FC Ingolstadt: Trainersuche läuft, Träsch muss gehen

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© imago images / Stefan Bösl

Mit dem Abstieg in die 3. Liga beginnt für den FC Ingolstadt ein neues Kapitel: Die sportliche Führung, bestehend aus dem Duo Michael Henke und Florian Zehe, soll dafür sorgen, dass es ein Erfolgreiches wird – wenn es nach Gründungsvater Peter Jackwerth geht. Christian Träsch muss die Schanzer derweil verlassen.

Heiko Herrlich ein Kandidat?

Während Michael Henke das Amt des Direktors Sport ausfüllen und sich um Belange der Lizenzspielerabteilung kümmern wird, fällt Florian Zehe die Aufgabe des Technischen Direktors zu. Zehe ist damit für die Kaderplanung, das Nachwuchsleistungszentrum und das Scouting zuständig. Die meisten Fragen klären die beiden aber sowieso im Austausch – etwa die drängende Trainerfrage: "Da wird jetzt sehr viel getan. Aber seit zwei Tagen erst – vorher stand diese Konstellation noch nicht fest", erklärt Michael Henke gegenüber dem Vereins-TV. Man mache sich die Aufgabe nicht leicht, sei aber auf einem guten Weg: "Wir haben auch schon sehr gute Gespräche geführt." Die Aufgabe solle nicht übers Knie gebrochen werden: "Wir brauchen eine Mannschaft, die zusammenpasst, die eine gewisse Philosophie vertritt. Aber wir brauchen auch den passenden Trainer, der damit erfolgreich arbeiten kann."

Wie der "Donaukurier" berichtet, sollen die zuletzt gehandelten Roberto Pätzold (U19-Coach) und der ehemalige FCI-Nachwuchstrainer Tomislav Stipic aus dem Rennen sein. Stattdessen würden nun Namen wie Jeff Saibene (ehemals Arminia Bielefeld), Kenan Kocak (SV Sandhausen) und Heiko Herrlich (Bayer Leverkusen) kursieren. "Der FCI hat einen guten Ruf, auch bei Trainern, die schon höherklassig gearbeitet haben", so Henke. "Die sagen dann: '3. Liga wollte ich eigentlich nicht trainieren, aber Ingolstadt ist ein anderes Thema'. Es hat sich herumgesprochen, dass hier etwas aufgebaut wurde."

Stallgeruch "ein Riesenvorteil"

Dass sowohl Henke als auch Zehe bereits mit dem nötigen Stallgeruch ausgestattet waren, sei durchaus mitentscheidend gewesen, so Peter Jackwerth: "Das ist ein Riesenvorteil für uns, vorbereitet in die Runde zu starten. Neue Leute hätten sich definitiv einarbeiten müssen. Nicht nur im Verein, sondern auch im ganzen Umfeld hier. Das kennen die beiden aus dem Effeff", so der Aufsichtsratsvorsitzende, der die beiden als Idealbesetzung ansieht. Zehe und Henke sollen potenziellen Neuzugängen die Werte der Schanzer vermitteln: "Deswegen können wir gleich bei Hundert loslegen."

Von Null auf Hundert könnte es auch bei Kaderfragen gehen – zum noch nicht genau angekündigten Vorbereitungsstart soll der Großteil der Mannschaft stehen: "Ungeachtet dessen, dass wir durch den Abstieg die eine oder andere Schwierigkeit hatten, sind wir sehr positiv. Wir haben viele positive Rückmeldungen bekommen und ich glaube, dass wir auch einige positive Meldungen in den nächsten Tagen geben können", erklärt Florian Zehe und kündigt eine "gute Mischung aus gestandenen und frischen Spielern" an. "Wir bauen auch auf die Jungs aus unserem Nachwuchs. Das ist für die Fans und die Region gut, wenn wir Spieler von uns auf den Platz kriegen."

Träsch muss gehen

Keine Rolle mehr in den Planungen spielt Christian Träsch – der frühe Nationalspieler muss den FCI verlassen: "Wir können Positionen nicht drei- oder vierfach besetzen und haben uns entschieden, nicht mehr mit ihm zu planen. Wir wollen keinen Riesenkader aufbauen", begründet Henke. Träsch, der im August 2017 vom VfL Wolfsburg kam und 37 Spiele bestritt, zeigt sich im "Donaukurier" enttäuscht über die Aussortierung: "Ich hatte ja immer signalisiert, dass ich gesprächsbereit war für die 3. Liga. Darum macht es mich traurig, dass offenbar überhaupt kein Interesse bestand, auf mich zu bauen."

Träsch sei "Ingolstädter mit Herzblut" und wollte seine Karriere beim FCI beenden: "Aber offenbar wird ein Spieler mit meiner Erfahrung und Herkunft nicht gebraucht. Das ist für mich schon sehr enttäuschend." Wo es für den 31-Jährigen, der auf 207 Bundesliga-Spiele zurückblick, nun weitergeht, ist offen. "Ich werde auf jeden Fall mein Sportmanagement-Studium fortsetzen, die Hälfte auf dem Weg zum Bachelor habe ich schon", kündigt der Mittelfeldspieler an.

Leistungsträger wohl nicht zu halten

Fest eingeplant sind derweil Fabijan Buntic, Fatih Kaya, Robin Krauße, Tobias Schröck und Stefan Kutschke sowie die Rückkehrer Maximilian Thalhammer, Agyemang Diawusie und Takahiro Sekine. Auch Björn Pauslen bleibt, zudem rücken Thomas Keller (U21) und Georgios Pintidis (U19) in den Profikader auf. "Er hat sich in seinen zwei Spielzeiten bei uns gut weiterentwickelt und bringt viel von dem mit, was einen guten Verteidiger auszeichnet", sagte Zehe über Keller. "Auch wenn er weiter hart an sich arbeiten und noch einiges lernen muss, sind wir überzeugt, dass ihm beim FCI als fester Bestandteil des Profi-Kaders der nächste Schritt gelingen wird." Der 19-jährige Verteidiger, der zuletzt bereits mit den Profis trainierte, spricht derweil von einer "großen Ehre" und einem "Traum". Paulo Otávio, Lucas Galvão, Darío Lezcano, Almog Cohen und Sonny Kittel haben derweil Begehrlichkeiten geweckt und werden den FCI wohl verlassen.

Vom direkten Wiederaufstieg sprechen die Verantwortlichen unterdessen (noch) nicht, stattdessen soll eine "Aufbruchstimmung" erzeugt werden. "Wir wollen die 3. Liga annehmen und eine gute Rolle spielen. Dann wird man sehen, was möglich ist", gibt Henke die Richtung vor.

   

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