Pyroshow zum Stadionabschied: DFB ermittelt gegen den KSC

Die Pyroshow, die am vergangenen Samstag nach dem Heimspiel des Karlsruher SC gegen die Würzburger Kickers zum Abschied des Wildparkstadions gezündet wurde, könnte ein Nachspiel haben. Wie der DFB auf Anfrage von liga3-online.de mitteilte, hat der Kontrollausschuss am Mittwoch ein Ermittlungsverfahren gegen den KSC eingeleitet. 

Empfindliche Geldstrafe droht

Es war ein emotionaler Moment, als rund 45 Minuten nach Spielende dutzende Fackeln das Wildparkstadion erleuchteten – und für einen würdigen Abschied der alt-ehrwürdigen Spielstätte sorgten. Das beeindruckende Bild ist allerdings auch dem DFB nicht verborgen geblieben. Und da das Zünden von Pyrotechnik im Stadion eigentlich verboten ist, hat der Verband nun entsprechende Ermittlungen aufgenommen und den KSC zur Abgabe einer Stellungnahme aufgefordert. Ein Vorgang, der bei den Badenern durchaus auf Verwunderung stößt.

Wie ein Sprecher mitteilte, sei die Stadionverabschiedung als Zweitveranstaltung unter dem Namen "Abschied Wildparkstadion" angemeldet worden. Zu dieser sei zwischen den "Supporters Karlsruhe 1986 e.V." als Veranstalter und der Feuerwehr, der Polizei, dem Bauordnungsamt, dem Ordnungs- und Bürgeramt sowie dem städtischen Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark behördliches Einvernehmen hergestellt worden – inklusive der Erteilung aller erforderlichen Genehmigungen. Auch der DFB sei über die Veranstaltung in Kenntnis gesetzt worden sein, wie es auf Anfrage hieß. Des Weiteren ging der KSC davon aus, dass die zuvor stattgefundene Partie mit der Pressekonferenz und einer Durchsage des Stadionsprechers "formal und ordnungsgemäß" beendet war und die anschließend durchgeführte Pyroshow nicht mehr in den Zuständigkeitsbereich des DFB fällt. Ob dem tatsächlich so ist, soll im Rahmen der Ermittlungen nun geprüft werden.

Sollte sich herausstellen, dass die Pyroshow nach dem Spiel doch in den Zuständigkeitsbereich des DFB gefallen ist, droht dem Karlsruher SC eine überaus empfindliche Strafe. Legt man den zu Saisonbeginn eingeführten Strafenkatalog zu Grunde, wonach jede abgebrannte Pyro-Fackel eine Strafe von 350 Euro nach sich zieht, würde sich angesichts der rund 180 gezündeten Bengalos eine Strafe von insgesamt 63.000 Euro ergeben – zumindest, wenn der standardisierte Strafenkatalog tatsächlich Anwendung finden sollte.

Auch Rot-Weiß Erfurt musste zahlen

In einem ähnlichen Fall im Oktober 2014, als zum Abschied des Erfurter Steigerwaldstadions im Anschluss an ein Freundschaftsspiel ebenfalls eine Pyroshow gezündet worden war, verhängte der DFB anschließend eine Geldstrafe in Höhe von 20.000 Euro, die nach einem Einspruch der Thüringer später auf 15.000 Euro reduziert wurde.

Auch die Erfurter Verantwortlichen waren davon ausgegangen, dass es sich bei der Stadionverabschiedung um eine eigene Veranstaltung gehandelt hatte, die nicht in den Zuständigkeitsbereich des DFB fiel. Damals begründete Stephan Oberholz, stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, jedoch: "Bei Bundesspielen ist der Einsatz von Pyrotechnik untersagt. Darauf wurde Rot-Weiß Erfurt im Vorfeld des Spiels auch noch mal explizit hingewiesen. Hierüber hat sich der Verein hinweggesetzt, was in einem klaren Verstoß gegen die geltenden DFB-Regeln mündete." Ob sich auch der Karlsruher SC über einen solchen Hinweis hinweggesetzt hat, werden die Ermittlungen zeigen.

   
  • Joch En

    Als Würzburger bin ich sicher nicht begeistert über das Spielergebnis…aber wenn ich lese, dass diese tolle Pyroshow als große, gemeinschaftliche Aktion für alle treuen KSC-Fans zur Verabschiedung ihres Traditions-Stadions (mit offizieller Absprache und Genehmigung aller beteilgten Behörden!!!) vom DFB mit einer Strafe belegt werden soll…da fehlen mir die Worte!!! DFB, erst denken, dann handeln. Oder ist bei euch jede Spur von Humanität erloschen?

