Alles, was ihr zum 36. Spieltag wissen müsst
Zum zweiten Mal in dieser Saison entfällt das Freitagabendspiel – diesmal ist der 1. Mai schuld. Dafür erwartet uns dann am Samstag und Sonntag die geballte Spannung im Aufstiegskampf. Den Überblick über den 36. Spieltag bekommt ihr in unserer Vorschau.
Die Ausgangslage
Die erste Entscheidung im Aufstiegskampf steht an: Neun Punkte und 15 Tore beträgt der Vorsprung des VfL Osnabrück auf den Relegationsplatz, den aktuell Rot-Weiss Essen innehat. Sollte also RWE am Wochenende nicht gegen Stuttgart II gewinnen, oder Cottbus in Duisburg verloren oder der VfL mindestens einen Punkt bei Wehen Wiesbaden holen, dann stünden die Niedersachsen als Aufsteiger fest.
Und auch im Keller könnten an diesem Wochenende zwei Entscheidungen fallen: Der TSV Havelse (zu Gast in Verl) und der SSV Ulm 1846 (zu Hause gegen Viktoria Köln) sind angesichts von acht Punkten Rückstand auf das rettende Ufer zum Siegen verdammt. Gleichzeitig könnten Saarbrücken (im Heimspiel gegen Waldhof Mannheim) mit einem Punktgewinn und Hoffenheim II (auswärts in Regensburg) mit einem Sieg den Klassenerhalt rechnerisch fix machen.
Hochspannung ist zudem in Aachen geboten, wo die so formstarke Alemannia den F.C. Hansa Rostock empfängt, der nach der 2:5-Pleite gegen Regensburg gehörig unter Zugzwang steht. Das Topspiel des Spieltags steigt aber in Duisburg, wo der viertplatzierte MSV den Tabellenzweiten aus Cottbus zu Gast hat.
Fünf Spiele im Fokus
Saarbrücken vs. Mannheim: Macht der FCS den Klassenerhalt im Südwest-Schlager fix?
In dieser Saison voller Tiefschläge und Enttäuschungen gelang dem 1. FC Saarbrücken am vergangenen Wochenende ein positives Ausrufezeichen: Auswärts bei Aufstiegsanwärter Rot-Weiss Essen drehte der FCS einen Rückstand in einen 2:1-Sieg – und machte damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Drei Spiele vor Schluss haben die Saarländer 9 Punkte und 18 Tore Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Ein weiterer Punkt gegen Waldhof Mannheim – und der Klassenerhalt wäre auch rechnerisch abgesichert.
Für zusätzliche Motivation dürfte sorgen, dass es sich bei der Partie gegen den Waldhof um ein Südwestderby handelt, in dem es aus Sicht der Fans um das Prestige geht. Nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel hat Saarbrücken noch etwas gutzumachen. Und wie steht es eigentlich um die Gäste aus Mannheim? Der SVW reist mit vier Unentschieden aus den letzten fünf Partien im Gepäck nach Saarbrücken. Zuletzt gab es ein wenig zufriedenstellendes 2:2 gegen Schlusslicht Schweinfurt. Im Nachgang kursierte sogar die Mentalitätsfrage. Schaffen es die Buwe nun im Südwest-Schlager, wieder an ihre Leistungsgrenze zu gehen?
Aachen vs. Rostock: Gelingt Hansa beim Team der Stunde die Trendwende?
Groß war sie, die Katerstimmung rund um Hansa Rostock, nachdem die Kogge in der Vorwoche vor eigenem Publikum ein 2:5 gegen Jahn Regensburg einstecken musste. Der Rückstand auf den Relegationsplatz ist durch diesen Ausrutscher auf vier Punkte angewachsen. Keine Frage – der FCH muss nun in den verbleibenden drei Saisonspielen liefern, sofern es noch was mit dem anvisierten Aufstieg werden soll. Das Problem an der Sache: Mit Alemannia Aachen wartet das Team der Stunde auf Rostock.
Acht der letzten neun Spiele konnte Aachen für sich entscheiden – bei einem Unentschieden. Bei einem weiteren Sieg gegen Rostock würde der TSV mit den Hanseaten nach Punkten gleichziehen. Zuletzt konnte die Truppe von Ex-Hansa-Coach Mersad Selimbegovic mit dem MSV Duisburg bereits einen anderen Aufstiegsanwärter ärgern. Am Samstag dürfte es nicht nur auf dem Rasen heiß hergehen, auch auf den Rängen wird angesichts der beiden stimmungsvollen Fanlager einiges geboten sein. Um ähnliche Exzesse wie vor rund einem Jahr zu vermeiden, als Hansa-Fans einen beträchtlichen Schaden anrichteten, werden diesmal Hansa-Ordner die Sanitäranlagen absichern.
