16. Mai 2018 um 12:06 Uhr

DFB weist Aue-Einspruch gegen Darmstadt-Spiel zurück

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Wie erwartet hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) den Einspruch des FC Erzgebirge Aue gegen die Wertung des Spiels in Darmstadt (0:1) am Mittwoch als "unbegründet" zurückgewiesen.

"Keine Auffälligkeiten bei Wetten"

Hans E. Lorenz, Vorsitzender des DFB-Sportgerichts, erklärt: "Die Entscheidungen des Schiedsrichters sind als unanfechtbare Tatsachenentscheidungen zu werten. Zudem ist der Verdacht einer vorsätzlichen Spielmanipulation aus der Luft gegriffen und nicht ansatzweise nachgewiesen." Demnach habe der vom DFB beauftragte Dienstleister "Sportradar" mitgeteilt, dass nach Analyse des nationalen und internationalen Marktes "keine Auffälligkeiten bei Wetten auf die Zweitligapartie festgestellt werden konnten."

DFB ermittelt gegen Leonhardt

Der FC Erzgebirge Aue hatte seinen Einspruch am Montag damit begründet, dass Schiedsrichter Sören Storks ein Auer Tor in der 4. Minute nicht anerkannte und den Veilchen zudem zwei klare Elfmeter verwehrte. "Diese ganz klar und in aller Welt sichtbaren Fehler dürfen und können wir nicht im Raum stehen lassen und einfach so hinnehmen", sagte Präsident Helge Leonhardt. Das Fairplay sei vom Schiedsrichterteam "mit Füßen getreten" worden. "Das kann nicht sein", tobte Leonhardt, nachdem er bereits unmittelbar nach Spielende Betrugsvorwürfe andeutete: "Wir wurden verschaukelt. Ich weiß nicht, ob fahrlässig oder vorsätzlich. Vielleicht sollte man mal die Konten der Schiedsrichter überprüfen, ob die was kriegen."

Aufgrund dieser Aussage leitete der DFB-Kontrollausschuss Ermittlungen gegen Leonhardt ein, zudem kritisierte DFB-Schiedsrichterboss Lutz Michael Fröhlich den Aue-Präsidenten scharf: So sei der Vorwurf des Vorsatzes "entschieden zurückzuweisen". Das Spiel sei aus Schiedsrichtersicht zwar "nicht gut gelaufen", aber "Fehler können passieren, das ist menschlich", so Fröhlich.

Aue wollte keine Torlinientechnik

Auch DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann hatte kein Verständnis für die geäußerten Betrugsvorwürfe: "Irgendwo hört der Spaß auf. Jemanden mit einer Strafanzeige zu überziehen, nur weil er im Sport einen Fehler gemacht hat – da ist mein Verständnis am Ende", sagte er der "Sport Bild" und meinte Aues Stadtrat Tobias Andrä, der am Montag bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt eine Strafanzeige gegen Storks gestellt hatte. "Grundsätzlich kann es nicht sein, dass rumposaunt wird: Wir wollen keine Technik, die macht das Spiel kaputt. Und wenn dann ein Mensch einen Fehler macht, so auf ihn eingeprügelt wird. Das hat mit Fair Play nichts zu tun", so Zimmermann.

Der Hintergrund: Vor vier Jahren hatte sich der FCE gegen die Einführung der Torlinientechnik in der 2. Bundesliga ausgesprochen. "Keine der geplanten Technologien kostet unter 100.000 Euro. Das wäre eine mörderische Zusatzbelastung für den Verein. Es gibt andere Möglichkeiten, dieses Geld sinnvoll anzulegen. Zum Beispiel in Spieler", sagte Aues damaliger Trainer Falko Götz gegenüber der "Bild".

Nun ist das Thema abgehakt, am Freitag sowie am kommenden Dienstag (jeweils um 18:15 Uhr, live im ZDF) muss Aue in zwei Relegationsspielen gegen den Karlsruher SC um den Verbleib in der 2. Bundesliga kämpfen.

