"Unfassbar geiler Moment": So lief die Meisterparty des VfL

Im letzten Heimspiel der Saison musste sich Meister VfL Osnabrück mit einem 1:1 gegen den bereits abgestiegenen SSV Ulm zufriedengeben, doch das war an diesem Tag nur nebensächlich. Im Vordergrund stand die Meisterparty nach Abpfiff.

"Schwer in Worte zu fassen"

Emotional war er, dieser Samstag für die Lila-Weißen. Bereits am Vormittag waren tausende Fans von der Innenstadt zur Bremer Brücke gezogen, auch die Mannschaft war zu Beginn dabei. Im Stadion stand zunächst die Verabschiedung von gleich neun Spielern an, darunter Bashkim Ajdini und Robert Tesche, die ihre Karriere beenden. Als die Spieler anschließend einliefen, hatten einige ihre Kinder auf dem Arm oder an der Hand. Bemerkenswert: Die Ulmer Spieler standen Spalier. Auf dem Platz ging Ulm zunächst in Führung (26.), ehe Kehl kurz vor der Pause zum Ausgleich traf (44.). Wichtiger war aber das, was in der 52. Minute passierte: Das Stadion erhob sich und die Spieler auf dem Platz bildeten ein Spalier, um Tesche und Ajdini mit ihren Auswechslungen zu verabschieden.

"Das ist schwer in Worte zu fassen. Ich habe jahrelang auf den Moment hingearbeitet, aber dann kommt er doch plötzlich", berichtete Tesche bei "MagentaSport" und hatte "Gänsehaut pur. Es war ein würdiger Abschluss, und ich bin stolz darauf, dass ich hier gespielt habe." Die Pokalübergabe sei das i-Tüpfelchen gewesen, berichtete er gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" und erzählte: "Gestern bin ich vom Training nach Hause gefahren, da kamen mir schon die Tränen. Heute, als ich zum Stadion gefahren bin, auch. Ich wusste, es ist kurz vor knapp – nur noch ein Heimspiel. Das passiert, wenn man darüber nachdenkt. Aber irgendwann ist halt Schicht im Schacht."

Kehl vor Abschied

Insgesamt war Auftritt der Lila-Weißen an diesem Tag zwar wenig meisterlich, zudem endete die Serie von sieben Heimsiegen in Folge. Doch das spielte keine Rolle. "Ich bin froh, dass wir nicht die ganze Saison so gespielt haben", lachte Trainer Timo Schultz. Auch Lars Kehl meinte: "Das Spiel haben wir uns anders vorgestellt, es hat aber trotzdem Spaß gemacht, ohne Druck auftreten zu können." Der 24-Jährige schwärmte von einer "unfassbaren Stimmung" – und bekam dann eine Bierdusche ab. Im Vorfeld der Partie gehörte der Mittelfeldspieler auch zu den Akteuren, die verabschiedet worden waren. Noch sei der Abschied zwar nicht zu 100 Prozent sicher, doch dass er anschließend auf "drei wunderschöne Jahre" zurückblickte, klang schon stark danach, dass er die Lila-Weißen verlassen wird. Auch Schultz meinte: "Stand jetzt kommen wir da nicht zusammen." Eine Hintertür sei aber immer offen.

Nun stehen aber erstmal die großen Feierlichkeiten an. "Die nächsten drei Tage kann uns keiner bremsen, da ist alles scheißegal. Die Mannschaft ist heiß. Das muss man jetzt genießen", blickte Kehl voraus. Zudem ließ er durchblicken, dass es "recht zeitig" nach Mallorca gehen werde. Ob Joe Enochs dabei sein wird? Der US-Amerikaner sprach davon, dass er den Moment nicht ganz so genießen könne, weil angesichts des Aufstiegs viel Arbeit vor ihm liege. "Dennoch freue ich mich sehr für die Mannschaft. Es ist ein wunderschönes Gefühl."

"Der ist schwerer als erwartet"

Um 16:20 Uhr war es dann soweit: Nachdem alle Spieler die Meistermedaille erhalten hatten, übergab DFB-Vizepräsident Peter Frymuth den Meisterpokal an Kapitän Jannik Müller, der diesen unter lautem Jubel seiner Mitspieler und des Stadions in die Höhe streckte.

"Der ist schwerer als erwartet", sagte der Innenverteidiger über die achteinhalb Kilo schwere Trophäe. "Aber so einen Pokal trägt man gerne." Es folgte eine Bierdusche, woraufhin das Interview auch schon wieder beendet war. Gegenüber der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sprach er anschließend noch von einem "geilen Moment" der "unvergesslich bleiben" werde. Die Feierlichkeiten waren dagegen noch lange nicht beendet, am Abend ging es auf der Osnabrücker Maiwoche noch weiter. Es dürfte aber nur der Auftakt zu einer ganzen Partywoche gewesen sein. Die offizielle Meisterfeier vor dem Rathaus findet dann am 17. Mai statt.

   

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