Stuttgart II vs. Essen: Gelingt RWE die passende Antwort auf die Rückschläge?
Die Ausgangslage schien vor zwei Wochen nahezu perfekt zu sein: Essen war nach sieben Siegen in Folge bis auf Platz zwei geklettert und hatte sich bereits ein Polster von vier Punkten erarbeitet. Doch in den jüngsten beiden Partien musste RWE zwei herbe Rückschläge hinnehmen. Auf die Niederlage im Top-Spiel bei Energie Cottbus (3:5) folgte eine 1:2-Pleite im Heimspiel gegen Saarbrücken. Der direkte Aufstiegsplatz ist daher wieder futsch, stattdessen liegt Essen nun auf dem Relegationsplatz – zwei Punkte hinter Cottbus und einen Zähler vor Duisburg.
Umso wichtiger ist es für die Koschinat-Truppe, nun im Auswärtsspiel beim VfB Stuttgart II wieder zu liefern. Für Essen spricht, dass die jungen Schwaben in der Rückrunde nicht so recht in Form kommen. Nur Schweinfurt und Hoffenheim II holten im neuen Jahr weniger Punkte als der VfB, der auf 14 Zähler kommt. Gleichwohl verfügen Talente wie Noah Darvich, Florian Hellstern oder Mirza Catovic über eine gewaltige individuelle Klasse. Damit es anders als im Hinspiel, das 1:1 endete, diesmal mit einem Sieg für Essen klappt, hoffen die RWE-Verantwortlichen auch auf weniger Pech mit den Schiedsrichterentscheidungen, wie Vorstandsvorsitzender Marc-Nicolai Pfeifer unter der Woche beklagte.
Duisburg vs. Cottbus: Kommt der MSV noch mal an Platz zwei ran?
Es ist das Spitzenspiel des Spieltags: Am Sonntagmittag treffen die so heimstarken Duisburger auf den Tabellenzweiten Energie Cottbus, der mit drei Zählern Vorsprung an die Wedau reist. Im bisherigen Saisonverlauf sind die Zebras als einziger Drittligist vor eigenem Publikum noch ungeschlagen. Kann nun ausgerechnet Energie Cottbus (9 Siege in 17 Auswärtsspielen) was an dieser beeindruckenden Statistik ändern? Duisburg rechnet mit über 27.000 Zuschauer – es wäre die größte Kulisse der bisherigen Saison.
Während Cottbus unbedingt seinen Verfolger auf Distanz halten möchte, gilt es für den MSV, den Rückstand auf die Aufstiegsplätze wettzumachen. Auf die drittplatzierten Essener fehlt den Zebras aktuell ein Punkt. Im Spitzenspiel gegen Cottbus muss Duisburg allerdings auf Top-Stürmer Lex Tyger Lobinger verzichten, der eine Gelbsperre absitzen muss. Auf Seiten des FCE fehlt dafür Abwehrchef King Manu – ebenfalls aufgrund einer Gelbsperre. Hoffnung auf ein Fußballspektakel macht die Erinnerung an das Hinspiel, in dem Duisburg spät einen 0:2-Rückstand egalisierte, ehe Tolcay Cigerci in der fünften Minute der Nachspielzeit das 3:2 für Cottbus erzielte.
Wiesbaden vs. Osnabrück: Aufstiegsfeier in der Brita-Arena?
Steigt der VfL Osnabrück schon an diesem Wochenende auf? Ein Punkt gegen den SV Wehen Wiesbaden würde den Lila-Weißen bereits genügen, um aus eigener Kraft alle Zweifel zu beseitigen. Doch womöglich ist nicht einmal mehr das nötig. Sollte Essen die Auswärtspartie gegen Stuttgart II nicht gewinnen oder Cottbus in Duisburg verlieren, dann würde Osnabrück auf der Couch aufsteigen. "Wir wollen nicht die 'Trottelmannschaft‘ sein, die das verspielt", kündigte Timo Schultz unter der Woche an.
Vielmehr strebt der Erfolgstrainer einen weiteren Sieg an: "Wir können mit einem Dreier auch die Meisterschaft klarmachen. Das ist das Ziel, ganz klar", erklärte Schultz. Ein großer Ansporn dürften dabei die rund 5.000 Osnabrücker Fans sein, die am Sonntag mit nach Wiesbaden reisen werden. "Ich denke mal, wenn wir gefühlt drei Viertel des Stadions in lila-weiß haben, dann wird das schon eine coole Atmosphäre", so Schultz. "Etwas Schöneres gibt es doch gar nicht." Und wie steht es eigentlich um den SVWW? Wiesbaden wartet nach seinem Zwischenhoch zu Jahresbeginn mittlerweile seit sieben Partien auf einen Sieg. Gelingt dieser nun ausgerechnet gegen den so starken VfL Osnabrück.