 

 
  • Wolf Land

    Schade dass das ausgerechnet der KSC ist gegen den Aue spielen muss.
    Dort sind wir sehr herzlich und freundschaftlich empfangen und behandelt worden. Dieses kann man nicht von jedem Verein sagen.

    Und wer das Spiel sah – auch in den unterschiedlichen Kameraeinstellungen – der kommt schon ins Grübeln ob d der Schiedsrichter erstmals auf dem Platz stand. Klares Tor, Handelfmeter und…und…

    Ich weiß nicht zu wem ich halten soll.. Na gut: Pro Aue!
    Gibt dann vielleicht ein schönes Spiel in der 2.Liga.

  • JR910

    Ja Fehler können passieren, aber das sich der Schiri und sein Assi gleich drei krasse Fehlentscheidungen leisten, ist schon sehr fragwürdig! Der Herr Leonhardt muss sich wohl für seine nur all zu menschlichen Fehler noch verantworten. Wäre zu schön, wenn der Schiri und der DFB dies auch täten.
    Raus aus dem Kopf und in der Relegation alles geben. Wünsche Aue viel Glück, denn ich habe mich schon auf die Hausmannskost bei den Kübelscheißern gefreut. :-)

    • Sterneneisen

      Also die vermeintlichen Elfmeter sind wohl kaum krasse Fehlentscheidungen. Das vermeintliche Handspiel war mit angelegtem Arm – wie genau soll der Spieler den Arm denn sonst halten? Die zweite Szene im Strafraum ist bestenfalls eine 50-50 Entscheidung, für einen klaren Elfmeter ist das doch zu wenig.
      Zum zurückgepfiffenen Tor dürfte es aber keine 2 Meinungen geben, allerdings muss der Linienrichter dies sehen, der steht aber nicht auf der Grundlinie, wie er es hätte tun sollen.

      Für mich wird zu viel Wind um wenig gemacht, solche Entscheidungen passieren regelmäßig, Aue hatte 37 Spiele Zeit, erst gar nicht in die Bredouille zu kommen.
      Ich hoffe, dass die Relegationsspiele keine Konzessionsentscheidungen pro Aue haben werden, beide Teams haben eine faire Chance verdient.

      • Pappnase

        37 Spiele? Ich wusste, dass auch Aue schummelt …. ;-)

      • Sterneneisen

        37 Spiele vor diesem…das man das noch sagen muss…

      • Alvar Fågel

        33 ;)

      • Bow

        Nein,

        bevor man klugscheißt sollte man wissen das es in der 2ten Buli. nur 18 Vereine gibt ergo 33 Spiele davor.

      • Sterneneisen

        Ich glaube, du solltest noch mal nachschauen, was Klugscheißen und Pedanterie ist… ist doch boogie, ob 33 oder 37 für diese Diskussion, außer für Pedanten.

      • Bow

        Noe =)

      • JR910

        Du bist hier nicht auf den Kernbergen.
        In der 2. Liga sind nur 18 Mannschaften vertreten und somit total 34 Begegnungen zu absolvieren.

      • Cox Orange

        Also der Hand-Elfmeter war ziemlich klar, der Abwehrspieler hat den Ball sogar mit dem Ellenbogen "geführt". Für mich ein klarer Muss-Elfer, den jeder Schiedrichter sehen muss. Den anderen Elfer muss man nicht geben, das sehe ich auch so. Und das andere Tor war sowieso eindeutig.
        Insgesamt sehr schwer zu erklären, dass die Schied- und Linienrichter nicht sehen, was man ohne Probleme auch ohne Zeitlupe sehen konnten.
        Ich bin keine Verschwörungstheoretiker, aber dieses Spiel wirkte irgendwie fremdbeeinflußt, um das Wort "Betrug" zu vermeiden.
        .

      • JR910

        Jeder hat seine Sicht auf die Dinge. Bin einfach nur für fainess und drücke deshalb Aue die Daumen, denn sonst wird immer ein bitterer Beigeschmack bleiben. Auch England 66 wird heute noch gestritten/ diskutiert. Das bedeutet aber nicht, das hier pro Aue Entscheidungen getroffen werden sollen.
        Also wenn dir das hier zu viel Wind ist, dann hör doch auf zu pusten.