Derby-Krawalle: Über 100 Verletzte, acht Fans im Krankenhaus
Bei den schweren Ausschreitungen im Pokalderby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend sind über 100 Personen verletzt worden. Acht von ihnen mussten im Krankenhaus behandelt werden.
Mehrere Fans festgenommen
Nach Angaben der Einsatzkräfte befinden sich unter den Verletzten auch 33 Beamte der Bundespolizei sowie zwei Polizeibeamte aus Baden-Württemberg, nachdem sie während der Spielunterbrechung aus dem Waldhof-Block mit pyrotechnischen Gegenständen und Raketen beschossen wurden. Aufseiten der Fans mussten insgesamt 85 Personen medizinisch betreut werden, acht von ihnen wurden zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Darüber hinaus sind mehrere Fans vorläufig festgenommen worden.
Die Polizei ermittelt nun wegen Beleidigungen, verschiedener Körperverletzungsdelikte, Sachbeschädigungen, Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte sowie Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz. Zur beweissicheren Dokumentation wurden Videoaufnahmen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pyrotechnik und dem Zünden von Feuerwerkskörpern gefertigt. Eine Auswertung hinsichtlich der konkreten Anzahl der Straftaten und Ordnungswidrigkeiten steht noch aus.
Innenminister spricht von "Kriminellen"
Insgesamt waren rund um das Derby 1.400 Polizisten im Einsatz. Trotz der Ausschreitungen sei das taktische Konzept "voll aufgegangen", wie Polizeidirektor Michael Reichert sagt. "Die intensive Vorbereitung aller beteiligten Institutionen und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten haben sich ausgezahlt." Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel dankte den Einsatzkräften in der "Bild" für ihren Einsatz: "Unsere Einsatzkräfte haben Großartiges geleistet und meine volle Rückendeckung."
In Richtung der Krawallmacher sagte er: "Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genauso werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht & Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat eine umfassende Aufarbeitung der Vorfälle angekündigt. Beide Klubs müssen mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen, zumal die Strafen für das Abschießen von Raketen im Vorfeld der Saison erhöht worden waren.