Schäffler: "So ist es schwierig, die Spiele zu gewinnen"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Torjäger Manuel Schäffler vom SV Wehen Wiesbaden über die Gründe für den Fehlstart des SVWW, die vielen Gegentore, das DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV Ende Oktober und die kommende Partie gegen den SV Meppen.

"Wollen wir nun nachlegen"

liga3-online.de: Nur vier Punkte und Abstiegsplatz 18: Der SV Wehen Wiesbaden kam alles andere als gut aus den Startlöchern. Was sind die Gründe dafür, Herr Schäffler?

Manuel Schäffler: Wir haben vor allem in den ersten Spielen viele individuelle Fehler gemacht. Außerdem mussten wir bisher in jeder Partie mindestens ein Gegentor hinnehmen. So ist es schwierig, die Spiele zu gewinnen. Wir hatten uns alle einen anderen, besseren Start gewünscht. Aber wir können nichts mehr daran ändern. Jetzt gilt es, den Bock umzustoßen. Der Zu-Null-Sieg im Verbandspokal beim Verbandsligisten SpVgg Eschwege (2:0, Anm. d. Red.) am Dienstag hat uns bereits gut getan. In der Liga wollen wir nun nachlegen.

Mit 14 Gegentoren stellt der SVWW die anfälligste Abwehr der Liga. War die Defensive bisher tatsächlich das größte Manko?

Wir waren sowohl in der Defensive als auch in der Offensive zu instabil. Die gravierenden Fehler in der Abwehr sind die eine Sache. Wir haben es aber auch nicht geschafft, vorne genügend Tore zu machen. In beiden Bereichen müssen wir uns verbessern.

Die letzte Saison beendete Wiesbaden auf Platz vier. Ist es auch in dieser Saison der Anspruch, oben mitzuspielen?

Es ist diese Saison eine ganz andere Ausgangssituation. In der letzten Spielzeit waren es recht früh vier bis fünf Teams, die sich oben festgebissen haben und am Ende auch einen großen Vorsprung auf die Konkurrenz hatten. Diesmal bin ich der festen Überzeugung, dass es viel enger zugehen und sich erst spät herauskristallisieren wird, wer die besten Karten auf den Aufstieg hat. Alle Teams werden gute aber auch schlechte Phasen haben und es gibt keinen Verein, gegen den man als haushoher Favorit antritt. Bei dieser Ausgeglichenheit kann man keine Prognosen treffen.

Dass der SVWW mehr kann, als bisher in der Liga gezeigt, bewies er im DFB-Pokal, als er den Zweitligisten FC St. Pauli in einem ansehnlichen Spiel 3:2 nach Verlängerung besiegte. Sie hatten zum zwischenzeitlichen 2:1 getroffen. Das Spiel war ein absolutes Highlight, oder?

Auf jeden Fall. Man hat gesehen, dass auch ein Zweitligist mit uns ernsthafte Probleme bekommt, wenn wir unsere Top-Leistung auf den Platz bringen können.

Wieso ist es der Mannschaft nicht gelungen, den Schwung aus der Partie mit in die darauffolgenden Ligabegegnungen zu nehmen?

Die Aggressivität und Laufbereitschaft, mit der wir im DFB-Pokal den FC St. Pauli in die Knie gezwungen haben, konnten wir in der Liga bisher nicht zeigen. Es ist aber schon so, dass wir uns in den letzten Partien gegen die SpVgg Unterhaching (1:2, Anm. d. Red.) und bei den Würzburger Kickers (1:3, Anm. d. Red.) im Vergleich zu den vorherigen Ligaspielen gesteigert haben. Nur die Punkte fehlten noch.

 

"Habe nichts dagegen, wenn wir der Hamburg-Schreck werden"

In der zweiten Runde des DFB-Pokals geht es gegen den nächsten Hamburger Verein. Diesmal empfängt der SVWW Ende Oktober den großen Hamburger SV. Wie war Ihre erste Reaktion auf das Los?

Da ich zweieinhalb Jahre für Holstein Kiel am Ball war und dadurch nicht weit weg von Hamburg gewohnt habe, habe ich mich sehr über das Los gefreut. Es war sogar so, dass der HSV einer meiner Wunschgegner war. Der HSV ist ein großer Traditionsverein, den wir in unserer Arena empfangen dürfen. Wir freuen uns alle sehr auf das Duell.

Wird Wiesbaden zum Schreck der Hamburger Vereine?

(lacht) Ich glaube schon, dass wir eine Chance haben, den HSV zu schlagen und habe sicher nichts dagegen, wenn wir der Hamburg-Schreck werden.

Erst einmal geht es aber in der Liga darum, die Kurve zu kriegen. Samstag ist der SV Meppen zu Gast. Worauf wird es ankommen, um nach fünf Ligaspielen ohne Sieg wieder dreifach zu punkten?

Kampf und Laufbereitschaft – darauf kommt es in jedem Spiel in der 3. Liga an. Wir wollen den entscheidenden Schritt mehr machen als der Gegner und die Chancenerarbeitung optimieren.

Sie waren zuletzt mit einer Verletzung am Sprunggelenk angeschlagen. Reicht es für einen Einsatz am Samstag?

Ja, ich bin wieder fit. Die spielfreie Zeit in der Länderspielpause habe ich nutzen können, um zu regenerieren und wieder auf 100 Prozent zu kommen. Die Pause hat mir – und womöglich auch der gesamten Mannschaft – gut getan.

   

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