Pannewitz im Interview: "Es hat sich alles gelohnt"

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Im Interview mit liga3-online.de spricht Kevin Pannewitz vom FC Carl Zeiss Jena über seinen langen Weg zurück auf den Platz, seinen Einsatz im Spiel gegen Zwickau, die aktuelle Tabellensituation und die kommenden Aufgaben.

"Ein langer Weg"

liga3-online.de: Am Sonntag müssen Sie und Ihr Team zu Fortuna Köln. Dort haben Sie am 20. Januar Ihr erstes Profi-Spiel seit fast sechs Jahren absolviert. Wie bewerten Sie rückblickend die vergangenen Monate, Herr Pannewitz?

Kevin Pannewitz: Es war ein langer Weg für mich. Ich musste drei Monate lang beweisen, ob es für eine Rückkehr in den Profifußball reicht, hatte danach auch noch eine lange Vorbereitung, ehe ich erstmals wieder spielen konnte. Aber es hat sich alles gelohnt. Ich bin wieder auf dem richtigen Weg und Stand. Ich hoffe, dass ich jetzt auch wieder mehr spielen kann.

Sie waren zuletzt körperlich nicht auf dem erhofften Stand, verpassten deshalb Spiele. Was war der Grund?

Man hat beim Spiel gegen Preußen Münster gesehen, dass die Erholungsphasen für meinen Körper zu kurz sind. Das war nicht so, wie bei den anderen Spielern, die schon länger aktiv sind als ich. Deshalb muss ich anders trainieren, benötige eine andere Belastungssteuerung. Ich absolviere mehr Intervall- und Krafttraining, um den Körper auf die Belastung anzupassen.

Eine schwere Zeit für Sie, wieder zusehen zu müssen?

Es war kein Rückschlag für mich. Ich war nicht enttäuscht oder habe mir deshalb einen Kopf gemacht. Es geht immer weiter.

Beim jüngsten 2:1-Erfolg gegen Zwickau durften Sie spielen, wurden unter Applaus ausgewechselt und bekamen ein Lob vom Trainer. Wie wichtig ist diese Belohnung für die harte Arbeit?

Für mich war es eine Belohnung, dass ich spielen durfte. Für mich persönlich ist es nicht so wichtig, dass mich der Trainer gelobt hat. Aber ich konnte gegen Zwickau wenig Fußball spielen, hatte stattdessen viele Zweikämpfe mit Ronny König, habe ihn aus dem Spiel nehmen können. Ich bin bereit, mich so für die Mannschaft zu opfern. Zurzeit läuft es für mich und die Mannschaft gut. Wir haben eine gute Stimmung, profitieren von uns selbst.

Und stehen aktuell auf dem vierten Tabellenplatz.

Ich nehme das als Momentaufnahme wahr. Wir haben noch 33 Spiele zu absolvieren. Es läuft ganz gut, aber wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Es ist noch nichts Bewegendes passiert, außer, dass wir ein paar Spiele gewonnen haben. Und ich persönlich möchte natürlich so viel wie möglich spielen.

 

"Wollen nicht durchdrehen"

Die nächste Chance ist gegen Köln. Welchen Eindruck haben Sie vom Gegner?

Sie haben mit Moritz Hartmann einen sehr erfahrenen Spieler, gegen den ich schon gespielt habe, als ich noch 19 Jahre alt war. Auch mit Maik Kegel haben sie einen erfahrenen Spieler, der das Spiel gestaltet. Es ist eine brutal gute Mannschaft. Aber der Trainer wird uns wie immer gut auf den Gegner einstellen. Wir wollen dort etwas mitnehmen.

Was muss aus Ihrer Sicht noch besser werden, um konstanter zu punkten?

Das Spiel in Münster haben wir mit einem knappen Vorsprung über die Zeit bekommen. Aber beim KSC haben wir einen späten Treffer gemacht und bekommen drei Minuten später den Ausgleich – das darf uns nicht passieren. Da fehlt uns noch die Cleverness, auch mal auf Zeit zu spielen. Da müssen wir noch Kleinigkeiten verbessern, um dann auch mal mehr als einen Punkt aus so einem Spiel mitzunehmen. Ansonsten sehe ich uns gut aufgestellt.

Oft wird gesagt, das zweite Jahr in einer Liga sei schwieriger als das erste. Teilen Sie die Aussagen Stand jetzt?

Das kann ich so nicht sagen. Es ist genauso schwierig wie im letzten Jahr, ein Spiel zu gewinnen. Aber wir haben immer einen Plan für den Gegner, wollen unser Spiel durchsetzen. Mal mit Pressing, mal mit schnellen Bällen in die Spitze oder spielerisch. Wir sind reifer geworden als letzte Saison, haben jetzt zehn Punkte, somit sechs mehr als letztes Jahr um die Zeit geholt. Aber wir wollen nicht durchdrehen.

   

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