  • RicoW

    Wenn bei Rammstein im Rudolf-Harbig-Stadion nächstes Jahr ordentlich Pyro gezündet wird, dann muss sicher auch Dynamo dafür zahlen ;-) Lächerlich!

  • Phillip

    Die Frage ist doch: Wann ist denn ein Spiel wirklich vorbei?

    • Friedrich Herschel

      Zumindest die "Strafgewalt" des Schiedsrichters endet, wenn er den Platz nach Abpfiff verlassen hat.

  • Daniel M.

    Die zahlen doch sonst immer ganz brav ihre Strafen. Wie alle anderen Vereine auch.
    Also…nicht so verwundert tun und die Schatulle weit öffnen.

    FUCKDFB!

  • Michael Basilon

    Lächerlich. Typisch DGB

    • Daniel M.

      DGB finde ich auch Scheisse!

  • Frank Meiser

    Es muss eine sehr harte Strafe geben. Offensichtlich wurde hier nicht zugelassene Pyro von unberechtigter Hand unter Beihilfe des Vereins gezündet. Eine fatale Aktion. Eine Geldstrafe ist hier zu wenig. Ein signifikanter Punktabzug ist hier zwingend erforderlich. Der Fall läge anders, wenn man ein Feuerwerk von einer zugelassenen Fachfirma bestellt hätte.

    • Nackter Mann

      Jo laber keinen Dünnpfiff! Um ein Bengalo in die Luft zu halten bis es ausgeht, braucht es ja wohl keine "Fachfirma". "Fatal" ist da auch nix, da ist ja die Gefahr an Silvester noch höher!

    • Perri

      Frank! Nicht nur die Überschrift lesen. Bewahrt den Verfasser von dümmlichen Posts, sich unabsichtlich zum Vollhorst zu machen.

  • Superlos
  • Martin Knobeler

    Die kacken sich nur deshalb an, weil sie immer nur Kohle abziehen wollen. Das ist ja wohl eine Privatveranstaltung. Dann müssen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften die offiziellen Pyroshows auch verboten werden. Sind zwar keine Bundesspiele, nehmen aber auch deutsche Mannschaften teil. Ich bin nicht für Pyro im Stadion, wenn es nahe am Menschen gezündet wird, kann selbst den Rauch nicht ab. Aber in dem Zusammenhang ist es nur lächerlich.

  • Pingback: DFB ermittelt wegen Pyroshow gegen KSC – News()

  • Bene Krieger

    Die lächerlichste Aktion ever. Pyrotechnik verbieten? Ja ok, wenn andere Menschen gefährdet werden. Ich fänds jetzt auch beunruhigend, wenn neben mir im Block plötzlich was angeht. Aber des??? Hallo? Da stehen in nem Abstand von 5 Metern nebeneinander, Zuschauer min 5 Meter hintendran. Wenn se die Dinger ned grad ins Publikum werfen oder dem Nebenmann plötzlich ins Auge drücken kann doch NICHTS PASSIEREN! Des is doch das Paradebeispiel von kontrolliertem Abbrennen!
    Und ne bessere Verwendung wie in diesem Fall kann man nicht haben! Wie sehr, um ein vielfaches emotionaler hat es diesen Moment bitteschön gemacht?
    Ich bin keiner, der den DFB wegen allem verteufelt oder alle für gleichermaßen korrupt hält (anders als bei FIFA und UEFA), aber es tut mir leid: FICK DICH DFB

  • Nackter Mann

    Mein Gott ist das lächerlich, das Spiel war ja schon längst vorbei… Die Pressekonferenz wurde sogar noch auf der Leinwand gezeigt, danach ist der Spieltag ja wohl beendet… Wenn ein Unternehmen zu einer Feier ein Feuerwerk zündet, regt sich ja auch keiner auf… Gesunder Menschenverstand würde hier helfen

  • Doppelherz

    Als ich die herrlichen Bilder von der Abschiedsfeier gesehen habe, war die Bestrafung durch den DFB leider das Erste was mir in den Sinn kam.
    Hoffentlich steht die Stadt hinter ihrem Verein.
    Lächerlich bis völlig ohne Sinn und Verstand…f**k dich DFB

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