Prognose zur Restrunde #2: Die Mittelfeldteams

Ab Freitag rollt in der 3. Liga endlich wieder der Ball, an den verbleibenden 18 Spieltagen werden sich Auf- und Abstieg entscheiden. Mit welcher Ausgangslage gehen die Teams in die Restrunde und wie lief die Vorbereitung? liga3-online.de blickt in drei Teilen auf alle 20 Teams und wagt eine Prognose. Im zweiten Teil schauen wir auf die Mittelfeldteams.

Ausgangssituation: Trotz der Masse an Gegentoren (40) spielte der FWK völlig überraschend eine Rekord-Halbserie in seiner dreijährigen Drittliga-Geschichte und sammelte nach der Hälfte aller Spiele mehr Punkte denn je. Trotzdem schauen die Würzburger nach unten, wenngleich der Abstand zu den Abstiegsrängen schon sieben Punkte beträgt – nach oben hin sind es nur sechs Zähler.

Vorbereitung: Die Flut an Gegentoren wurde am Dallenberg gestoppt, seitdem geht es für die Würzburger auch stets bergauf. So konnte das Team von Michael Schiele gegen die U23-Mannschaft von Borussia Mönchengladbach einen 2:1-Sieg einfahren, auch Essen wurde besiegt (4:2), während die Generalprobe gegen Regensburg 2:2 endete.

Transfers: Neuzugänge haben die Kickers bisher nicht vermeldet, dafür können Leon Bätge und Patrick Breitkreuz den Verein, der künftig von Felix Magath beraten wird, verlassen. Auch die Vertragsverlängerung von Michael Schiele soll vorangetrieben werden, um Planungssicherheiten zu bekommen.

Prognose: Seitdem die Würzburger ihre Abwehrprobleme überwunden haben, zeigt die Elf vom Dallenberg mehr Positives. Zumal aus der gestärkten Defensive auch ein neuer Offensivdrang hervorging: Können sich die Würzburger die Effizienz aus dem Halle-Spiel beibehalten, müssen sie wohl nicht mehr lange nach unten schielen. 

 

Ausgangslage: Fehlende Konstanz in der Leistung und den Ergebnissen kostete Stefan Krämer zum Jahresende den Job, die Einstellung von Claus-Dieter Wollitz schmeckte nicht allen Fans. Trotzdem zählt der Zweitliga-Absteiger zu den Teams mit den wenigsten Niederlagen und hat die Spitzengruppe noch in Sichtweite.

Vorbereitung: Fans und Experten sind gespannt, wie der neue Übungsleiter die Mannschaft in den Griff bekommt. In drei Testspielen gegen Royal Excel Mouscron (1:2), Aue (1:1) und Braunschweig (0:0) blieben die Elbstädter während der Vorbereitung zwar sieglos, präsentierten sich aber ordentlich.

Transfers: Bis auf den Abgang von Eigengewächs Anton Kanther und der Verpflichtung von Stürmer Daniel Steininger, der als Testspieler beide Magdeburger Tore in den Testspielen erzielte, tat sich bisher noch nicht allzu viel. Zuletzt stand Marvin Pourié auf dem Zettel, war aber zu teuer.

Prognose: Claus-Dieter Wollitz ist als Motivator und Antreiber bekannt, sodass sich die Verantwortlichen neuen Schwung in der Spielweise ihres Teams erhoffen. Kann der neue Übungsleiter seine Mannschaft packen und der Offensive wieder Leben einhauchen, könnte es vielleicht doch noch nach oben gehen. Das Potenzial im Kader des Zweitliga-Absteigers dazu ist in jedem Fall vorhanden.

 

Ausgangslage: Schlechter Start, mittleres Hoch, tiefer Fall – so in etwa lässt sich der bisherige Saisonverlauf der Ostseestädter beschreiben. Gewiss spielte das Verletzungspech in den letzten Wochen vor der Winterpause eine erhebliche Rolle im Auftreten, aber beim 5:1-Kantersieg bei Viktoria Köln zum Jahresabschluss zeigte das Team, was möglich sein kann.

