DFB lehnt Einspruch ab: Jena muss 24.900 Euro zahlen

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Niederlage für den FC Carl Zeiss Jena beim DFB: Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat den Einspruch der Thüringer gegen eine Geldstrafe in Höhe von 3.500 Euro am Donnerstag zurückgewiesen – und den FCC aufgrund neuerlicher Vorkomnisse zur Zahlung einer weiteren Geldstrafe von 21.400 Euro verurteilt. 

DFB hält an Strafe fest

"Der DFB möchte uns für einen Vorfall bestrafen, den Personen in unserer Veranstaltungsstätte verursacht haben. Wie üblich haben wir alles in unserer Macht stehende getan, um das Abbrennen von Pyrotechnik zu verhindern, hatten jedoch keine Möglichkeit, dieses Fehlverhalten zu unterbinden", hatte Jena seinen Anfang Oktober gegen eine Strafe in Höhe von 3.500 Euro für das Abbrennen von Pyrotechnik beim Spiel gegen Großaspach eingelegten Einspruch begründet – und ist damit nun im Rahmen einer mündlichen Verhandlung beim DFB gescheitert.

"Das Sportgericht hat keine Veranlassung gesehen, von der ständigen Rechtsprechung bei Zuschauerfehlverhalten abzuweichen. Das Strafmaß hat sich an dem vor dieser Saison eingeführten Strafzumessungsleitfaden orientiert", begründete Stephan Oberholz, der die Sitzung als stellvertretender Vorsitzender des DFB-Sportgerichts leitete.

Teure Pyroshow gegen Union

Da in den vergangenen Wochen drei weitere Vorfälle unsportlichen Verhaltens hinzukamen, verhängte der DFB derweil eine zusätzliche Geldstrafe von 21.400 Euro. Allein 20.500 Euro werden für das Abbrennen von Pyrotechnik beim DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin fällig. Vor und während der Partie hat der DFB insgesamt 47 pyrotechnische Gegenstände gezählt, die Fans in der Südkurve im Rahmen einer Pyroshow im südamerikanisches Stil und eines Feuerwerks abbrannten. Außerdem wurde in der zweiten Halbzeit dreimal eine Papierrolle in Richtung des Schiedsrichterassistenten geworfen.

Die übrigen 900 Euro werden für das Werfen von drei Gegenständen beim Auswärtsspiel in Braunschweig am 14. September fällig. Die rassistischen Rufe gegen HFC-Spieler Braydon Manu wurden derweil noch nicht endgültig geahndet. Laut der "Ostthüringer Zeitung" fordert der DFB in dieser Angelegenheit aber eine Zahlung von 2.000 Euro.

FCC kann erneut Einspruch einlegen

Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht, der FCC kann innerhalb einer Woche erneut Einspruch einlegen und damit eine Verhandlung vor dem DFB-Bundesgericht beantragen. Gegenüber der "OTZ" hatte Geschäftsführer Chris Förster im Vorfeld der Verhandlung am Donnerstag angekündigt, sich auf Rechts­literatur berufen zu wollen, wonach auch im Sportrecht der Grundsatz "Keine Strafe ohne Schuld" gelte. Demnach müsse ein eigenes Verschulden vorliegen, um letztlich zu einer Strafe verurteilt zu werden. Der DFB sah das jedoch wie erwartet anders.

Bleibt es bei dem Strafmaß, rückt Jena in der Strafentabelle dieser Saison mit einer Gesamtstrafe von 24.900 Euro auf den zweiten Platz vor.

   
  • Phillip

    2000€ für das rufen rassistischer Äußerungen? Irre ich mich oder misst der DFB hier mit zweierlei Maß? Sollte Zwickau nicht vorletzte Saison, ohne jegliche medientechnischen Beweise, 21.000 (!) € zahlen, welche nur aufgrund eine erpressten Einwilligung auf 13.500€ reduziert wurden? Das ist eine Farce!

  • Eintrachtlöwe

    Aus meiner Sicht gäbe es zum Unterbinden bzw. Eindämmen von "Pyroshows" eine simple Lösung, Sprinkleranlagen in den jeweiligen Blöcken. Diese könnten, wenn nicht gar müssten, zum Schutz der Zuschauer gegen Brandverletzungen Wasser versprühen. Das wäre nicht gefährlich, aber auf Dauer sicher wirksam.

    • Svenja

      Bengalos mit Wasser löschen. Ich hoffe du bist nicht bei der Feuerwehr. Ganz grob fahrlässige Idee. :D

      • Eintrachtlöwe

        Hi Svenja, nicht die Bengalos sollen gelöscht werden, mir ist klar, dass das nicht geht. Nein, vielmehr sind es die Zündler und unbeteiligte Zuschauer, die damit "geschützt" werden sollten.

    • Phillip

      Man hat ja schon vieles gelesen, aber das toppt alles. Made my day…. echt jetzt :-D :-D

    • Philipp Schramm

      Ich habe eine viel bessere "Idee". In den Stadien stehen Wasserwerfer. Wenn der erste Böller, das erste Bengalo, die erste Leuchtrakete kommt, gibt es die erste Warnung, beim 2. die 2. Warnung.
      Beim 3. kommt dann, diesmal ohne Vorwarnung, der Wasserwerfer zum Einsatz. In diesem Falle "Wasser marsch" und ab in den Block rein.

      Spätestens dann wird in diesem Stadion keine Pyrotechnik mehr eingesetzt.

      Und das wäre ein Modell, welches Schule machen würde. Weil niemand will dann wegen solchen "Idioten", die es einfach nicht raffen, das Pyrotechnik außer an Silvester verboten ist, dann klitsch nass sein wollen.

      • Kunde

        Na Herr Schramm, wieder ein wenig zu viel Lack gesoffen? :-) Wenn dir die Argumente ausgehen drohst du immer mit Gewalt in deinen Postings…

      • Philipp Schramm

        Anders scheinen es aber solche "Kunden", wie du nicht zu begreifen. Anscheinend fehlt in eurem Oberstübchen etwas.

        Jeder der für die Legalisierung von Pyrotechnik ist, hat mit einen Augen einen an der "Waffel".

  • DM von 1907

    Wichtig ist auch die Aufarbeitung im nachhinein: Videoaufnahmen auswerten, Täter ermitteln und zur Verantwortung ziehen.

  • Philipp Schramm

    Zu allererst sollten die Vereine mal untersuchen, wie es sein kann, wie diese Massen an Pyrotechnik überhaupt in die Stadien gelangen.
    Nur alleine an den Spieltagen und an den Kontrollen vorbei, kann unmöglich diese Menge in die Stadien "geschmuggelt" werden.
    Solange wie die Vereine da nicht mitmachen, wird sich "leider" nie etwas ändern.

    • Phillip

      Wie es sein kann? Ganz simpel, weil sich die Leute kennen.

      • Philipp Schramm

        Dann müssen die Vereine mehr in die Pflicht genommen werden.
        Dann sollten die Vereine eben auch ihre "Ordner" und/oder Sicherheitskräfte stärker kontrollieren.
        Das würde dann auch für etwaige Stammgäste, Stammgruppen, Ultras, etc. gelten.
        Und wenn die Vereine das nicht in den Griff bekommen (wollen), dann müssen sie eben mit weiteren Strafzahlungen, etc. rechnen.

        Ich wäre sogar dafür, das unter bestimmten Umständen auch wieder Blocksperren, Teilausschlüsse und auch Geisterspiele wieder als Strafen eingeführt werden sollten.
        Anders begreifen es sowohl diese Pyrofanatiker/Pyrobefürworter, als auch die entsprechenden Vereine nicht.

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