Thiele im Interview: "Es ist sehr schwer, uns zu schlagen"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Timmy Thiele vom 1. FC Kaiserslautern über sein neues Leben in der Pfalz, die Gründe für die nicht zufriedenstellende Tabellensituation, die Niederlage bei Spitzenreiter VfL Osnabrück und das anstehende Top-Spiel gegen den KFC Uerdingen.

"Man fühlt sich wie bei einem Bundesligisten"

liga3-online.de: Seit Sommer spielen Sie nun für den 1. FC Kaiserslautern. Ist alles so, wie Sie es sich bei den Roten Teufeln vorgestellt haben, Herr Thiele?

Timmy Thiele: Ja, das ist es. Die Erwartungshaltung war riesig, weil ich wusste, dass ich zu einem großen Traditionsklub wechsele. Und ich wurde nicht enttäuscht. Der Verein, die Fans und das gesamte Umfeld sind fantastisch. Man fühlt sich nicht wie bei einem Drittligaverein, sondern wie bei einem Bundesligisten.

Wie lange haben Sie gebraucht, um sich in Kaiserslautern einzuleben?

Das ging sehr schnell. Meine Frau Kimberley und ich haben glücklicherweise schon nach kurzer Zeit ein Haus gefunden, in das wir einziehen konnten und in dem wir uns pudelwohl fühlen. Mich bei einem neuen Verein in einer neuen Mannschaft mit einem anderen Spielsystem zurechtzufinden, hat logischerweise nicht von heute auf morgen geklappt. Aber auch das hat nicht allzu lange gedauert.

Mit dem FCK rangieren Sie im Tabellenmittelfeld auf Platz neun. Wie fällt Ihr Zwischenfazit aus?

Wir hatten uns den bisherigen Saisonverlauf natürlich ein wenig anders vorgestellt. Unser Problem ist, dass wir noch zu viele Spiele in den letzten Minuten der Partie herschenken. Wir haben oft geführt und standen kurz vor einem Sieg, mussten uns dann aber schlussendlich mit einem Remis zufrieden geben. Insgesamt sind wir aber auf einem guten Weg. Wir haben in den letzten Wochen gezeigt, dass es sehr schwer ist, uns zu schlagen. Wenn wir die Spiele routinierter zu Ende spielen und späte Gegentore vermeiden, bin ich guter Dinge, dass wir einige Plätze klettern können.

Nach einer Serie von sechs Spielen ohne Niederlage gab es aber zuletzt ein 0:2 beim Spitzenreiter VfL Osnabrück. Warum reichte es nicht zu einem Punktgewinn?

Ich bin der Meinung, dass wir sogar hätten gewinnen müssen. Wir haben ein sehr gutes Auswärtsspiel gezeigt, konnten uns dafür aber leider nicht belohnen, weil wir vorne die Tore nicht gemacht haben. Hinzu kam, dass der VfL Osnabrück das Spielglück auf seiner Seite hatte. Auch, wenn wir verloren haben: Es war sicher kein großer Rückschlag für uns und auf der Leistung können wir aufbauen.

 

"16 Gegentore in elf Spielen sind zu viel"

Nach der Länderspielpause geht es nun mit dem Topspiel zweier ehemaliger Bundesligisten gegen Aufsteiger KFC Uerdingen weiter. Wie schätzen Sie den Gegner ein?

Der KFC hat eine Mannschaft, die mit vielen großen Namen gespickt und sehr erfahren ist. Uerdingen ist kein typischer Aufsteiger. Es gibt aber trotzdem nichts, wovor wir uns verstecken müssten. Im Gegenteil: Wir sind selbstbewusst und wollen vor heimischer Kulisse unbedingt gewinnen.

Der KFC spielt bisher eine starke Saison, ist hinter Osnabrück Tabellenzweiter. Trauen Sie Uerdingen den Durchmarsch von der 4. in die 2. Liga zu?

Unmöglich ist das sicher nicht. In der Vergangenheit haben Vereine wie RB Leipzig, die Würzburger Kickers und der SSV Jahn Regensburg gezeigt, wie es funktioniert. Der KFC Uerdingen hat große finanzielle Möglichkeiten und ist sehr ambitioniert. Aber was andere Vereine machen, ist für mich eher uninteressant. Ich beschäftige mich vielmehr mit uns.

Auch Kaiserslautern hat den Anspruch, oben mitzumischen. Was muss neben einem routinierteren Auftreten in der Schlussphase außerdem besser werden, damit sich der FCK bald in der Spitzengruppe etablieren kann?

Wir müssen versuchen, noch besser zu verteidigen. 16 Gegentore in elf Spielen sind zu viel. In Osnabrück haben wir es zuletzt grundsätzlich klasse gemacht. Wir haben wenig zugelassen und waren die klar bessere Mannschaft. In den entscheidenden Situationen waren wir dann aber trotzdem nicht konsequent genug und haben deshalb erneut zwei Gegentreffer bekommen. Das darf uns nicht mehr passieren. Solche Spiele müssen wir ab sofort gewinnen.

   

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