Vorbereitung: Zwar ging die Generalprobe gegen den VfB Lübeck mit einer B-Elf verloren (0:1), dafür setzte Hansa gegen die Young Boys Bern (2:1) und Lyngby BK (2:0) aber zwei Ausrufezeichen und blieb auch in den Duellen gegen Eskisehirspor Kulübü (3:0) und die Grasshoppers Zürich (1:1) ungeschlagen. Darüber hinaus bekam Jens Härtel das Vertrauen der Führungsetage ausgesprochen und verlängerte seinen Vertrag.

Transfers: Mit Nico Granatowski, der auf Leihbasis von Zweitligist Osnabrück nach Rostock kommt, gab Hansa am Dienstag den ersten Neuzugang bekannt – weitere sollen bis zum 31. Januar folgen. Jonas Hildebrandt zog es nach Essen, Elsamed Ramaj wurde an Lübeck verliehen und Osman Atilgan soll vorzeitig nach Dresden zurückkehren. 

Prognose: Wer hinfällt, muss auch wieder aufstehen können. Diesem Motto werden die Rostocker in den kommenden Wochen folgen müssen, denn gerade zu Hause blieben die Hanseaten noch etwas schuldig. Bleibt die Kogge ihrem Kurs treu, sollte sie mit dem Abstiegskampf in dieser Saison nichts zu tun haben – mit dem Aufstieg aber eher auch nicht.

 

Ausgangslage: Nicht wenige rechneten mit den Münchener Löwen als klaren Abstiegskandidaten, sorgten die Macht- und Grabenkämpfe im Hintergrund doch einmal mehr für Unruhe und Ungewissheit auf Giesings Höhen. Dazu schmiss dann auch noch Daniel Bierofka seinen Job. Doch seitdem verlor der TSV 1860 kein Spiel mehr.

Vorbereitung: Lange stand nicht fest, ob die Löwen in ein Trainingslager ziehen würden und doch bereitete sich das Team von Michael Köllner letztlich in Spanien auf die Restrunde vor. Der geplante Test gegen Wacker Innsbruck fiel sprichwörtlich ins Wasser, am Samstag feierten die Löwen aber einen deutlichen 5:1-Sieg gegen die Auswahl einer spanischer Fußball-Gewerkschaft.

Transfers: Alexander Fuchs hieß das Objekt der Begierde im zentralen Mittelfeld, doch der Nürnberger entschied sich letztlich für den Liga-Konkurrenten aus Unterhaching. Auf der anderen Seite musste 1860 auch niemanden abgeben, kann sich aber trotzdem über Einnahmen von knapp 2,4 Millionen Euro freuen – weil die Ex-Spieler Julian Weigl und Marin Pongracic für Millionensummen wechselten.

Prognose: Teamgeist und Zusammenhalt stärkten die Münchener Löwen im Endspurt der Hinrunde, sodass sich die Sechziger nach einem gemischten Saisonverlauf letztlich weit von den Abstiegsplätzen entfernen konnten. Aber auch die Abhängigkeit von Sascha Mölders lässt nur schwer erahnen, wohin der Weg für 1860 in der zweiten Halbserie führen wird. Können die Münchener ihren scheidenden Top-Torjäger entlasten und den Erfolg auf mehreren Schultern verteilen, ist das gesicherte Mittelfeld wohl das Minimum.

 

Ausgangslage: Nicht weniger unruhig war die Situation am Betzenberg, noch immer schwebt die finanzielle Schieflage bedrohlich über den Roten Teufeln. Eine sportliche Serie von fünf Siegen in Folge brachte nicht nur massiv das Selbstvertrauen zurück, sondern spülte die Lautrer auch gleichzeitig in die obere Tabellenhälfte – und das schon irgendwie überraschend.

Vorbereitung: Im türkischen Belek feierten die Roten Teufel zwei klare Siege gegen Aarau (4:1) und MTK Budapest (5:0), am Dienstagabend folgt gegen Regionalligist Pirmasens ein abschließender Härtetest.

Transfers: Mit Hikmet Ciftci holten die Lautrer ein Talent für das zentrale Mittelfeld aus Aue, zudem wurde die linke Abwehrseite mit Regensburgs Alexander Nandzik verstärkt. Keine Rolle mehr in den Planungen spielen Christoph Hemlein, Janek Sternberg und der aus Japan zurückgekehrte Jan-Ole Sievers. Sie alle können den Verein verlassen.

