Das ist das Restprogramm der Abstiegskandidaten

Von

© imago

Was könnte das für ein Abstiegskampf werden! Sechs Wochen vor dem Saisonfinale zittert noch die gesamte untere Tabellenhälfte – und theoretisch könnten selbst Mannschaften aus dem oberen Drittel noch absteigen. Wir aber konzentrieren uns beim Blick auf das Restprogramm auf die letzten zehn Teams. Wer steigt ab, wer hält die Klasse?

Sechs Punkte Vorsprung hat der SC Preußen auf die Abstiegsplätze – die Stuttgarter Kickers verspielten einst ein solches Polster binnen einer Woche. Grund genug, wachsam zu bleiben, auch weil bekanntlich Trainer Marco Antwerpen ohnehin auf Abschiedstour ist. Vor allem die Auswärtsschwäche könnte die Adlerträger nochmals in die Bredouille bringen: Vier der letzten sechs Saisonspiele bestreitet der SCP als Gast.

Restprogramm:

  • 1860 München (A)
  • Sonnenhof Großaspach (H)
  • Eintracht Braunschweig (A)
  • Hallescher FC (A)
  • Karlsruher SC (H)
  • FSV Zwickau (A)

Prognose: 6-8 Punkte. Der Trend spricht nicht für ein berauschendes Saisonfinale. Kritisch wird es, wenn Großaspach und Braunschweig dreifach punkten – und dann die Aufstiegsaspiranten kommen. Allemal ein unangenehmes Restprogramm.

 

In dieser Dimension kaum zu erklären ist der Absturz der Hachinger. In unserer Rückrundenprognose noch ein ganz heißer Aufstiegskandidat, droht jetzt der Fall in die Regionalliga Bayern. Auch das 0:3 im Landespokal gegen Würzburg am Dienstagabend dürfte kaum zur Stabilisierung beigetragen haben. Wohl dem, der vor den ganzen Sechs-Punkte-Spielen in den kommenden Wochen jetzt die Ruhe bewahren kann.

Restprogramm:

  • FSV Zwickau (H)
  • Fortuna Köln (A)
  • Carl Zeiss Jena (H)
  • 1. FC Kaiserslautern (A)
  • Sportfreunde Lotte (H)
  • VfL Osnabrück (A)

Prognose: 5-9 Punkte. Es kann bitter enden, aber auch ein versöhnliches Ende nehmen, das zweite Halbjahr für die Spielvereinigung. Keine Frage: Das Momentum spricht für alle Kontrahenten in der unteren Tabellenhälfte – zumindest aktuell.

 

Wenig spektakulär, aber wichtig sind die Punktgewinne des FSV Zwickau. Und wer hätte schon gedacht, dass den stets als limitiert abgetanen Westsachsen ein 2:1-Erfolg über den SV Wehen Wiesbaden gelingen würde? Womöglich werden das im Rückblick die wichtigsten Zähler auf dem Weg zum Klassenerhalt gewesen sein. Die verbleibenden Aufgaben erscheinen jedenfalls machbar.

Restprogramm:

  • SpVgg Unterhaching (A)
  • Würzburger Kickers (H)
  • SV Meppen (A)
  • 1860 München (H)
  • Sonnenhof Großaspach (A)
  • Preußen Münster (H)

Prognose: 6-9 Punkte. Klassenerhalt für Zwickau! 47 bis 48 Punkte wird die Elf von Joe Enochs holen – und das genügt allemal.

 

Ab Großaspach beginnt der Abstiegskampf, so richtig ernst zu werden. Allerdings: Die SG hat durch den späten Siegtreffer gegen 1860 München einen ganz großen Schritt auf den 14. Platz gemacht. Der Ansatz bleibt der gleiche: Hinten steht die Null, vorne hilft der liebe Gott. Die schwächste Offensive gepaart mit der drittbesten Defensive, das ergibt zwar meist völlig unspektakuläre Spiele – aber könnte für den Klassenerhalt genügen.

