14. Mai 2018 um 12:10 Uhr

Fragen und Antworten: Wie es in Braunschweig weitergeht

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© imago/Hübner

Mit dem Abstieg in die 3. Liga schließt sich für Eintracht Braunschweig und Torsten Lieberknecht ein Kreis: Vor zehn Jahren qualifizierten sich beide zusammen für die neu eingeführte 3. Liga, es folgten viele Jahre in Liga 2 und sogar eine Saison in der Bundesliga. liga3-online.de beantwortet die wichtigsten Fragen:

Kader & Trainer

Wie viele Spieler stehen aktuell für die 3. Liga unter Vertrag?

Anders als der Mitabsteiger aus Kaiserslautern haben bei Eintracht Braunschweig nach "Kicker"-Angaben rund die Hälfte der Spieler auch einen Vertrag für die 3. Liga, allerdings handelt es sich dabei größtenteils um Akteure aus der zweiten Reihe. Darunter sind beispielsweise Spieler wie Ersatzkeeper Marcel Engelhardt oder Defensivjoker Niko Kijewski. Sowieso wird sich der Verein noch von einigen Spielern trennen wollen oder müssen, ganz gleich ob ihr Vertrag nicht auch für die 3. Liga eine Gültigkeit besitzt. Schließlich werden wegen der finanziellen Einbußen durch den Abstieg auch Gehälter eingespart werden müssen, die die Braunschweiger Löwen in der 3. Liga nicht mehr werden zahlen können.

Welche Spieler werden den Braunschweig verlassen?

Noch ist der Schock über den Abstieg zu frisch, als dass sich schon Spieler über ihre eigene Zukunft geäußert hätten. Bei einigen von ihnen wäre alles andere als ein Abgang aber überraschend. So werden die Nationalspieler wie der Norweger Gustav Valsvik oder der Schwede Christoffer Nyman ziemlich sicher nicht zu halten sein, auch einige andere verdiente Akteure der vergangenen Jahre werden den Verein verlassen. Bei manchen, wie zum Beispiel Dominick Kumbela, Hendrick Zuck, Salim Khelifi, Patrick Schönfeld oder Joseph Baffo, läuft das Arbeitspapier sowieso in diesem Sommer aus, auch sie werden wahrscheinlich nicht mehr für die Niedersachsen auflaufen. Konsequenzen hat der Abstieg zudem auch für die Regionalliga-Mannschaft des Vereins, die nun in fünfte Liga zwangsabsteigen muss. Auch aus der U23 werden sich daher wahrscheinlich einige Spieler verabschieden.

Wer geht mit Eintracht Braunschweig in die 3. Liga?

Die kommenden Tage wird der Verein dazu nutzen, die Saison zu analysieren und aus den desolaten Leistungen der letzten Woche seine Schlüsse zu ziehen. Dazu gehört auch, mit den Spielern zu reden und abzuklopfen, wer sich eine Zukunft mit den Braunschweiger Löwen in der 3. Liga und zu geringeren Bezügen vorstellen kann und wer an einem Wiederaufstieg mitarbeiten möchte. Voran geht, wie schon so häufig auch auf dem Platz, mal wieder Ken Reichel, der bereits seine Bereitschaft signalisierte, auch weiterhin für die Blau-Gelben auflaufen zu wollen. "Mein Herz ist in Braunschweig, ich kann mir vorstellen zu bleiben", so der 31-jährige Verteidiger im "Kicker".

Stehen schon Neuzugänge fest?

Der Klassenerhalt stand in den vergangenen Wochen im Fokus, ohne Gewissheit über die Ligazugehörigkeit in der kommenden Spielzeit präsentierte die Eintracht bisher auch noch keine Neuzugänge. Hier wird sich in der Sommerpause einiges tun.

Bleibt Torsten Lieberknecht Trainer?

Nein, am Montagnachmittag war sein Aus beschlossene Sache. "Nach dem für ganz Braunschweig bitteren gestrigen Tag und einer Analyse der Situation sind wir gemeinsam mit Torsten zu dem Entschluss gekommen, dass es keine weitere Zusammenarbeit geben wird", erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Sebastian Ebel in einer Mitteilung. Mit dem Abstieg in die 3. Liga, so Ebel weiter, so nun der "Zeitpunkt für einen Neuaufbau des sportlichen Bereichs gekommen." Lieberknecht, der zehn Jahre lang an der Seitenlinie stand, äußerte sich so: "Ich hatte bei der Eintracht eine außergewöhnliche Zeit, die ich mit vielen positiven Erlebnissen und großen Erfolgen verbinde und für die wir uns alle natürlich einen anderen Abschluss gewünscht hätten. Braunschweig ist in dieser Zeit zu meiner Heimat geworden und ich durfte hier viele tolle Menschen kennenlernen. Ich möchte mich bei allen, die mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben, bedanken und wünsche der Eintracht für die Zukunft alles Gute."

 

Finanzen & Ziele

Wird der BTSV die Zulassung für die 3. Liga erhalten?

Die Lizenz für die 2. Bundesliga hatte der Verein ohne Auflagen erhalten, gleiches wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch für die 3. Liga der Fall sein. Denn wirtschaftlich haben die Löwen in den vergangenen Jahren gut gearbeitet.

Mit welchem Etat plant Eintracht Braunschweig für die kommende Saison?

Mit einem Profietat von rund 16 Millionen Euro war Eintracht Braunschweig in die Zweitliga-Saison gestartet und gehörte damit zu den Top-Fünf der Liga. Dieser Etat wird sich in der 3. Liga natürlich bei weitem nicht halten lassen, zumal der Vorstand von einem Verlust von knapp 20 Millionen Euro durch den Abstieg ausgeht. Allein die Einnahmen aus den TV- und Vermarktungserlösen sinken von rund 14 auf nur 1,28 Millionen Euro. Daher wird nun viel gerechnet werden, bevor der Verein seinen Etat für die kommende Drittliga-Saison verkünden kann.

Ist der direkte Wiederaufstieg das Ziel?

Zu einem Ziel in der 3. Liga hat sich bei Eintracht Braunschweig noch niemand geäußert, schließlich hat man bis zum letzten Spieltag noch auf den Klassenerhalt gehofft. Aus wirtschaftlicher Sicht ist der Wiederaufstieg für einen Absteiger aus der 2. Bundesliga aber eigentlich immer alternativlos. Zu groß ist die fianzielle Lücke zwischen den beiden Ligen, als dass sich ein Verein mit den Kosten wie Eintracht Braunschweig allzu lange in der 3. Liga aufhalten könnte, ohne dabei das Risiko einzugehen, wirtschaftliche Probleme zu bekommen. Von daher wird Braunschweig ziemlich sicher versuchen, möglichst direkt in die Zweitklassigkeit zurückzukehren.

Was kommt auf die BTSV-Fans zu?

Mit dem VfL Osnabrück und dem SV Meppen warten immerhin zwei Vereine aus Niedersachsen auf die Braunschweiger Eintracht, was sicherlich zu einigen heißen Duellen führen wird. Ansonsten müssen sich die Fans wohl oder übel damit anfreunden, in der kommenden Saison auch vor kleineren Kulissen wie in Großaspach oder Wiesbaden spielen zu müssen. Sehen können die Anhänger ihren Verein dann aber immerhin auch vom heimischen Sofa aus, die Telekom überträgt alle Spiele live.

 
  • KLAUS Müller

    Ist doch super – ist man mit der Sportschau schnell fertig.

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