Kein vorschnelles 'Weiter so‘"
Dass die Polizei ihr taktisches Konzept "voll aufgegangen" sah und auch Oberbürgermeister Christian Specht von einem "funktionierenden Sicherheitskonzept" sprach, sorgte vielerorts für Stirnrunzeln. SPD-Fraktionschef Reinhold Götz etwa fordert, dass die gesamte Sicherheitskette in den Blick genommen werden müsse – von den Sicherheitskontrollen über die Fantrennung bis zum Vorgehen während der Eskalation: "Wir erwarten eine klare Aufarbeitung und kein vorschnelles 'Weiter so‘", so Götz.
Eine "umfassende Aufarbeitung" der Vorfälle hatte auch der DFB angekündigt, der in Kürze Ermittlungen gegen beide Klubs einleiten wird. Es drohen hohe Geldstrafen. Andreas Roßkopf, der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, fordert noch höhere Strafen: "Geldstrafen reichen hier nicht mehr aus. Ein Spielabbruch sowie das Disqualifizieren aus dem DFB-Pokal wären aus unserer Sicht die richtige Konsequenz gewesen", sagte er der "Rheinischen Post".