"So geht es nicht weiter": Kind kritisiert DFB im Havelse-Streit
Im Streit um die Heimspielstätte des TSV Havelse erhält der Klub prominente Unterstützung. Nachdem der Verein zuletzt die Entscheidung des DFB kritisiert hatte, seine Heimspiele vorerst nicht ins Eilenriedestadion verlegen zu dürfen, hat nun auch Martin Kind deutliche Worte in Richtung des Verbandes gefunden.
Kind empfiehlt notfalls rechtliche Schritte
So treffe der Verband Entscheidungen, auf die die Vereine trotz ihrer finanziellen Beiträge kaum Einfluss hätten. "Das ist wirklich unerträglich", sagt Kind in der "Neuen Presse" und bezeichnet die Verbände als "Kartelle", die nach eigenem Ermessen handelten. Der 82-Jährige rät dem TSV sogar dazu, notfalls juristisch gegen die Entscheidung vorzugehen. Er sei seit Jahren ein Kritiker der Verbandsstrukturen und könne den Unmut der Verantwortlichen in Havelse nachvollziehen.
Zugleich macht Kind deutlich, dass auch Hannover 96 unter der aktuellen Situation leide. Zumal im September an einem Wochenende gleich zweimal in der Arena gespielt wird. Doch obwohl der Zweitliga-Klub die Heimspiele des Nachbarn eigentlich nicht dauerhaft in der Heinz von Heiden Arena austragen möchte, werde man Havelse weiterhin unterstützen. "Wir wollen den TSV nicht gegen die Wand laufen lassen", so Kind. "Sonst sind wir am Ende wieder die Buhmänner."
Besonders kritisch sieht Kind die finanziellen Auswirkungen für die Rot-Weißen. Sollte Havelse die gesamte Saison in der deutlich größeren Arena spielen müssen, befürchtet er erhebliche wirtschaftliche Schäden. "Wenn das so wäre, dann ist das der wirtschaftliche Selbstmord, das überleben sie auf jeden Fall nicht", sagt der 82-Jährige. Tatsächlich hatte der TSV bereits in seiner Stellungnahme auf die Mehrkosten hingewiesen. Dem Vernehmen nach soll die Miete für die Heinz von Heiden Arena doppelt so hoch sein wie für das Eilenriedestadion.
Gegen Würzburg in der Eilenriede?
Der Konflikt zwischen Havelse und dem DFB schwelt damit weiter. Während der Verband auf noch ausstehende Nachweise und Anpassungen an den Zusatztribünen verweist, sieht der Verein die Voraussetzungen für einen Umzug bereits erfüllt. Zuletzt hatte Havelse erklärt, die zuständigen Behörden hätten Brandschutz und Statik geprüft und genehmigt. Zudem kritisierte der Klub, dass der DFB bislang keine konkrete Vorschrift benannt habe, die einer Austragung der Spiele im Eilenriedestadion entgegenstehe. Das laufende Widerspruchsverfahren will der TSV deshalb fortsetzen.
Mindestens die Partien gegen Waldhof Mannheim (30. August), die SG Sonnenhof Großaspach (12. September) und Fortuna Köln (19. September) wird Havelse daher noch in der Heinz von Heiden Arena austragen. Bis Anfang Oktober will der TSV die vom DFB geforderten Maßnahmen umgesetzt haben, sodass das Heimspiel gegen die Würzburger Kickers am 14. Oktober im Eilenriedestadion ausgetragen werden soll – sofern der DFB grünes Licht gibt.