"Krassester Moment meiner Karriere": Ekstase bei RWE

Rot-Weiss Essen stand kurz davor, den Traum von der Relegation denkbar zu verpassen. Doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit gelang Abwehrspieler Ben Hüning der Siegtreffer. Der Jubel kannte anschließend keine Grenzen.

"Bin immer noch sprachlos"

Es schien wie verhext. Rot-Weiss Essen vergab eine gute Chance nach der anderen, und der Ulmer Schlussmann Christian Ortag wuchs immer mehr über sich hinaus. "Zwischendurch habe ich gedacht, es wird schwer", gestand Thorben Müsel nach dem Spiel bei "MagentaSport" ein. Doch als RWE langsam, aber sicher die Zeit davonzulaufen schien, schlug die die Stunde von Ben Hüning: Der Abwehrspieler kam im Anschluss an eine Ecke aus dem Getümmel heraus an den Ball – und versenkte diesen zum umjubelten 3:2 für RWE!

"Ich bin immer noch sprachlos. Das war wahrscheinlich der krasseste Moment meiner Karriere", freute sich der 21-Jährige. "Die Emotionen kochen über, wirklich unfassbar." Durch den Siegtreffer in der zweiten Minute der Nachspielzeit ist es Essen auf den letzten Metern gelungen, den großen Rivalen MSV Duisburg von Platz drei zu stoßen. Statt der Zebras spielt Rot-Weiss am 22. und 26. Mai gegen den Drittletzten der 2. Bundesliga um den Aufstieg.

"Wir kommen immer wieder zurück"

Dass es zu einem solchen Herzschlagfinale kommen würde, war dabei zu Beginn nicht abzusehen. Schließlich ging Essen bereits in der zweiten Minute durch einen Treffer von Müsel in Führung. "Wir wollten in den ersten Minuten mit Volldampf loslegen, um Druck auf die anderen Stadien zu machen", begründete Trainer Uwe Koschinat den forschen Start seiner Mannschaft. Doch in der Folge entglitt RWE das Spiel und Ulm drehte die Partie noch im ersten Durchgang – einmal durch individuelle Aussetzer der Essener. "Wir haben wieder mal ein sicheres Spiel zwischenzeitlich aus der Hand gegeben", räumte Koschinat ein und sprach von einem "Spielbild der Saison".

Was folgte, war ein Kraftakt, der ebenfalls sinnbildlich für die Essener Saison stand. "Diese Mannschaft ist der Wahnsinn, wir kommen immer wieder zurück", frohlockte Hüning, nachdem RWE ab der 71. Minute zudem in Überzahl war. "Wir haben nie aufgegeben, sind immer wieder angerannt". Und auch sein Trainer urteilte süffisant: "Wahrscheinlich gehört zu einem solchen Tag auch ein solches Herzschlagfinale". Gleichzeitig betonte Koschinat, der Viktoria Köln für das Remis in Duisburg dankte, dass seine Mannschaft angesichts von 70 Punkten "ein verdienter Teilnehmer an der Relegation" sei.

"Wir werden es schaffen"

Während die über 4.000 mitgereisten Fans friedlich auf den Tribünen und auf der Tartanbahn vor dem Gästeblock feierten, richteten Koschinat und Hüning den Blick bereits auf die beiden anstehenden Spiele um den Aufstieg in die 2. Bundesliga. Denn noch sei nichts erreicht. "Die Menschen freuen sich auf diese beiden Spiele und sehen das als Erfolg an", betonte Koschinat. "Die Energie in der Relegation wird grenzenlos sein. Jetzt eskaliert es einfach in Essen. Ein Zweitligist muss nun an die Hafenstraße. Das wird sicher kein leichter Gang!"

Gegen wen es am kommenden Freitag und am darauffolgenden Dienstag gehen wird, entscheidet sich am Sonntag. Der Gegner ist für Hüning zweitrangig: "Es kann kommen, wer will. Wenn wir unsere Teamleistung auf den Platz bekommen, dann können wir jeden schlagen. Wir werden das schaffen. Da bin ich mir nach den ganzen positiven Emotionen heute sicher." Koschinat pflichtete ihm bei.

   

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