Spannung im Tabellenkeller: Wer muss zittern, wer steigt ab?

Sechs Spieltage vor dem Saisonende wird der Abstiegskampf immer spannender: Wer hätte mit dem Sturmlauf des Chemnitzer FC gerechnet? Und wer mit dem Absturz von Fortuna Köln oder dem Halleschen FC? Nachdem wir uns die Kandidaten auf den unteren Plätzen bereits Mitte März genauer angeschaut haben, geben wir nun eine erneute Prognose im Hinblick auf das Abstiegsrisiko ab.

Platz 10: Chemnitzer FC, 40 Punkte

Der Chemnitzer FC hat unter Sven Köhler die Wende zum Positiven geschafft – und das nur wenige Tage nach unserer ersten Prognose, die den Himmelblauen noch ein hohes Abstiegsrisiko attestierte. Schnee von gestern! 2:0 in Erfurt, 4:0 gegen Energie Cottbus, 5:1 über Mainz 05 II, so spielt kein Kandidat für die Regionalliga. Der CFC ist zurück im Flow und wird daher aller Voraussicht nach schon in wenigen Wochen Planungssicherheit für eine weitere Spielzeit in der 3. Liga besitzen. Abstiegsrisiko: 5 Prozent

Platz 11: VfR Aalen, 40 Punkte

Die ganze Saison über befindet sich der VfR Aalen schon mehr oder weniger konstant einige Punkte vor den unteren Rängen, schafft es aber immer wieder, mögliche aufkeimende Gefahr durch Siege zur richtigen Zeit schnellstmöglich im Keim zu ersticken. Bald ist es wieder an der Zeit, einen derartigen Erfolg einzustreuen: Fünf Punkte Vorsprung sind eine trügerische Sache. Die Qualität im Kader sowie die Erfahrenheit von Trainer Peter Vollmann begünstigt die Schwarz-Weißen jedoch, absteigen werden sie nicht. Abstiegsrisiko: 10 Prozent

Platz 12: Fortuna Köln, 40 Punkte

Der Trend zeigt bei Fortuna Köln ganz klar nach unten. Die 1:3-Niederlage gegen Rot-Weiß Erfurt bedeutete die dritte Pleite in Serie, zudem macht die ohnehin nie ganz sattelfeste 60-Gegentore-Defensive mehr und mehr Sorgen. Trainer Uwe Koschinat muss hier schleunigst eingreifen und in den Duellen gegen Mainz, Halle oder Bremen Punkte einfahren, um eine vermeidbare Zitterpartie zu umgehen. An den letzten Spieltagen ist gegen von Aufstiegshoffnungen euphorisierte Auer Veilchen sowie den VfL Osnabrück wohl nicht viel zu holen. Abstiegsrisiko: 25 Prozent

Platz 13: Hallescher FC, 39 Punkte

Gleich sechs Spiele ohne Sieg weist der Hallesche FC auf, der mit Stefan Böger durch diese Negativserie dem Tabellenkeller entgegentaumelt. Mit Chemnitz, Köln, Rostock, Aalen und den Stuttgarter Kickers warten noch viele direkte Kontrahenten im Restprogramm – allesamt unangenehme Aufgaben, inklusive dem VfL Osnabrück dazwischen. Schon zwei weitere Punktverluste können den HFC ganz nah an den verhängnisvollen 18. Platz katapultieren, das Abstiegsrisiko steigt kontinuierlich an. Abstiegsrisiko: 20 Prozent

Platz 14: Rot-Weiß Erfurt, 38 Punkte

Sieg, Niederlage, Sieg – etwa so sieht die gesamte Spielzeit von Rot-Weiß Erfurt aus. Wie soll man dort eine verlässliche Prognose erstellen?! Zumal noch zahlreiche direkte Duelle anstehen, mit Hansa Rostock und Energie Cottbus beispielsweise. Oder den Stuttgarter Kickers. Bei RWE und Trainer Stefan Krämer scheint schlichtweg die Tagesform über die Ligazugehörigkeit zu entscheiden. Abstiegsrisiko: 25 Prozent

