Nach Ausschreitungen im Derby: DFB leitet Ermittlungen ein
Nachdem es am Freitagabend beim Pokalderby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern zu schweren Ausschreitungen gekommen war, hat der DFB nun Ermittlungen eingeleitet.
Klubs müssen Stellungnahme abgeben
Das bestätigte der Verband auf Anfrage unserer Redaktion. Im ersten Schritt werden beide Vereine nun eine Stellungnahme abgeben müssen. Nach deren Erhalt und Auswertung wird der Kontrollausschuss über den weiteren Fortgang des Verfahrens entscheiden. Beide Klubs müssen mit einer empfindlichen Geldstrafe rechnen. Die Buwe gelten als Wiederholungstäter und waren bereits im vergangenen September vom DFB angezählt worden.
So sollte der SVW "endlich veranlassen, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um Zuschauerausschreitungen in Zukunft zu verhindern". Andernfalls seien auch härtere Strafen künftig nicht auszuschließen, hieß es. Gemäß der DFB-Satzung sind Strafen bis zu einer Million Euro, Teilausschlüsse, Geisterspiele oder gar Punktabzüge möglich. Allein in den letzten drei Spielzeiten musste der Waldhof fast 700.000 Euro an den DFB zahlen. So viel wie kein anderer Drittligist in diesem Zeitraum.
Partie für 36 Minuten unterbrochen
Das Derby am Freitagabend musste vor Beginn der Verlängerung für 36 Minuten unterbrochen werden, nachdem Lautern-Fans mehrere Leuchtraketen auf den Platz sowie die Haupttribüne geschossen und mehrere Mannheimer Anhänger als Reaktion darauf den Rasen gestürmt hatten. Die Polizei war daraufhin aufmarschiert und hatte die Fans unter dem Einsatz von Pfefferspray zurück in den Block gedrängt. 35 Einsatzkräfte wurden dabei leicht verletzt, zudem mussten 85 Fans medizinisch versorgt werden. Die Partie stand "sehr nah" am Abbruch, wie Schiedsrichter Robert Schröder im Nachgang sagte.
Beide Vereine verurteilten die Ausschreitungen am Tag nach "aufs Schärfste", auch die Politik reagierte mit deutlichen Worten: "Wer den Fußball als Bühne für Gewaltexzesse missbraucht, andere Fans mit Absicht in Gefahr bringt und vor allem auch Sicherheitskräfte verletzt, ist kein Fan, sondern ein Krimineller. Genauso werden wir diese Typen auch behandeln, um Recht & Ordnung in unseren Stadien durchzusetzen", sagte Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel. Kritik gab es im Nachgang auch am Sicherheitskonzept, zudem forderte Gewerkschaft der Polizei härtere Strafen.