Braunschweig trennt sich von Trainer Torsten Lieberknecht

Der Abstieg von Eintracht Braunschweig hat keine 24 Stunden später erste Konsequenzen: Torsten Lieberknecht sitzt künftig nicht mehr auf der Trainerbank. Wie die Löwen am Montagnachmittag bekanntgaben, habe man sich auf eine Trennung geeinigt. Es ist das Ende einer Ära. Wer die Nachfolge antritt, ist noch offen.

"Zeitpunkt für einen Neuaufbau gekommen"

Eigentlich stand Lieberknecht bei den Löwen noch bis 2020 unter Vertrag, doch durch den Abstieg in die 3. Liga hat das Arbeitspapier des 44-Jährigen seine Gültigkeit verloren. "Nach dem für ganz Braunschweig bitteren gestrigen Tag und einer Analyse der Situation sind wir gemeinsam mit Torsten zu dem Entschluss gekommen, dass es keine weitere Zusammenarbeit geben wird", erklärt Aufsichtsratsvorsitzender Sebastian Ebel in einer Mitteilung. Mit dem Abstieg in die 3. Liga, so Ebel weiter, so nun der "Zeitpunkt für einen Neuaufbau des sportlichen Bereichs gekommen." Dass Lieberknechts Zeit bei den Niedersachsen ablaufen würde, hatte sich zuletzt bereits angedeutet. Zwischenzeitlich dachte der 44-Jährige sogar an Rücktritt.

Das Ende einer Ära

Seit 2008 stand Lieberknecht beim BTSV an der Seitenlinie, schaffte mit den Löwen zunächst die Qualifikation für die neugegründete 3. Liga, ehe er Braunschweig 2011 als Meister zum Aufstieg in die 2. Liga führte. In der Saison 2013/14 durfte sich der 44-Jährige sogar Bundesliga-Trainer nennen, nun ist Braunschweig wieder genau da, wo Lieberknechts Erfolgsgeschichte einst begann. Rückblickend spricht er von einer "außergewöhnliche Zeit", die er "mit vielen positiven Erlebnissen und großen Erfolgen" verbinde und "für die wir uns alle natürlich einen anderen Abschluss gewünscht hätten." Als der Abstieg am Sonntag nach der herben 2:6-Pleite in Kiel feststand, weinte Lieberknecht nur einen Tag nach seinem zehnjährigen Dienstjubiläum bittere Tränen.

Braunschweig sei zu seiner Heimat geworden, "ich durfte hier viele tolle Menschen kennenlernen", blickt der 44-Jährige zurück und bedankte sich bei allen, "die mich auf diesem Weg begleitet und unterstützt haben." Auch Ebel findet zu Lieberknechts Abschied anerkennende Worte: "Wir danken Torsten für alles, was er in knapp 15 Jahren Vereinszugehörigkeit als Spieler und Trainer für die Löwen getan hat. Mit ihm konnte der Verein herausragende sportliche Erfolge feiern, er hat die Eintracht wie kaum ein anderer geprägt." Aus den 370 Pflichtspielen unter Lieberknecht holte Braunschweig 151 Siege und schoss 494 Tore. Zweimal stieg der 44-Jährige mit dem BTSV auf, zweimal ging es eine Liga nach unten.

Nachfolger noch offen

Manager Marc Arnold will nun in den nächsten zwei Wochen einen neuen Cheftrainer präsentieren. "Das hat oberste Priorität", sagt Arnold und betont: "Gemeinsam mit ihm werden wir eine neue, schlagkräftige Mannschaft formen, um in die 2. Bundesliga zurückkehren zu können."

   
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