"Auszeichnung für die Mannschaft": So feierte Fortuna Köln den Aufstieg
Nach sieben Jahren ist Fortuna Köln zurück in der 3. Liga. Im Heimspiel gegen die Sportfreunde Siegen setzten sich die Südstädter am Samstag nach Rückstand mit 2:1 durch, ehe nach Spielende alle Dämme brachen.
"Jeder kann stolz sein"
Den ersten Matchball auf den Aufstieg hatte Fortuna Köln vor einer Woche noch vergeben, auch den zweiten drohten die Kölner zunächst zu verpassen, nachdem Siegen in der 25. Minute in Führung gegangen war. Doch über ihre beiden besten Torschützen in dieser Saison Enzo Wirtz (35.) und Hamadi Al Ghaddioui (63.) drehte die Fortuna die Partie. Als Schiedsrichter Tarik Damar die Partie um 15:56 Uhr dann beendete, gab es kein Halten mehr. Jubelnd lagen sich die Spieler in den Armen, auch das Trainerteam stürmte auf den Platz, um mit der Mannschaft zu feiern.
Die 7.548 Zuschauer blieben dagegen auf den Rängen, darum hatte der Klub im Vorfeld auch explizit gebeten. Schließlich sollte auf dem Platz noch die Übergabe des Meisterpokals erfolgen, den Kapitän Robin Afamefuna dann um kurz nach 16 Uhr als Erster in die Höhe strecken durfte.
Es war der Auftakt einer langen Party. "Fußball ist ein Tagesgeschäft. Es war wichtig, dass wir den Tag zu unserem machen", sagte David Kamm Al-Azzawe, der eine Brille mit der Aufschrift "Aufstieg" trug und schon keine Stimme mehr hatte, im Vereins-TV. Co-Trainer Hamdi Dahmani konnte es noch gar nicht richtig fassen: "Überragend, wir haben seit zwei, drei Wochen gewartet und es jetzt über die Ziellinie gebracht. Jeder kann stolz sein."

Spieler stürmen die Pressekonferenz
Und wie wird nun gefeiert? "Ich habe keine Ahnung." Zunächst stürmte die Mannschaft unter "Nie mehr 4. Liga"-Gesängen die Pressekonferenz und bescherte Trainer Matthias Mink die obligatorische Bierdusche.
"Das war nicht nur kalt, sondern auch inszeniert. Es war absehbar", sagte er anschließend – und sprach dann über eine überaus erfolgreiche Saison: "Wir sind vom ersten Tag an einen tollen Weg gegangen. Die Mannschaft hat es gerade in den ersten Wochen und Monaten sehr gut gemacht. Sie hat sich extrem gut entwickelt." Auch das Innenleben und das Verständnis untereinander sei "wahnsinnig gut" gewesen, so der 58-Jährige. "Die Führungsspieler haben die jungen Spieler immer wieder an die Hand genommen, alle haben im Training akribisch gearbeitet." Am Ende sei der Aufstieg "verdient" – vor allem aufgrund der Heimstärke. Schließlich blieben die Südstädter als einziges Team in der Regionalliga West ohne Niederlage im eigenen Stadion. "Das ist eine Wahnsinnsleistung", hob Mink hervor. Zudem standen die Kölner seit Ende November durchgehend an der Spitze, was der Coach als "Auszeichnung für die Mannschaft" bezeichnete.
"Extrem dankbar"
Der 58-Jährige zeige sich "extrem dankbar" und freute sich "total – sowohl für den Verein als auch die Fans und die Mannschaft". Als Präsident Hanns-Jörg Westendorf im vergangenen Sommer den Aufstieg als Ziel ausgerufen hatte, "hatte ich ein lachendes und weinendes Auge", gab Mink zu. "Ich habe mir gedacht: Warum in so einer Situation Druck aufbauen?" Schließlich war die Mannschaft im Sommer zu großen Teilen neu zusammengestellt worden. Doch der Plan ging auf. Und so heißen die Gegner künftig nicht mehr SSVg Velbert 02 und SC Wiedenbrück, sondern 1860 München und Alemannia Aachen. Zudem kommt es zum Stadtderby mit der Viktoria. Bereits im Landespokal-Finale am 23. Mai werden sich beide Teams gegenüberstehen. Zunächst wurde am Abend aber noch am Vereinsheim kräftig gefeiert.
