"Interessiert die Schiedsrichter nicht": Scherning mit Wutrede
Durch die 1:2-Niederlage in Cottbus blieb der SV Wehen Wiesbaden zum neunten Mal in Folge sieglos. Trainer Daniel Scherning ärgerte sich nach der Partie zum einen darüber, dass sich seine Mannschaft für den Aufwand nicht belohnte, und zum anderen über den Schiedsrichter. Diesbezüglich setzte er gar zu einer Wutrede an.
"Wir müssen uns immer rechtfertigen"
Es war aus Sicht von Daniel Scherning einer der spielentscheidenden Szenen, die 48. Minute, als Kaya im Strafraum gegen Awortwie-Grant zu Fall ging und einen Elfmeter forderte. Schiedsrichter Timo Gansloweit ließ jedoch weiterspielen – sehr zum Unverständnis des Wiesbadener Trainers. Aus Sicht des 42-Jährigen habe sein Team diesen Strafstoß "absolut kriegen müssen". Schließlich sei Kaya "unten rechts" am Fuß getroffen worden. "Das ist ein klares Beinstellen. Wir reden hier über eine Spieldynamik. Jeder, der Fußball gespielt hat, der weiß doch, wenn du da so reingehst und getroffen wirst, dass es ein Elfmeter ist." Scherning redete sich anschließend regelrecht in Rage und setzte zu einer Wutrede an, als er danach gefragt wurde, ob es einen Austausch mit dem Unparteiischen gegeben habe.
"Ob du Kontakt mit den Schiedsrichtern hast oder nicht, das ist ja Woche für Woche das Gleiche. Die stellen sich nicht hin und geben irgendwas zu. Wir müssen uns immer für alles rechtfertigen, aber die Schiedsrichter interessiert es ja nicht. Ich wäre gespannt gewesen, ob er es auf der anderen Seite bei 20.000 Zuschauern auch nicht gepfiffen hätte. Mein Gefühl sagt mir nein." Auch Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz, der am Donnerstag noch eine vermeintlich hohe Anzahl an Benachteiligungen gegen Cottbus moniert hatte, kam auf die Elfmeter-Situation zu sprechen. Kritik am Schiedsrichter übte er aber nicht ("Keine Ahnung, warum das zu unseren Gunsten entschieden worden ist"), sondern an Henry Rorig, der unmittelbar vor dem strittigen Zweikampf "unfassbar schlecht" verteidigt habe. "Schlechter darfst du das gar nicht machen."
"Vielleicht sogar drei Punkte verdient gehabt"
Und weil Tolga Cigerci in der 89. Minute zum Last-Minute-Siegtreffer für die Lausitzer traf, stand der SVWW am Ende mit leeren Händen da – wie so oft in den letzten Wochen. Schon am letzten Sonntag waren die Wiesbadener in letzter Minute als Verlierer vom Platz gegangen. Dabei hätten die Hessen, die durch Schleimer nach 37 Minuten sogar in Führung gegangen waren, "mindestens einen Punkt, vielleicht sogar drei Punkte verdient gehabt", meinte Scherning.
Der 42-Jährige sah ein "gutes Auswärtsspiel" seiner Mannschaft – gerade in der ersten Halbzeit. "Wir haben Kontrolle über das Spiel gehabt, waren sehr griffig, mutig im Ballbesitz und haben immer wieder die Räume gefunden, die wir haben wollten." Am Ende habe sich die Mannschaft für einen "riesen Aufwand" nicht belohnt. Auch, weil Kaya nach 61 Minuten die große Chance auf das 2:1 liegenließ, als er freistehend vor dem Tor scheiterte. "Wir müssen das Spiel auch mal wieder auf unsere Seite ziehen." Eine letzte Chance gibt es in dieser Saison im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II am nächsten Samstag noch.