Weiter keine Stadion-Freigabe: Havelse bleibt in der 96-Arena
Der TSV Havelse muss seine Heimspiele vorerst weiterhin in der Heinz von Heiden Arena austragen. Wie der DFB am Montag mitteilte, könne eine Verlegung der Partien ins Eilenriedestadion derzeit nicht genehmigt werden, da die Spielstätte die Anforderungen für den Drittliga-Spielbetrieb weiterhin nicht vollständig erfüllt.
Mängel bei den Zusatztribünen
Im Rahmen eines Vor-Ort-Termins mit Vertretern des Vereins, des Stadionbetreibers, der Feuerwehr, der Bauaufsicht sowie eines vom DFB hinzugezogenen Sachverständigen seien noch bestehende Mängel an den installierten Zusatztribünen festgestellt worden, gab der DFB bekannt. Diese betreffen laut Verband insbesondere den Brandschutz sowie die statischen Voraussetzungen im Hinblick auf Windlasten. Die Zusatztribünen waren nach dem sportlichen Abstieg zunächst abgebaut worden, ehe sie nach dem Klassenerhalt am grünen Tisch wieder aufgebaut wurden.
Dennoch hatte der TSV Havelse die Heinz von Heiden Arena in den Zulassungsunterlagen vor der Saison als Heimspielstätte angegeben und die Zulassung ausschließlich für dieses Stadion erhalten. Entsprechend könne ein Umzug in das Eilenriedestadion erst dann erfolgen, wenn sämtliche Anforderungen erfüllt seien, wie der DFB betont. Zum jetzigen Zeitpunkt würden die geltenden statutarischen Vorgaben eine Austragung von Drittligaspielen in der Spielstätte nicht zulassen.
Verein will Nachweise bis Oktober vorlegen
Nach Angaben des DFB hat der TSV Havelse zugesichert, die notwendigen Anpassungen einschließlich der erforderlichen Nachweise bis Anfang Oktober zu erbringen. Bis zur vollständigen Umsetzung der Maßnahmen und dem Nachweis der Drittligatauglichkeit müssen die Heimspiele der Rot-Weißen daher weiterhin in der Arena von Hannover 96 ausgetragen werden. Davon betroffen sind nach aktuellem Stand die Partien gegen Waldhof Mannheim (30. August), die SG Sonnenhof Großaspach (12. September) und Fortuna Köln (19. September). Ein entsprechender Antrag auf Verlegung dieser Spiele ins Eilenriedestadion könne "derzeit nicht bewilligt werden", heißt es.
Zudem verwies der Verband auf die organisatorischen Vorgaben für Spielortwechsel. Für eine örtliche Verlegung sei neben der Zustimmung des jeweiligen Gegners insbesondere mit Blick auf die TV-Produktion ein Vorlauf von mindestens zehn Tagen erforderlich. Grundsätzlich müsse ein Antrag sogar mindestens vier Wochen vor dem jeweiligen Spieltermin eingereicht werden.
Trotz der aktuellen Absage befindet sich der DFB nach eigenen Angaben weiterhin im engen Austausch mit dem TSV. Ziel sei es, die weitere Planung der Heimspiele zu begleiten und mögliche Lösungen für die Übergangszeit zu prüfen. Voraussetzung für eine Freigabe bleibe jedoch die vollständige Erfüllung aller sicherheitsrelevanten und infrastrukturellen Anforderungen. "Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität", betont der Verband.
Schon gegen Stuttgart II in der 96-Arena
„Bei Hannover 96 dürfte man über die weitere Nutzung der Arena durch den TSV Havelse nicht sonderlich erfreut sein, nachdem schon das erste Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II in der Heinz von Heiden Arena ausgetragen werden musste und gerade mal 750 Fans angelockt hatte. Aufsichtsratschef Martin Kind hatte im Zuge dessen betont: "Wir wollten eigentlich, dass Havelse so selten wie möglich in der Heinz von Heiden Arena spielt, das erste Spiel zählt mit Sicherheit nicht dazu. Außerdem wäre die Miete dann noch mal höher. An uns soll es zum Schluss nicht scheitern." Ursprünglich sollten nur die Risikospiele in der Arena des Zweitligisten ausgetragen werden, nun kommen weitere hinzu.