Restprogramm:

  • Eintracht Braunschweig (A)
  • Preußen Münster (A)
  • Hallescher FC (H)
  • Karlsruher SC (A)
  • FSV Zwickau (H)
  • Fortuna Köln (A)

Prognose: 5-7 Punkte. Hartes Programm für Großaspach! Jeder Gegner wird wohl noch Punkte benötigen, dazu stehen vier Auswärtsspiele an. Sieben Punkte wären schon ein gutes Ergebnis – aber ob die dann gesammelten 44 Zähler ausreichen? Es wird eng.

 

Ein ziemlich unscheinbares Dasein knapp oberhalb der Abstiegsränge fristet seit Monaten Fortuna Köln. Das birgt Gefahren – man frage nur bei Eintracht Braunschweig nach. Steht man nur einmal in der Saison unter dem Strich, das aber nach dem letzten Spieltag, so ist der wohl bitterste Abstieg Realität. Die letzten sechs Aufgaben sehen durchschnittlich aus, mit dem Gastspiel bei 1860 München wartet nur noch ein "Hexenkessel" auf die Fortunen. Das ist machbar!

Restprogramm:

  • SV Wehen Wiesbaden (A)
  • SpVgg Unterhaching (H)
  • Würzburger Kickers (A)
  • SV Meppen (H)
  • 1860 München (A)
  • Sonnenhof Großaspach (H)

Prognose: 7-9 Punkte. Fortuna hält in drei Vierteln aller Fälle wohl die Klasse, besonders dem ersten Heimspiel gegen Unterhaching kommt aber große Bedeutung im Hinblick auf das Saisonfinale zu.

 

Eigentlich waren die Sportfreunde schon fast aus dem Rennen, aber eine Negativserie von sechs Spielen mit nur einem erzielten Punkt ließen die Lotter geradewegs zurück in den Abstiegssumpf stolpern. Wie fast schon üblich, reagierte der Klub fix und schmiss Trainer Nils Drube raus. Nun soll es Ismail Atalan richten, unter dem die SFL überhaupt erst in die 3. Liga aufgestiegen waren. Aber ist Atalan auch ein Feuerwehrmann? Beweisen muss er das zunächst in direkten Kellerkrimis, doch auch danach sind die Gegner keine leichten…

Restprogramm:

  • VfR Aalen (A)
  • Energie Cottbus (H)
  • Hansa Rostock (A)
  • SV Wehen Wiesbaden (H)
  • SpVgg Unterhaching (A)
  • Würzburger Kickers (H)

Prognose: 5-8 Punkte. Zunächst sollten vier Punkte aus den ersten beiden Spielen her – denn Rostock auswärts und der SVWW daheim werden schwer. Vielleicht ist es ein Vorteil, dass Würzburg am letzten Spieltag wohl mit der Saison abgeschlossen haben wird.

 

Es war bis dato eine fabelhafte Rückrunde, die Eintracht Braunschweig im Rahmen seiner Möglichkeiten gespielt und damit überhaupt erst die Möglichkeit, noch die Liga zu halten, geschaffen hat. Nach dem 0:1 in Osnabrück, bei dem der BTSV zwar ordentlich mitspielte, aber letztlich etwas zu harmlos war, könnte dennoch ein Wendepunkt drohen. Fraglos ist schon das erste Heimspiel gegen Großaspach von absolut richtungsweisendem Charakter. Es ist nicht das einzige direkte Duell im Keller…

Restprogramm:

  • Sonnenhof Großaspach (H)
  • KFC Uerdingen (A)
  • Preußen Münster (H)
  • VfR Aalen (A)
  • Hallescher FC (A)
  • Energie Cottbus (H)

Prognose: 9-12 Punkte. Die Eintracht hält ihre gute Jahresform und schafft es, durch die große Erfahrung im Kader die 3. Liga zu halten.

