Havelse widerspricht DFB: Eilenriede "vollständig genehmigt"

Der Streit um die Heimspielstätte des TSV Havelse geht in die nächste Runde. Nachdem der DFB entschieden hatte, dass der Aufsteiger seine Heimspiele vorerst weiter in der Heinz von Heiden Arena austragen muss, weil das Eilenriedestadion die Anforderungen für den Drittliga-Spielbetrieb weiterhin nicht vollständig erfülle, hat der Verein nun mit einer ausführlichen Stellungnahme reagiert und die öffentliche Darstellung des Verbandes deutlich kritisiert.

Stadt, Feuerwehr und TÜV gaben grünes Licht

Nach Auffassung des TSV Havelse ist das Eilenriedestadion "vollständig genehmigt". Die Landeshauptstadt Hannover habe die Zusatztribünen bereits Ende Juli abgenommen. Zudem seien sowohl der Brandschutznachweis als auch die Statik durch die zuständigen Stellen geprüft und bestätigt worden. Auch die Feuerwehr Hannover habe die Anlage begangen und schriftlich bestätigt, dass sie den brandschutzrechtlichen Vorschriften erfüllt. Ebenso habe der TÜV bestätigt, "dass die Tribünen in Bauart und Material den Tribünen entsprechen, auf denen in diesem Stadion zwei Spielzeiten lang Drittligafußball gespielt wurde, zuletzt bis Mai 2026", heißt es.

Besonders widerspricht der Verein der Darstellung, es gebe statische Mängel. Die vom DFB angeführten Voraussetzungen hinsichtlich der Windlast seien laut Havelse keine Mängel, sondern übliche Betriebsgrenzen für mobile Tribünen. Diese würden durch ein abgestimmtes Sicherheitskonzept abgesichert und im Zuge bereits geplanter Umbauten ohnehin vollständig beseitigt.

Zusatztribünen sollten nicht genutzt werden

Zudem verweist der Klub darauf, dass die Heimspiele gegen Waldhof Mannheim, die SG Sonnenhof Großaspach und Fortuna Köln auch ohne die umstrittenen Zusatztribünen hätten stattfinden sollen. Geplant gewesen sei, ausschließlich die bestehenden Tribünenbereiche zu öffnen. Deren Kapazität hätte laut Verein für die erwarteten Zuschauerzahlen einschließlich der Gästefans ausgereicht. Die vom DFB genannten Beanstandungen hätten diese Partien daher gar nicht betroffen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass das Eilenriedestadion ohne die Zusatztribünen über weniger als die für die 3. Liga vorgeschriebenen 5.000 Plätze verfügt.

Gleichzeitig kritisiert Havelse, dass der Verband bislang keine konkrete Vorschrift benannt habe, die einer Austragung der Spiele im Eilenriedestadion entgegenstehe. Man habe wiederholt um entsprechende Erläuterungen gebeten, bislang jedoch keine Antwort erhalten. Auch die Argumentation des DFB bezüglich der Fristen für eine Spielverlegung sieht der Verein kritisch. Der Antrag sei am 20. August gestellt worden. Für das Heimspiel gegen Fortuna Köln am 19. September werde damit nach Ansicht des TSV die vom Verband selbst genannte Vier-Wochen-Frist eingehalten. Entsprechend erwartet der Klub für diese Partie weiterhin eine positive Entscheidung.

TSV will Vorgaben umsetzen

Unabhängig davon will Havelse die vom DFB geforderten Anpassungen an den Zusatztribünen umsetzen. Die entsprechenden Arbeiten und Nachweise sollen bis Mitte Oktober abgeschlossen sein. Unterstützung erhält der Verein dabei von Hannover 96. Dass der TSV bis zum grünen Licht seitens des DFB in der Heinz von Heiden Arena spielen muss, verursache "erhebliche Mehrkosten". Diese trage der Verein, "obwohl eine behördlich genehmigte Spielstätte bereitsteht".

Vereinsvorsitzender Daniel Wolter macht deutlich, worum es aus Sicht des Klubs geht. "Wir streiten nicht über Sicherheit". Darüber hätten die zuständigen Fachleute bereits entschieden und entsprechende schriftliche Bestätigungen abgegeben. Kritik übt Wolter vielmehr daran, dass der DFB Anforderungen stelle, die auf Nachfrage nicht ausreichend begründet würden. Die Fans, Partner und der Verein selbst hätten "Besseres verdient".

Wolter fordert Transparenz

Zugleich formuliert der Vorsitzende klare Erwartungen an den Verband. Havelse wünscht sich demnach eine nachvollziehbare Entscheidung zum Heimspiel gegen Fortuna Köln, eine verbindliche Zusage für die Nutzung des Eilenriedestadions nach Abschluss der Umbauten sowie Transparenz darüber, auf welche Regelungen sich mögliche weitere Anforderungen stützen. Das laufende Widerspruchsverfahren werde der Verein deshalb fortführen. "Wir werden das Eilenriedestadion Mitte Oktober in dem Zustand übergeben, den der DFB beschrieben hat", kündigt Wolter an. Anschließend erwarte der TSV die Zulassung "ohne Wenn und Aber".

   

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