Platz 15: Hansa Rostock, 37 Punkte

Knapp über dem Strich steht der FC Hansa Rostock, der aber zuletzt konstant gepunktet hat: Elf Punkte aus den vergangenen sechs Partien zeigen, dass sich die Kogge noch lange nicht in der Ostsee versenkt hat. Auswärts dürfte es in Großaspach und Würzburg allerdings demnächst ziemlich schwer werden – drum muss sich der FC Hansa auf seine Heimstärke verlassen (Stuttgart II, Erfur und Halle kommen noch), um den Schlussspurt mit reichlich Wind in den Segeln zu bestreiten und der 3. Liga den Verlust dieses Traditionsvereins zu ersparen. Abstiegsrisiko: 25 Prozent

Platz 16: Werder Bremen II, 37 Punkte

Immer wieder schafft es dieser SV Werder, sich irgendwie aus den ärgsten Nöten zu befreien. Das beste Beispiel lieferte der hart erarbeitete, aber nicht unverdiente 2:0-Heimsieg über den Halleschen FC. Bis zuletzt wird der Vertreter aus dem hohen Norden wohl als einer der ersten Anwärter auf den Abstieg gehandelt werden – das letzte Wort ist indes noch lange nicht gesprochen. Die Grünen verdienen daher Respekt für ihre Leistung, so unattraktiv die Zweitvertretung für viele Drittliga-Fans doch daherkommt. Abstiegsrisiko: 35 Prozent

Platz 17: Stuttgarter Kickers, 37 Punkte

Wie intensiv der Abstiegskampf in diesem Jahr vonstattengeht, zeigt das Beispiel der Stuttgarter Kickers. Die punkten seit Wochen wie ein Aufstiegskandidat (!), verloren nur eines der letzten neun Spiele (!) und sammelten in dieser Phase 18 (!) Zähler – fast die Hälfte der Gesamtpunktzahl dieser Spielzeit. Und dennoch geht es nicht wirklich voran für Tomislav Stipic und seine Mannen, denn auch der Rest der Liga lässt sich nicht lumpen. Bewahren die Kickers allerdings den Trend und Punkteschnitt der letzten Wochen, werden sie bei rund 49 Punkten enden. Und das reicht, so weit kann man sich aus dem Fenster lehnen, in jedem Fall. Abstiegsrisiko: 20 Prozent

Platz 18: FC Energie Cottbus, 35 Punkte

Energie Cottbus kann nicht mitziehen. Das ist die bittere Erkenntnis der letzten Spieltage. Vor der Auswärtspartie bei Preußen Münster wird der Druck in der Lausitz immer größer. Von der Bundesliga in die Regionalliga in sieben Jahren? Es wäre eine ganz traurige, rekordverdächtige Statistik für den FCE. Das bittere Szenario rückt allerdings von Spieltag zu Spieltag näher – und der Aktionismus von Übungsleiter Vasile Miriuta verpuffte zuletzt quasi wirkungslos. Abstiegsrisiko: 40 Prozent

Platz 19: SV Wehen Wiesbaden, 33 Punkte

Vier Punkte hinter dem rettenden Ufer ist der SV Wehen Wiesbaden einsortiert, der in letzter Sekunde bei Holstein Kiel den 1:1-Ausgleich schlucken musste. Ein Gegentor, das im Nachhinein entscheidend werden kann. Was spricht noch für den Klassenerhalt der Hessen? Genau genommen: nicht viel. Das Restprogramm wartet mit Magdeburg, Aue, Dresden, Münster, Großaspach und Stuttgart II. Da mutiert der FCM am Freitag schon fast zum letzten Strohhalm. Abstiegsrisiko: 60 Prozent

Platz 20: VfB Stuttgart II, 30 Punkte

Sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, im vorentscheidenden Stadtderby mit den Stuttgarter Kickers mit 1:4 untergegangen: Nein, das reicht einfach nicht für den VfB Stuttgart II. Die nunmehr achte Saison in der 3. Liga wird die vorerst letzte sein – die Schwaben steigen ab. Abstiegsrisiko: 90 Prozent

   
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