Rückrunden-Prognose #1: Die Plätze 20-14

Am kommenden Samstag beginnt die Rückrunde in der 3. Liga – und das gleich mit einem XXL-Spieltag, denn alle zwanzig Teams treten am gleichen Tag zur selben Uhrzeit an. Wer wird gut aus den Startlöchern schlüpfen und wer braucht seine Anlaufzeit? liga3-online.de checkt die Form und die Neuzugänge und wagt kurz vor dem Rückrundenauftakt eine Prognose. Wir beginnen mit den Teams auf den letzten sieben Plätzen.

So lief die Vorbereitung: Der SC Paderborn bestritt die komplette Vorbereitung in heimischen Gefilden, musste aufgrund des bundesliga-tauglichen Nachwuchsleistungs- sowie Trainingszentrums aber trotz kalter Temperaturen und teils winterlicher Verhältnisse kaum Einschränkungen vornehmen. Schon am 3. Januar nahm die Mannschaft das Training auf und stellte ihre Form in bisher vier Testspielen unter Beweis: Während gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV ein 2:0-Erfolg eingefahren wurde, setzte es in Braunschweig (0:2) und daheim gegen den BVB (1:6) zwei Niederlagen mit Lerneffekt. Abgeschlossen wurden die Testspiele mit einem 2:2 bei Fortuna Düsseldorf, dem eine couragierte Leistung vorausging.

Die Wintertransfers: Vier Mal schlug der SC Paderborn bisher zu. Stürmer Roope Riski stieß per Leihe vom finnischen Spitzenklub SJK Seinajöki nach Ostwestfalen, auch Innenverteidiger Lukas Boeder (Bayer Leverkusen) kommt auf Leihbasis zum SCP. Zudem wurden Michael Ratajczak (Torhüter) und Sebastian Heidinger (Verteidigung/Mittelfeld) unter Vertrag genommen. Verlassen hat den Verein bisher nur Dino Medjedovic, weitere Abgänge sind aber möglich. Sofort weiterhelfen soll speziell Heidinger, der mit viel Zweitliga-Erfahrung zum SCP kommt.

Prognose: Der SC Paderborn hat das Potenzial, um gut in die Rückrunde zu starten und sich schnell in Richtung der oberen Tabellenhälfte zu orientieren. Der Abstiegskampf sollte dann kein Thema mehr sein.

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So lief die Vorbereitung: Herrje! Über Teile dieser Vorbereitung würde Erfurt wohl gerne nie wieder sprechen. Als einziger Profiverein bevorzugte RWE ein Trainingslager in der als unsicher eingestuften Türkei. Während die Bedingungen gut waren, verlief der Hinflug nach einem Blitzeinschlag suboptimal – erst nach acht Stunden und teils großer Angst konnten die Thüringer ihr Quartier beziehen. In zwei Testspielen gegen die U21 von Aserbaidschan sowie den SV Meppen fielen keine Tore, die Generalprobe gegen den BVB musste sogar kurzfristig abgesagt werden. Die Westfalen konnten in Erfurt nicht landen. Irgendwie haben es Stefan Krämer und Co. aktuell nicht mit Flugzeugen…

Die Wintertransfers: Kein Geld, keine Transfers – so einfach ist die Rechnung in Erfurt. Bisher wurde weder ein Zugang präsentiert noch ein Abgang verkündet. Auch Okan Aydin, dem zwischenzeitlich das Interesse mehrerer Drittligisten nachgesagt worden war, ist weiterhin an Bord.

Prognose: Der Auftakt wird für RWE wie die gesamte Hinrunde verlaufen: Wenig konstant, mit vielen Auf und Abs. Tabellarisch verändert sich vermutlich wenig.


So lief die Vorbereitung: Schon kurz nach den ersten Trainingseinheiten im Kraft- und Ausdauerbereich flogen die Preußen nach San Pedro del Pinatar (Spanien), um sich dort im Trainingslager auf die Rückserie vorzubereiten. Dort aber steckte der SCP zunächst ein 0:1 gegen den SV Darmstadt 98 sowie ein deutliches 1:5 gegen den SV Sandhausen ein. Besser verliefen die Spiele in der Heimat: Zunächst wurde Regionalligist Wattenscheid 09 mit 3:2 besiegt, ehe die Generalprobe am vergangenen Samstag gegen den Zweitligisten VfL Bochum mit einem 2:1-Sieg endete. Die Formkurve zeigt rund um die Hammer Straße somit zweifelsohne nach oben.

Die Wintertransfers: Viel los in Münster! Während Jesse Weißenfels (unbekanntes Ziel) und Spielmacher Amaury Bischoff (Hansa Rostock) den Klub verlassen haben (Edisson Jordanov soll noch folgen), sind mit Christian Müller und Mirkan Aydin zwei zweitligaerfahrene Offensivspieler zum Sportclub dazugestoßen. Geht es nach Trainer Benno Möhlmann, sollen auch noch Stürmer Martin Kobylanski sowie Defensivmann Manuel Konrad kommen, deren Verpflichtung gestaltet sich aber aus finanziellen Gründen bislang schwierig.

Prognose: Leicht wird es für Preußen Münster zunächst nicht, zumal der Auftakt mit schweren Gegnern einhergeht. Auf lange Sicht sollte das Mittelfeld möglich sein.

