"Werden gut informiert sein": RWE schaut auch auf die Konkurrenz
Rot-Weiss Essen hat sich eine letzte Chance auf den Aufstieg erspielt. Die Mannschaft von Uwe Koschinat ist trotzdem weiter unter Zugzwang – und auf Schützenhilfe angewiesen. In Ulm wird der Cheftrainer durchgängig über die Spielstände auf den anderen Plätzen informiert werden. Doch oberste Priorität wird erst einmal das eigene Ergebnis haben.
"Möglicherweise können wir Druck machen"
Ein 1:0-Sieg gegen Verl hielt Essens Träume am Leben. Nachdem RWE mit drei Niederlagen am Stück eine komfortable Ausgangslage im Aufstiegsrennen aus der Hand gegeben hatte, darf die Mannschaft von Uwe Koschinat jetzt weiter hoffen. Ein Erfolg in Ulm ist am Samstag (13:30 Uhr) eine Grundvoraussetzung. "Wir wissen, dass wir den Sieg benötigen, um aus unserer guten Saison eine herausragende Saison zu machen. Parallel sind wir natürlich davon abhängig, dass auf anderen Sportplätzen die Dinge in unsere Richtung laufen", erklärte der RWE-Coach in der Spieltags-Pressekonferenz vor dem letzten Auftritt. Cottbus und Duisburg wollen Essen nicht vorbeiziehen lassen, während dahinter noch Rostock drängt.
"Es geht wirklich darum, den Gegner ernst zu nehmen und zu signalisieren, dass wir von der ersten Minute alles dafür tun wollen, um drei Punkte zu holen. Möglicherweise können wir dadurch auch Druck auf die anderen Plätze machen", nahm sich Koschinat vor. Rund 4.100 RWE-Fans werden ihre Mannschaft auf dieser Mission nach Ulm begleiten. Und der Cheftrainer war sich sicher: "Dieser Enthusiasmus, den viele Essener mitnehmen werden auf den Rängen, ist der absolute Faktor, damit das Zusammenspiel zwischen den Fans und den Spielern auf dem Platz funktioniert." Verzichten muss Koschinat dabei jedoch auf Klaus Gjasula (Bänderriss), Lucas Brumme (Außenbandriss) und Francis Bouebari (muskuläre Probleme). Dickson Abiama kann hingegen in den Spieltagskader zurückkehren. Auch Janik Hofmann, der gegen Verl angeschlagen vom Platz musste, ist einsatzbereit.
"Sind Strategien durchgegangen"
Trotz aller Hoffnungen auf Platz 2, der noch möglich wäre, bleibt die Ausgangslage von RWE gleichzeitig aber auch verzwickt. Denn Essen könnte auch noch auf Platz 5 abrutschen – und damit die Qualifikation für den DFB-Pokal verpassen, was den Verein wichtige Einnahmen kosten würde. Koschinat hat daher verschiedene Zielsetzungen im Blick, die abhängig von den Resultaten sein werden. "Wir werden sehr, sehr gut informiert sein über die Spielstände auf den anderen Plätzen", kündigte der 54-Jährige an, dass er jede Viertelstunde ein Update am Seitenrand erhalten wird. "Wir sind Strategien durchgegangen, dass wir am Ende ein gewisses Risiko gehen oder auch ein Ergebnis absichern müssen. Insofern war das schon eine sehr komplexe Trainingswoche."
Koschinat legte viel Wert darauf, dass sich seine Mannschaft nicht von den Emotionen treiben lassen wird. Denn am Ende war dem Cheftrainer klar: "Die Informationen über die anderen Plätze sind komplett hinfällig, wenn wir unseren Job nicht machen. Deswegen geht es für mich und mein Team erst einmal darum, dass wir unser Spiel hervorragend vorbereitet haben. Das hat die höchste Priorität." Was dann am Ende für die Essener Saison herausspringen wird, liegt nicht mehr nur in den Händen der Rot-Weissen. Und doch war Koschinat überzeugt: "Am Ende einer langen Saison hast du wahrscheinlich das auf dem Konto, was du verdient hast. (…) Das bringt uns im letzten Spiel eben in die Position des Jägers." Und aus dieser Ausgangslage heraus will RWE am 38. Spieltag das Bestmögliche herausholen.