Dramatik im Tabellenkeller: Wer muss zittern, wer darf hoffen?

30 Spieltage sind in der 3. Liga absolviert, und Freunde von engen Entscheidungen könnten im Abstiegskampf dieser Spielklasse voll auf ihre Kosten kommen: Fast die halbe Liga bangt um den Klassenverbleib – nur fünf Punkte trennen den Tabellenletzten vom vermeintlich beruhigenden 13. Rang. liga3-online.de hat sich die betreffenden Vereine einmal näher angeschaut und zeigt auf, wie groß das Abstiegsrisiko im Einzelnen ist:

Platz 13: Rot-Weiß Erfurt

Tabellarisch geht Rot-Weiß Erfurt mit der besten Ausgangssituation in die letzten acht Spieltage. Unter Stefan Krämer wurden die Leistungen deutlich stabilisiert und die Anzahl an Gegentoren reduziert. Das Restprogramm wartet mit gleich vier bis fünf direkten Duellen auf, unter anderem stehen Vergleiche mit Hansa Rostock, den Stuttgarter Kickers, Energie Cottbus und dem Chemnitzer FC an den kommenden Spieltagen an. Vieles hängt davon ab, ob mit Carsten Kammlott der Mann für die wichtigen Tore auch in naher Zukunft weiterhin seine Treffsicherheit an den Tag legt. Abstiegsrisiko: 25 Prozent

Platz 14: Hansa Rostock

Das alljährliche Zittern, es wird bei Hansa Rostock fast schon zur Gewohnheit. Gut, dass sich die Kogge momentan einerseits auf ihre Heimstärke und andererseits auf Marcel Ziemer verlassen kann. Die Abstiegsgefahr war an der Warnow sicherlich schon einmal größer, doch eine trügerische Ruhe sollte nicht einkehren – das Beispiel der Vorsaison schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Ostseestadion. Ohne Schützenhilfe von Rot-Weiß Erfurt wäre Hansa Rostock damals abgestiegen. Zumal Hansa noch gegen schwere Brocken wie Dresden, Großaspach, Würzburg oder Mainz II anzutreten hat. Abstiegsrisiko: 25 Prozent

Platz 15: Energie Cottbus

Der Fußball-Osten will nicht absteigen: Auch Energie Cottbus ist in den Rhythmus gekommen und hat sich mit zwei Siegen in Serie freischwimmen können. Mit harten Worten, Suspendierungen, aber auch viel Lob begleitet Trainer Vasile Miriuta seine Mannen durch den Abstiegskampf. Fraglich bleibt, ob die Qualität der zweitschwächsten Offensive der Liga ausreicht. Für die Lausitzer spricht dagegen das Nachholspiel in Chemnitz. Das Restprogramm gleicht ansonsten quasi dem von Hansa Rostock und ist damit alles andere als leicht. Abstiegsrisiko: 30 Prozent

Platz 16: SV Werder Bremen II

Werder Bremen II in der 3. Liga – das schien noch im Herbst 2015 eher ein kurzes Intermezzo zu werden. Sechs Punkte nach elf Spieltagen, so lautete die dürftige Bilanz. Dann aber schlugen die Grünen Erzgebirge Aue mit 4:0 und starteten eine deutlich erfolgreichere Saisonphase. 17 (!) Spiele in Serie wurden seitdem nicht mit mehr als zwei Gegentoren beendet, der SVW arbeitete sich still, heimlich und leise voran. Zuletzt zeigte die Formkurve aber wieder nach unten. Angesichts der namhaften Konkurrenz ist Bremen II wohl als einer der ersten Anwärter auf den Abstieg zu sehen. Abstiegsrisiko: 50 Prozent

Platz 17: Stuttgarter Kickers

Noch ein formstarkes Team im Abstiegskampf stellen die Stuttgarter Kickers dar. "Wir haben gewonnen, weil wir ein eingeschworener, dreckiger Haufen sind“, verriet Trainer Tomislav Stipic zuletzt. Reicht das für den Klassenerhalt? Ein Zwei-Punkte-Schnitt aus den letzten sieben Partien macht jedenfalls deutlich, dass die Kickers längst nicht aufgesteckt haben. Tatsächlich besitzen sie in den letzten acht Spielen zudem einen der leichteren Restkalender, müssen aber noch möglicherweise an den Schlussspieltagen in echte Endspiele gegen Bremen II und den Chemnitzer FC. Abstiegsrisiko: 40 Prozent

Platz 18: Chemnitzer FC

Dass die zuvor genannten Teams, die allesamt in dieser Spielzeit schon einmal auf den Abstiegsrängen standen, überhaupt über dem Strich stehen, haben diese zwei extrem formschwachen Mannschaften zu verdanken, die eigentlich doch um den Aufstieg mitspielen wollten. Einer ist der Chemnitzer FC, bei dem sämtliche Alarmglocken seit Wochen durchläuten. Es scheint nur niemand zu hören. Zehn Spiele ohne Erfolg, der Niedergang vom achten auf den 19. Tabellenplatz – es deutet auch unter dem neuen Trainer Sven Köhler nicht viel auf eine rasche Wende hin. Dabei ist der Kader individuell für den Abstiegskampf eigentlich viel zu stark besetzt. Abstiegsrisiko: 40 Prozent

Platz 19: SV Wehen Wiesbaden

Genauso arg hat es den SV Wehen Wiesbaden erwischt, der mit Torsten Fröhling ebenfalls über einen neuen Mann an der Seitenlinie verfügt. Der Trend beim SVWW ist ebenso grausig wie der des CFC, denn die Rot-Schwarzen verloren fünf Begegnungen in Serie. Wen haben die Hessen noch vor der Brust? Quasi alles, was Rang und Namen hat! Magdeburg, Dresden, Aue, Großaspach. Dazwischen Kiel und Münster – ebenfalls unangenehm. Hat die Fröhling-Elf Pech, dann begrüßen sich am 38. Spieltag gegen den VfB Stuttgart II zwei bereits feststehende Absteiger. Abstiegsrisiko: 55 Prozent

Platz 20: VfB Stuttgart II

Auch ganz unten im Keller brennt noch Licht. Sinnbildlich für die Hoffnung der VfB-Reserve steht der Ex-Torjäger aus Bundesligazeiten, Cacau. Totgesagt waren die Schwaben bereits, aber mit acht Zählern aus vier Partien ist der Kontakt ans rettende Ufer wiederhergestellt. Ob Stuttgarter Kickers, Rostock, Cottbus oder Wehen Wiesbaden – auch die Cannstädter können über ihr Schicksal noch selbst bestimmen. Die schlechteste Ausgangslage sowie die Unerfahrenheit der jungen Mannschaft machen Stuttgart dennoch zum Hauptanwärter auf den Regionalliga-Abstieg. Abstiegsrisiko: 70 Prozent

   
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