Verls Traum endgültig geplatzt: Strobl dennoch stolz auf sein Team
Nach einer knappen 0:1-Niederlage an der Hafenstraße gegen Rot-Weiss Essen hat sich der SC Verl endgültig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet und kann auch Platz vier nicht mehr erreichen. Dennoch war Coach Tobias Strobl hinterher nicht ganz unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams und nahm auch einen entscheidenden Fehler in Kauf.
Spielentscheidender Fehler wird schnell abgehakt
Die Spielzeit 2025/26 wird beim SC Verl in Erinnerung bleiben. So erfolgreich verlief die Saison und so fußballerisch stark waren die Auftritte der Ostwestfalen, dass auch die 0:1-Niederlage und damit der endgültige Abschied aus dem Aufstiegsrennen am vorletzten Spieltag nicht mehr groß ins Gewicht fallen werden. An der Essener Hafenstraße wurde das Team von Tobias Strobl nach dem Abpfiff jedenfalls noch lange von den mitgereisten Fans beklatscht, sie wussten um die Leistungen, die ihre Schützlinge Woche für Woche gezeigt haben. "Das war die Wertschätzung, die wir uns über die ganze Saison verdient haben", so Strobl.
Seine Jungs hatten zuvor gegen RWE einen couragierten Auftritt gezeigt, nach einem Fehler im Aufbauspiel aber durch Gianluca Swajkowski nach 50 Minuten den entscheidenden Gegentreffer kassiert. Für Strobl kein großes Problem, auch wenn in der Szene vielleicht ein Befreiungsschlag besser funktioniert hätte – die Verler wollten es allerdings spielerisch lösen, was nach hinten losging. "Ohne diese Art und Weise wären wir nicht da, wo wir sind. Das muss uns bewusst sein", nahm der 38-Jährige den Ballverlust vor dem Gegentreffer aber in Kauf. Verl kann damit nicht mehr Dritter werden und auch Platz vier mit der Qualifikation für den DFB-Pokal ist nicht mehr möglich.
"War für mich eines der spannendsten Spiele"
Die können die Ostwestfalen aber noch mit einem Sieg im Landespokalfinale gegen die Sportfreunde Lotte erreichen, wobei sich Strobl sicher ist, dass seine Mannschaft die Spannung bis dahin hochhalten wird. Mit dem Auftritt seiner Mannschaft an der Hafenstraße war er trotz Niederlage nicht einmal ganz unzufrieden: "Ich finde wir haben in diesem Spiel unsere Art und Weise auf das Feld bekommen – trotz einiger Verletzter. Das ist das, was mich stolz macht. Daher fände ich es schade, wenn wir es nur aufs Ergebnis reduzieren, weil ich denke, dass wir heute einiges mehr verdient gehabt hätten."
Die Begegnung vor fast voller Hütte mit einer Essener Mannschaft, für die es auch noch um alles ging, hatte für Strobl dabei von Beginn an einen besonderen Reiz: "Es war für mich eines der spannendsten Spiele weil du nie wusstest, wie so ein Spiel anfängt. Und wir haben die ersten zehn Minuten erst einmal total differenziert zum restlichen Spiel betrachtet. Weil, was machen die letzten Ergebnisse, was macht das Stadion mit RWE? Wir wollten das Spiel nur entschleunigen, entschleunigen, entschleunigen", so der Verler Coach, der sich zum Abschluss dieser Drittliga-Saison nun noch auf ein Heimspiel gegen den TSV 1860 München freut.