"Das geht einfach nicht": MSV hadert mit seinem Stadionrasen
Der MSV Duisburg hat einen neuen Rasen, doch der stellt Cheftrainer Dietmar Hirsch nicht zufrieden. Besonders nach dem Pokalspiel gegen die SV Elversberg (1:3) kam Kritik auf, weil auch der Gästecoach ein paar Mängel monierte. Die Zebras wollen den Hinweisen nachgehen.
"Wünschen uns auch einen anderen Rasen"
Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen – doch die wachsen bekanntermaßen weit weg von der Schauinsland-Reisen-Arena. Elversberg ist sicherlich nicht viel näher dran, aber die Bedingungen im Saarland gelten doch ein Stück weit besser als im Ruhrgebiet. Fand zumindest SVE-Coach Vincent Wagner, der den Vergleich zumindest zu seiner Zeit als Jugendtrainer beim MSV ziehen kann. Der 40-Jährige beschrieb die Länge des Rasens nach dem 3:1-Sieg des Bundesligisten im Pokal als "sehr kontraproduktiv" und nahm den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in die Pflicht, die Vorgabe von drei Zentimetern bei der Länge des Grüns konkreter zu verschriftlichen. Ballbesitzspiel und schnelle Kombinationen waren vergangenen Samstag im Nachteil.
Oder war das alles Taktik vom MSV? "Es wurde am Anfang vielleicht so ein bisschen gemunkelt, dass wir das absichtlich gemacht haben", stritt Dietmar Hirsch das Gerücht in der Pressekonferenz nach dem DFB-Pokalspiel strikt ab – und legte selber nach: "Wir wünschen uns auch einen anderen Rasen. Ich bin auch sehr unzufrieden mit der Qualität beziehungsweise der Länge, weil wir auch Fußball spielen wollen. Aber es hat nichts damit zu tun, dass wir gegen einen Bundesligisten gespielt haben." Doch die Zebras haben nur wenig Einfluss auf das Grün. Wo sich in Elversberg der Greenkeeper mit dem Trainerteam abstimmt, muss Hirsch auf die Arbeit der Stadiongesellschaft vertrauen.
"Wenn unsere Trainingsbedingungen besser sind…"
"Das Stadion gehört uns nicht. Ich habe vielleicht nicht ganz so viel Einfluss darauf", erklärte Hirsch in diesem Zuge, räumte aber auch ein: "Vielleicht sollte ich mich ein bisschen mehr darum kümmern. Aber wir weisen darauf hin." Klar ist, dass das Thema rund um den Stadionrasen seit Jahren ein wiederkehrendes Problem ist. Regelmäßig zur Winterzeit verschlechtern sich die Bedingungen in der Schauinsland-Reisen-Arena extrem, auch die parallele Nutzung durch das Footballteam "Rhein Fire" ist wenig schonend für das Grün. Dabei wurde der Rasen kurz vor Saisonstart noch ausgetauscht – allerdings mit etwas Verspätung, sodass das Grün nur zwei Wochen lang anwachsen konnte.
"Wir werden rechtzeitig fertig. Es wird keine Probleme geben", beteuerte Christopher Mainka als Chef der städtischen Stadionmanagement-Gesellschaft noch vor Beginn der Spielzeit in der "NRZ". Ursprünglich war eine Erneuerung des Rasens nicht vorgesehen, doch spätestens im Juli glich der Untergrund umgangssprachlich einem Flickenteppich. "Das wollten wir dem MSV nicht antun", so Mainka, der den kurzfristigen Austausch bewerkstelligte. Und dennoch bleibt Redebedarf. "Wenn unsere Trainingsbedingungen besser sind als hier im Stadion, dann ist das vielleicht nicht ganz so optimal", fasste MSV-Coach Hirsch zusammen. "Für uns geht es um extrem viel. Die Infrastruktur muss zu Hause so sein, dass sie nicht zum Nachteil der Heimmannschaft wird. Das geht einfach nicht." Ob die Bedingungen künftig besser werden?