Prognose: Erst im Endspurt der Hinrunde zeigten die Roten Teufel, zu was sie in der Lage sein können – und setzten die angedeuteten Fähigkeiten aus Pokalauftritten gegen Mainz und Nürnberg auch im Liga-Alltag um. Bleibt das Offensivtrio um Thiele, Pick und Kühlwetter in Form, kann das Team vom Betzenberg in der engen Liga sogar noch oben angreifen. Denn vier Punkte Rückstand auf Rang drei sind schnell aufgeholt.

 

Ausgangslage: Seitdem Stefan Reisinger an der Seitenlinie steht hat, läuft es bei den Krefeldern. Seit langer Zeit stimmt die Mischung von erfahrenen Routiniers und jungen Wilden, sodass sich auch die Qualität der einzelnen Spieler mal wieder herauskristallisiert. Der Lohn für die harte Arbeit ist die Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen.

Vorbereitung: Ausgerechnet in einer Phase, in der der KFC eine sportliche Stabilität wie zuletzt nur selten erreicht, geschieht der Trainingslager-Fauxpas: Weil die Bedingungen in der Toskana nichts Anderes zuließen, mussten die Uerdinger kurzfristig umplanen und brachen das Trainingslager ab, um in die Niederlande umzuziehen. Vorher waren sie immerhin erfolgreich: Zwei Siege gegen Dortmund II und Arminia Bielefeld demonstrieren das Sportliche, die Generalprobe findet am Mittwoch gegen Zweitligist Bochum statt.

Transfers: Wenn der KFC auf dem Transfermarkt zuschlägt, dann haben die Verpflichtungen meist Rang und Namen – so auch Edvinas Girdvainis, der als litauischer Nationalspieler die Innenverteidigung der Uerdinger stärken soll. Auch an Vorjahres-Torschützenkönig Marvin Pourié war der KFC interessiert, jedoch erhielt Liga-Konkurrent Braunschweig den Zuschlag. Dafür klappte es am Dienstag mit Rijad Kobiljar vom slowenischen Erstligisten NK Rudar Velenje.

Prognose: Investor Mikhail Ponomarev hält sich vornehm zurück und überlässt aktuell seiner Sportlichen Leitung um Reisinger und Effenberg das Handeln, was abgesehen von der Wahl des Trainingslagers aktuell zu einer überraschenden Ruhe in Krefeld führt. Setzen die Uerdinger dies auch sportlich weiterhin um, dann ist die Qualität für den großen Wurf durchaus vorhanden.

 

Ausgangslage: Mit Platz sieben hätten vor Saisonbeginn nicht mal die kühnsten Optimisten gerechnet, zumal der Rückstand auf Rang drei gerade mal zwei Punkte beträgt. Mit 40 Toren stellt der SVM den drittbesten Angriff, was vor allem am überragenden Deniz Undav liegt. Mit zwölf Toren und zehn Vorlagen ist der 23-Jährige der Top-Torjäger der Liga.

Vorbereitung: Die 3:5-Niederlage gegen Vaduz, als der SVM fünf Gegentore in den ersten 45 Minuten kassierte, machte Meppen mit einem 4:1-Sieg gegen Szeged wieder gut. Beide Ergebnisse spiegeln den bisherigen Saisonverlauf gut wieder: Tore, Tore, Tore gibt es in diesem Jahr bei den Emsländern, die zudem auf erfahrene Rückkehrer wie Valdet Rama zählen können.

Transfers: Getan hat sich auf dem Transfermarkt bisher nichts, was die Emsländer erst einmal als gutes Zeichen werten dürfen. Immerhin heißt das, dass Leistungsträger wie Deniz Undav oder Marco Komenda gehalten werden konnten – obwohl ihre Verträge zum Saisonende auslaufen. Mit Marcel Gebers musste dagegen ein Stammspieler der vergangenen Jahre seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden.

Prognose: Niemand in der gesamten Liga ist wichtiger, als Deniz Undav für den SV Meppen. Gespannt warten die Fans, ob die Form des Angreifers aus der ersten Halbserie den Winter überdauert. In diesem Fall könnten die Emsländer noch weiter oben heranrücken. Wenn am Ende ein Platz im oberen Mittelfeld zu Buche stehen sollte, wäre das aber auch schon ein großer Erfolg.

 

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