"Stolz der Region": Neuer FCK-Investor spricht über Ziele und Pläne

Mit der "Pacific Media Group" ist in der vergangenen Woche ein neuer Investor beim 1. FC Kaiserslautern eingestiegen. Nun spricht Chien Lee als einer der führenden Köpfe der Unternehmensgruppe über die Ziele und Pläne mit dem FCK.

FCK wieder "erstrahlen lassen"

Rund drei Millionen Euro für etwas weniger als 10 Prozent der Anteile: Auf dieses Geschäft hatten sich die "Pacific Media Group" und der 1. FC Kaiserslautern in der vergangenen Woche geeinigt. Viel Geld, das der FCK gut gebrauchen kann, stand doch allein in der vergangenen Saison ein Minus von 7,8 Millionen Euro zu Buche. Doch welche Ziele verfolgt der US-chinesische Investor? Dazu äußerte sich nun Chien Lee gegenüber "t-online.de": "Beiden Seiten geht es beim Investment um die Weiterentwicklung des Klubs. Wir möchten in enger Zusammenarbeit den 1. FC Kaiserslautern wieder als Stolz der Region erstrahlen lassen."

Um das zu erreichen, will die "PMG" den Pfälzern finanziell, aber auch strukturell unter die Arme greifen: "Dazu gehören unter anderem unsere Scouting-Datenbanken, die nun den sportlich Verantwortlichen in Kaiserslautern auch zur Verfügung stehen", sagt Lee und bekräftigt: "Ich möchte eine Stütze für den Verein sein." Genauer wird er bewusst nicht: "Wir haben den Deal gerade erst vor wenigen Tagen geschlossen, daher kann und möchte ich noch keine konkreten Aussagen über die direkte Mitarbeit meiner Investmentgruppe im Klubgeschäft treffen. Das wäre unangebracht gegenüber den Klubverantwortlichen und -mitarbeitern sowie unseren regionalen Partnern, wie etwa der Saar-Pfalz-Invest GmbH."

Aufstieg zu verpassen wäre "nicht tragisch"

In den FCK als ersten deutschen und siebten europäischen Verein zu investieren, sei keine spontane Entscheidung gewesen, wie der Unternehmer betont: "Ich hatte den deutschen Fußballmarkt bereits seit Längerem beobachtet und auch mit einigen Vereinen Kontakt aufgenommen." Dem Vernehmen nach soll die "PMG" auch mit Türkgücü München in Kontakt gestanden haben. Doch in den Gesprächen mit den Verantwortlichen des FCK sei ihm "sehr schnell aufgefallen, dass ihre Philosophie meiner sehr ähnlich ist". Bei den Roten Teufeln habe er das Gefühl, dass der Verein in guten Händen sei, "ich vor Ort auf vertrauensvolle regionale Partner setzen kann".

Auch die Perspektive stimmt: Mit 57 Punkten nach 31 Spielen belegt Lautern derzeit den zweiten Tabellenplatz und hat damit gute Chancen, nach vier Jahren die Rückkehr in die 2. Bundesliga zu schaffen. Wobei Lee warnt: "Mir ist wichtig klarzustellen, dass der Aufstieg noch nicht sicher ist." Zwar stimme es ihn positiv, dass es beim FCK derzeit so gut laufe, "aber für mich wäre auch ein Verpassen der Aufstiegsplätze zur 2. Bundesliga nicht tragisch. Dann würden wir es in der kommenden Saison einfach von Neuem versuchen".

Ziel: Internationalisierung

Der Aufstieg in die 2. Bundesliga soll aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein: "Wir setzen uns als Ziel, den 1. FC Kaiserslautern als traditionsreichen deutschen Fußballklub im Rest Europas, in Nordamerika und Asien bekannter zu machen." Als Erstligist wären die Chancen dafür deutlich größer, doch die Bundesliga-Rückkehr als zeitnahes Ziel auszurufen, davon hält Lee nichts: "Natürlich wünsche auch ich mir, dass Kaiserslautern wieder zu einem Spitzenteam der Bundesliga wird. Aber das ist nicht so einfach und wird uns eventuell auch nicht gelingen – das weiß ich und kann damit umgehen." Es gehe nicht darum, Fünfjahresziele auszurufen, sondern eine langfristige, kontinuierliche Entwicklung zu fördern. "Wo wir mit dem Verein dann in fünf oder sieben Jahren stehen, sehen wir dann." Worte, die deutlich bodenständiger klingen als die von Ex-Geldgeber Flavio Becca, der einst von der Champions League gesprochen hatte. 

Auch die Nähe zu den Fans will Lee bald suchen: "Wenn die Zeit reif ist, möchte ich unbedingt nach Kaiserslautern kommen, ein Heimspiel im Stadion genießen und mich anschließend mit den Fans zum Kennenlernen hinsetzen." Ob das noch in dieser Saison der Fall sein wird, ließ er offen. Sollte es erst zur neuen Spielzeit klappen, dann womöglich in der 2. Bundesliga.

   

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