Letzter Applaus für Zeitz: "Kann mich nur 1.000 Mal bedanken"

Manuel Zeitz sagt dem Profifußball Adieu! In der 53. Spielminute wurde der 35-jährige Mittelfeldspieler des 1. FC Saarbrücken ein letztes Mal von Trainer Argirios Giannikis ausgewechselt, was emotionale Bilder im Ludwigspark garantierte. Vom Spalier der Teamkollegen bis zum Vorsänger in der Fankurve nahm der künftige Scout noch einmal alles mit, was er sich in fast 500 Pflichtspielen für den FCS erarbeitet hatte.

"Manuel Zeitz?! Fußballgott!"

Am Seitenrand machte Sebastian Vasiliadis nach 52 Minuten noch ein paar Dehnübungen, da war schon klar: Jetzt wird Manuel Zeitz gleich seinen großen Moment bekommen. Und dann ging sie tatsächlich hoch, die Anzeigetafel des vierten Offiziellen – mit der Nummer 8. Eine Ziffer, die Zeitz so lange auf seinem Trikot beim 1. FC Saarbrücken getragen hatte. Und eine Ziffer, die die FCS-Fans schon vor Anpfiff mit einer persönlichen Choreografie für den 35-Jährigen würdigten. "Das ist der Wahnsinn", erklärte Zeitz bei "Magenta Sport" nach einem einmaligen Fußballtag. "Ich kann mich nur 1.000 Mal bedanken für das Ganze. Es war verdammt schwer zu spielen und sich auf das Spiel an sich zu konzentrieren. Vielleicht stand es ausnahmsweise nicht ganz im Mittelpunkt."

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Dafür aber Zeitz, der nach fast 500 Pflichtspielen für den FCS seine Karriere beendet. Acht Mal schmetterte der Stadionsprecher die Frage "Manuel?!" ins Mikrofon, acht Mal skandierten die FCS-Fans "Zeitz, Fußballgott". Ein Moment, den der 35-Jährige nicht an einem Tag verarbeiten wird. Doch wie fühlt man sich wirklich in der Rolle desjenigen, der so sehr als Vereinsikone gefeiert wird? "Für mich persönlich war das unfassbar. Ein paar Fotos und Selfies waren das schon", so Zeitz mit einem Lächeln. "Das alles zeigt, dass man etwas bewirkt hat in den ganzen Jahren. Man muss nicht der riesige Lautsprecher sein, aber mit Ehrlichkeit und bedingungslosem Einsatz kann man etwas erreichen."

"Tritt in Hintern haben sie mir verpasst"

Auf dem Rasen klatschten Marco Schuster und Viktor Bergh vom F.C. Hansa Rostock zuerst mit Zeitz ab, dann bildete natürlich die eigene Mannschaft einen Spalier für den langjährigen FCS-Kapitän. Florian Pick war der erste Gratulant, Patrick Sontheimer bekam die Kapitänsbinde übergeben. "Einen Tritt in den Hintern haben sie dann schon verpasst", flachste Zeitz später. "Wir waren 0:2 hinten, und als ich raus war, haben sie mal kurz auf 3:2 gedreht. Das war schon ein bisschen peinlich in dem Moment." Der guten Stimmung tat es keinen Abbruch, obwohl auch Rostock die Partie dann noch einmal drehte.

Während Cheftrainer Giannikis, der erstmals ein Heimspiel verlor, von einer "total unnötigen Niederlage" aufgrund der Art und Weise der Gegentore sprach und den Fokus schon wieder auf das Landespokal-Finale am kommenden Wochenende lenkte, ging Zeitz während der Schlussphase in die Fankurve. "Beim Aufstieg aus der Regionalliga in die 3. Liga habe ich auch schon einmal ein ganzes Spiel als Vorsänger geschafft", erinnerte sich der 35-Jährige. Was der Abend noch für ihn bereit hielt, das wusste Zeitz allerdings nicht. Die passenden Worte zum Abschied fand er dennoch: "Ich möchte mich bei allen Mannschaften bedanken, die ich hier hatte. Wenn es keinen Spaß gemacht hätte, dann hält man es nicht so lange durch." Und so wird der nunmehr Ex-Profi im Sommer auch als Scout beim FCS mit Leidenschaft weitermachen.

   

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