Negativrekord! Schweinfurt schwächster Drittligist der Historie
Dass der 1. FC Schweinfurt 05 als Tabellenletzter der 3. Liga absteigen wird, stand bereits lange vor dem 38. Spieltag fest. Für die Schnüdel ging es nur noch darum, einige Negativrekorde zu vermeiden. Nach dem 2:4 gegen Erzgebirge Aue ist jedoch klar, dass Schweinfurt als schwächster Drittligist in die Geschichte eingehen wird.
Nur die Tordifferenz "gerettet"
Den unrühmlichen Titel trug bislang der SV Werder Bremen II, weil die jungen Norddeutschen in der Saison 2010/11 nur 22 Punkte aus 38 Spielen sammelte. So gesehen stand Schweinfurt vor dem letzten Spieltag noch unter Druck, weil die Schnüdel erst 21 Zähler auf dem Konto hatten. Mindestens einen Punkt hätten die Schweinfurter holen müssen, am Ende stand jedoch eine 2:4-Niederlage. Der FC05 steigt historisch schlecht ab. "Wir wollten das heute schaffen, dass wir nicht als schlechteste Mannschaft absteigen. Aber das hat nicht sollen sein", so Johannes Geis nach Abpfiff bei "Magenta Sport". Dabei ging Schweinfurt gegen Aue sogar noch in Führung, glich auch später noch durch einen Elfmeter von Geis zum zwischenzeitlichen 2:2 aus.
So konnte Schweinfurt wenigstens vermeiden, dass in der Endtabelle die schlechteste Tordifferenz der Historie stand. Eine Differenz von -52 bleibt der Höchstwert von Rot-Weiß Erfurt, die Schnüdel haben "nur" -49 auf dem Konto stehen. Jedoch stellte Schweinfurt noch den Negativrekord an Gegentoren auf: 87 Gegentreffer überbieten noch die 85 Gegentore von Carl Zeiss Jena aus der Saison 2019/20. Und dafür sind die vier Treffer von Erzgebirge Aue an diesem Tag verantwortlich. "Wir bekommen wieder viel zu einfache Gegentore wie die ganze Saison", fand Geis. "Der Trainer hat uns alle gepusht, aber am Ende war es eine Mission Impossible."
"Für mich ist das Kapitel hier leider zu Ende"
Nach Abpfiff betonte der ehemalige Bundesliga-Profi, das sich die Wege nun trennen werden. Auch mit kritischen Tönen "Ich muss aufpassen, was ich sage", schränkte sich Geis dabei selbst etwas ein, aber der 32-Jährige verheimlichte auch nichts. Mit wenigen Ausnahmen fällte Geis ein durchaus negatives Urteil für manch Verantwortlichen im Verein. "Für mich ist das Kapitel hier leider zu Ende", erklärte der defensive Mittelfeldspieler, dass das bei unterschiedlichen Auffassungen jedoch in Ordnung sei. Im Detail verriet Geis: "Thomas Meißner und ich haben uns vor sechs Wochen angeboten, um dem Verein zu helfen und wieder mehr Glanz zu verleihen trotz wenig Geld. Man ist darauf nicht eingegangen." Mangelnder Teamgeist und interne Schwierigkeiten gehörte ebenfalls zu den Kritikpunkten.
Abgesehen von Einzelpersonen habe Geis keine Rückmeldung bekommen, weshalb seine Laufbahn nun andernorts weitergehen soll. Gleiches gilt sportlich für Cheftrainer Jermaine Jones, der ebenfalls kritische Töne anschlug. "Ich habe mich im Mannschaftskreis dafür bedankt, dass ich mit jedem arbeiten durfte. Fußball ist ein schnelles Geschäft, aber trotzdem arbeiten wir hier mit jungen Menschen", so der US-Amerikaner. "Am Ende muss sich trotzdem jeder hinterfragen, ob der einen oder andere die 3. Liga kann. Selbstreflexion gehört auch dazu, sich die Frage zu stellen, wo man wirklich hingehört." Zum Abschluss der Saison bekamen die Schweinfurter Fans noch 300 Liter Freibier vom Verein, aber ein versöhnliches Ende hätte anders ausgesehen. In einem Negativrekord wird der FC05 immerhin nicht alleiniger Halter sein, denn magere fünf Auswärtspunkte standen auch beim SSV Jahn Regensburg in der Saison 2014/15 auf dem Konto.