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So lief die Vorbereitung: Werder Bremen II checkte zwischen dem 11. und dem 18. Januar im südspanischen Marbella ein. Das einzige Testspiel auf spanischem Boden wurde gegen den russischen Vertreter Dynamo Moskau mit 0:2 verloren. Zurück an der Weser bestritten die Bremer nur noch ein weiteres Testspiel gegen die Zweitvertretung des Hamburger SV: Im „Mini-Nordderby“ behielt Bremen spektakulär mit 7:4 die Oberhand.

Die Wintertransfers: Der SVW II verkündete keine Wintertransfers – offen ist allerdings noch, ob die Fluktuation zwischen Profikader und Reserve ähnlich große Formen wie in der Hinrunde annehmen wird. Nicht mehr mit dabei ist in jedem Fall Fallou Diagne, der nach Frankreich verliehen wurde.

Prognose: Werder Bremen II ist kaum einzuschätzen. Voraussichtlich wird der SVW dem Abstiegskampf erhalten bleiben.

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So lief die Vorbereitung: Für den SV Wehen Wiesbaden, der ebenfalls schon am dritten Tag des Jahres das Training aufgenommen hat, ging es für insgesamt neun Tage ins spanische Oliva Nova. Zudem testeten die Hessen ausschließlich gegen höherklassige Gegner und fuhren mit Rücksicht auf die stetige Underdog-Rolle passable Ergebnisse ein: Ein 1:0 über den 1. FC Heidenheim sowie ein 2:2 gegen Greuther Fürth bleiben ebenso positiv in Erinnerung wie das 2:2-Remis gegen den tschechischen Spitzenklub Viktoria Pilsen. Niederlagen mussten gegen Union Berlin (1:3) sowie die Würzburger Kickers (0:1) hingenommen werden.

Die Wintertransfers: Der SVWW hat mit bisher zwei Transfers die Defensive verstärkt: Sascha Mockenhaupt wurde aus Norwegen verpflichtet und kommt mit ordentlich Zweitliga-Erfahrung. Zudem wurde Linksverteidiger Dominik Nothnagel von den Würzburger Kickers nach Wiesbaden gelotst – ein Mittelfeldspieler sowie ein Angreifer sollen noch kommen. Abgänge verzeichnete der abstiegsbedrohte Drittligist bisher nicht, sortierte aber drei Spieler aus. 

Prognose: Wiesbaden kann mit etwas Schwung früh Boden gutmachen und die Abstiegsränge verlassen.


So lief die Vorbereitung: Trotz der sächsischen Schneemassen absolvierte der FSV Zwickau seine Vorbereitung ohne Trainingslager – es waren auch schlichtweg keine finanziellen Mittel vorhanden. Stattdessen wurde daheim fleißig getestet und gemischte Ergebnisse eingefahren: Zunächst setzte es zwei Niederlagen gegen die Leipziger Regionalligisten RBL II und Lok, Trainer Torsten Ziegner reagierte wütend. Besser lief es gegen Carl Zeiss Jena (1:0) sowie trotz Niederlage gegen den Zweitligisten Greuther Fürth (0:1). Ein abschließender Kick gegen Oberlausitz Neugersdorf (RL Nordost) wurde abgesagt.

Die Winter-Transfers: Aufgrund der Finanznot durfte Zwickau bisher keine Wintertransfers tätigen – ein klarer Nachteil im Kampf um den Klassenerhalt. Möglicherweise sind in den letzten Januar-Tagen noch Transfers möglich, schließlich ist die Finanzlücke offenbar geschlossen worden. Verlassen hat den Verein nach nur sechs Monaten Marcel Gebers, den es in die Regionalliga Nord zum SV Meppen zieht.

Prognose: Zwickau kann die gute Form der letzten Ligaspiele vorerst nicht mitnehmen und verbleibt im Abstiegskampf. Für Hoffnung könnten Last-Minute-Transfers sorgen.

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So lief die Vorbereitung: Ohne Trainingslager ging auch das abgeschlagene Schlusslicht aus Mainz in die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte. Stattdessen wurden mehrere torreiche Testspiele bestritten: Die unterklassigen Vereine SV Gonsenheim, VfB Ginsheim und RW Darmstadt wurden mit 6:2, 7:0 respektive 9:0 bezwungen, auch Regionalligist 1. FC Saarbrücken stellte keine Probleme dar (4:1). Ein 1:1-Remis gegen Rot-Weiss Essen (RL West) rundete die solide Vorbereitung der Mainzer Talente ab.

Die Winter-Transfers: Bis auf die üblichen Verschiebungen zwischen der Profimannschaft und der Zweitvertretung hat Mainz 05 II um Trainer Sandro Schwarz bisher nicht auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Stattdessen verzeichnete Mainz einen Abgang, der aber aufgrund langwieriger Verletzungen ohnehin nicht zum Zuge gekommen war: Der 23-jährige Dennis Franzin wird zum Sportinvaliden und beendet aufgrund der Verletzungsprobleme seine Profikarriere.

Prognose: Mainz II hat keine Wahl und muss von Beginn alles auf eine Karte setzen. Gelingen nicht schnell erste Erfolge, wird der Abstieg aber kaum noch zu verhindern sein.

   
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