 

Den klassischen Rückschlag, den niemand in der Lausitz gebraucht hatte, erlebte Energie Cottbus am vergangenen Samstag in Jena – mit dem 1:2 schwächte sich der FCE nicht nur, sondern stärkte auch einen der wenigen Klubs hinter sich. Es folgen weitere direkte Duelle gegen Lotte, Aalen und Braunschweig. Gerade in den beiden Finalwochen bahnen sich Krimis an, und das wäre bereits das positive Szenario: Lässt sich Cottbus jetzt abhängen, wäre auch der vorzeitige Abstieg möglich.

Restprogramm:

  • 1. FC Kaiserslautern (H)
  • Sportfreunde Lotte (A)
  • VfL Osnabrück (H)
  • KFC Uerdingen (A)
  • VfR Aalen (H)
  • Eintracht Braunschweig (A)

Prognose: 6-11 Punkte. Zwei Siege wird Cottbus holen, vielleicht auch drei. Wichtig wird der Vorbau vor dem 37. Spieltag – doch ist Osnabrück dann aufgestiegen? Wie ist Wundertüte Uerdingen drauf? Für den Klassenerhalt müssen die Umstände passen.

 

Im Keller brennt noch Licht – die 3. Liga bedient sich gerade fröhlich in der Floskelkiste. So ist Carl Zeiss Jena, totgesagt nach einer erbärmlich schlechten Rückrunde bis dato, durch den 2:1-Erfolg über Cottbus bereit für die finale Mission. Allerdings sind schon die ersten beiden Aufgaben enorm unangenehm, und die Thüringer werden wohl einen Zwei-Punkte-Schnitt aus den verbleibenden sechs Partien brauchen. Sonst "droht" das Derby mit Rot-Weiß Erfurt, allerdings in der Regionalliga.

Restprogramm:

  • Hansa Rostock (A)
  • SV Wehen Wiesbaden (H)
  • SpVgg Unterhaching (A)
  • Würzburger Kickers (H)
  • SV Meppen (A)
  • 1860 München (H)

Prognose: 6-9 Punkte. Für Jena wird es richtig eng, auch wenn die letzten drei Gegner wohl nur noch um die Goldene Ananas spielen. Es braucht den Coup in Rostock als auch daheim gegen Wiesbaden – dann würde es nochmal mega-spannend werden.

 

Fiese Angelegenheit für die Fans des VfR Aalen, die sich im Verlauf der Rückrunde schon mehrfach mit dem Abstieg abgefunden hatten. Doch just in diesen Momenten holte sich die Mannschaft, die unter Rico Schmitt eine passable Rückrunde gespielt hat, wieder einen Funken Hoffnung mit kaum für möglich gehaltenen Auswärtssiegen. Jetzt ist die Lunte hingehalten, vier verbleibende Heimspiele geben zusätzliche Motivation. Nur blöd, dass der VfR das schwächste Team vor dem eigenen Publikum ist – das muss sich schleunigst ändern, denn 13 bis 14 Punkte sind nun Pflicht.

Restprogramm:

  • Sportfreunde Lotte (H)
  • VfL Osnabrück (A)
  • KFC Uerdingen (H)
  • Eintracht Braunschweig (H)
  • Energie Cottbus (A)
  • Hansa Rostock (H)

Prognose: 5-13 Punkte. Aalen kann noch so manchen direkten Kontrahenten ärgern und macht zudem den Eindruck, sich nicht aufzugeben. Das Potenzial für die große Aufholjagd ist gegeben, doch es muss alles perfekt zusammenlaufen.

   
  • Rico

    Ich fasse mal zusammen: Alles kann, nichts muss.
    Nicht bös gemeint, so ist die Liga. Ich mag ja eure Berichte grundsätzlich.

Hinweis: Seit dem 25. Mai gilt unsere neue Datenschutzerklärung.